22.03.2017 21:17 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, Stephanie Lapp und Roman Knabe, THC

Thüringer HC entscheidet temporeiches Verfolgerduell für sich

Julia Behnke und die TuSsies aus Metzingen wurden vom Thüringer HC gestopptJulia Behnke und die TuSsies aus Metzingen wurden vom Thüringer HC gestoppt
Quelle: Mario Gentzel
Die Handballerinnen des Thüringer HC haben das Bundesliga-Spitzenspiel deutlich gewonnen. Das Team von Trainer Herbert Müller setzte sich am Mittwochabend gegen die TuS Metzingen mit 35:28 (20:15) durch. Für die Thüringerinnen war Iveta Luzumova (13/6) am erfolgreichsten, bei den Gästen traf Anna Loerper (8/4) am häufigsten. Mit dem souveränen Sieg über den zuvor punktgleichen Tabellendritten festigten die Thüringerinnen ihren zweiten Tabellenplatz und bleiben dem souveränen Spitzenreiter SG BBM Bietigheim dicht auf den Fersen.

Die Metzinger Tussies vergaben ihre erste Torchance, auf der Gegenseite machte es der THC besser: Iveta Luzumova setzte sich im Eins-gegen-Eins durch. Generell gehörte die Anfangsphase dem amtierenden Deutschen Meister: Tor um Tor bauten die Thüringerinnen ihre Führung über die Stationen 3:1, 6:3 und 8:4 aus. Vor allem Kreisspielerin Crina Pintea und Torfrau Dinah Eckerle setzten dabei die Akzente. Die Rumänin auf der Kreismitte fing noch verloren geglaubte Pässe und verwandelte diese sicher. Dinah Eckerle vereitelte eine Großchance der Gäste nach der anderen und bezwang Anna Loerper im ersten Strafwurfduell der Partie.

Nach vierzehn Minuten traf Anika Niederwieser mit einem Rückraumkracher zum 10:5. Doch in der Folge kam Metzingen besser in die Partie: Marlene Zapf verkürzte von der Außenposition auf 10:7. Der amtierende Meister leistete sich in dieser Phase einige technische Fehler im Angriffsspiel, doch Dinah Eckerle hielt die Drei-Tore-Führung fest. Macarena Aguilar erhöhte im Tempogegenstoß wieder auf 12:8 (19. Minute).

Metzingen kämpfte um den Anschluss – Katharina Beddies sorgte im Tempogegenstoß für das zwischenzeitliche 12:10 und holte gleichzeitig einen Zeitstrafe gegen Kerstin Wohlbold heraus. Beim Stand von 13:11 nahm Trainer Herbert Müller seine erste Auszeit und bat seine Spielerinnen zum Gespräch. Diese zeigte Wirkung: Innerhalb von 39 Sekunden schraubten Lydia Jakubisova und Macarena Aguilar den Vorsprung erneut auf vier Tore. Zudem kassierte Marija Obradovic eine Zeitstrafe. Die Thüringerinnen hatten sich gefangen und konnten in der Folge die Führung weiter ausbauen. Manon Houette traf von Linksaußen zum 19:13. In die Kabinen ging es mit einer 20:15-Führung.

Und mit dem Tempo der ersten Hälfte ging es auch nach der Pause weiter. Pintea, Aguilar und Luzumova mit einem gekonnten Strafwurf-Heber gegen Wendy Obein hatten binnen zwei Minuten für die Gastgeberinnen eine beruhigendes 23:16 auf die Anzeigetafel gesetzt. Doppelt im Pech jetzt die Gäste: Zweimal knallte der Ball an den Balken des THC-Tors und im Gegenzug schaffte Lydia Jakubisova mit einem Heber von der Außenposition gar die erste Acht-Tore-Führung, fünf Minuten nach Wiederbeginn hieß es 24:16.

Zwei sehenswerte Tore im Überzahlspiel durch Tonje Loseth brachten die TusSies dann allerdings beim 24:18 wieder etwas näher heran. Beim Thüringer HC schien sich das hohe Tempo nun bemerkbar zu machen - gab es doch bei den Gastgeberinnen kaum Wechsel. Doch Kerstin Wohlbold und Iveta Luzumova zeigten nach wie vor ihre Stärken ein: Metzingen konnte so nicht ernsthaft verkürzen, wenn auch Anna Loerper von der Strafwurflinie ihre Sache nun bravourös machte. Metzingen fand auch nach 45 Spielminuten nicht zu ihrer gewohnten Spielstärke, die sie in dieser Saison unter anderem bis ins Halbfinale des EHF-Cups gebracht hat.

Zwar kam Metzingen noch einmal bis auf fünf Treffer zum 21:26 heran. Mehr ließen die Thüringerinnen nicht zu, sie hielten das Tempo hoch und schlossen erfolgreich ab. Und beim THC klappte auf der Gegenseite fast alles: So beim 31:22, wo Manon Houette den vom Block abprallenden Wurf von Anika Niederwiesers im Kempa-Stil von Außen versenken konnte. Der Weg war geebnet, auch wenn sich in der Endphase der ein oder andere Fehler einschlich, das Tempo blieb hingegen bis zum 35:28-Endstand hoch.

Metzingens Trainer Csaba Konkoly erklärte: "Ich gratuliere dem THC zum verdienten Sieg. Sie waren heute in jedem Bereich besser. Unser Ziel wird es sein, im nächsten Spiel keine 35 Gegentore zuzulassen." THC-Coach Herbert Müller hingegen strahlte: "Ich bin einfach nur stolz auf mein Team und auf das was es heute geleistet hat."