19.03.2017 16:02 Uhr - Länderspiele - jun

DHB-Frauen unterliegen Schweden: Erste Führung im ganzen Spiel bringt Signell-Team den Sieg

Bundestrainer Michael Biegler musste mit den DHB-Ladies die zweite Niederlage gegen Schweden hinnehmen.Bundestrainer Michael Biegler musste mit den DHB-Ladies die zweite Niederlage gegen Schweden hinnehmen.
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Zweite Niederlage im zweiten Aufeinandertreffen: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft unterlag Schweden einen Tag nach dem gestrigen 28:33 am Sonntag in Hamburg mit 23:24 (15:9). Das Team von Michael Biegler hatte über weite Strecken eine souveräne Leistung geboten und bis zur Schlussphase in Führung gelegen, doch dann im Angriff die Effektivität vermissen lassen.

Michael Biegler setzte zu Beginn auf Torhüterin Clara Woltering. Vor ihr liefen Angie Geschke, Xenia Smits, Anna Loerper, Anne Hubinger, Svenja Huber und Julia Behnke auf; in der Defensive kam Kim Naidzinavicius für Regisseurin Loerper. Die deutsche Mannschaft präsentierte sich am Tag nach der 28:33-Niederlage von der ersten Minute an hellwach und lag nach drei schnellen Toren mit 3:1 (5.) in Front.

Die DHB-Auswahl setzte konsequent auf Tempospiel. Mit einer aggressiven und beweglichen Deckung eroberte das Team von Biegler einige Bälle. So traf Naidzinavicius per Gegenstoß zum 6:3 (9.), Huber scheiterte kurz darauf - ebenfalls mit einem Gegenstoß - an Martina Thörn. Henrik Signell war mit dem fehlerbehafteten Auftritt seiner Mannschaft trotzdem unzufrieden und legte bereits zu diesem frühen Zeitpunkt die Auszeit.

Das schnelle Spiel blieb jedoch weiterhin der Trumpf des deutschen Teams. Angie Geschke besorgte mit einem weiteren Gegenstoß das 8:4 (13.) und auch zwei schnelle schwedische Gegentreffer brachten Loerper und Co. nicht aus dem Konzept. Naidzinavicius erzielte das das 10:6 (18.) und nach dem 11:6 (19.) durch Smits zog Signell erneut die Grüne Karte.

Nach der erneuten Ansprache ihres Trainers agierten die Schwedinnen in der Deckung aggressiver, doch die DHB-Auswahl behauptet ihren Vorsprung - nicht zuletzt dank der gut aufgelegten Clara Woltering, die unter anderem einen der seltenen Gegenstöße der Schweden parieren konnte. Dank der starken Defensivleistung baute Huber die Führung per Strafwurf auf 13:7 (22.) aus.

In den folgenden Minuten wechselte Biegler und brachte Emily Bölk und Meike Schmelzer frisch in die Partie. Auch Alicia Stolle, die bisher ausschließlich defensiv agiert hatte, bekam nun Spielzeit im rechten Rückraum. Für Aufsehen sorgte jedoch vor allem die Lokalmatadorin: Bölk erzielte zunächst mit einem schönen Treffer das 15:9 (29.) und sorgte dann für ein Raunen in der Halle, als sie den nächsten Treffer mit einem direkten Freiwurf zum Ende der ersten Halbzeit nur knapp verpasste - ihr Wurf landete am Lattenkreuz. So ging es mit 15:9 in die Kabine.

Nach Wiederanpfiff kamen Kerstin Wohlbold, Lone Fischer und Stella Kramer neu in die Partie; zudem kehrte Xenia Smits in den linken Rückraum zurück. Die Frankreich-Legionärin gelang dann auch der erste Treffer im zweiten Durchgang, sie erhöhte die Führung auf 16:10 (33.), kassierte jedoch direkt im Gegenzug eine Zeitstrafe. Schweden wusste die personelle Überzahl zu nutzen und holte einen Siebenmeter heraus. Isabell Gullden versenkte den Strafwurf zum 16:11 (35.) .

Kurz nach der Rückkehr von Smits - und einem weiteren Treffer der Rechtshänderin - sah Behnke die nächste Zeitstrafe. Biegler verzichtete erneut auf den zusätzlichen Feldspieler, wodurch im Angriff der Druck fehlte. Olivia Mellegard verkürzte nach dem torlosen Angriff auf 17:13 (39.) und Gullden legte das 17:14 (40.) nach. Biegler reagierte umgehend mit einer Auszeit und brachte zudem Isabell Klein im rechten und Bölk im linken Rückraum.

Die Einwechslung zeigte Erfolg: Bölk wurde in Wurfposition gebracht und erhöhte mit einem Doppelschlag auf 19:14 (42.); Woltering hielt den Vorsprung mit einer Parade gegen Gullden fest. In den folgenden Minuten behauptete die deutsche Auswahl die Führung, wobei diese jedoch durch einige Fehlwürfe und leichte Ballverluste in der Offensive schmolz. Gullden brachte ihre Auswahl per Strafwurf in der 52. Minute auf 23:20 heran.

Biegler wechselte nun abermals und brachte - wenige Minuten nach Katja Kramarczyk - in Anne Müller seine letzte noch nicht eingesetzte Spielerin in die Partie. Ihre Sicherheit in der Defensive hatte die DHB-Auswahl zu diesem Zeitpunkt verloren und die Schwedinnen nutzten dies aus: Sie setzten Kreisläuferin Ulrika Toft Hansen zweimal schön in Szene, die mit diesem Doppelschlag den Anschluss zum 23:22 (56.) herstellte. Biegler legte die Auszeit.

Nun wurde es spannend in der gut gefüllten Barclaycard-Arena: Deutschland konnte zwei Angriffe nicht erfolgreich abschließen, sodass Emma Fernis ihre Mannschaft mit dem Treffer zum 23:23 (58.) jubeln ließ. Da Hubinger vorne nur den Pfosten traf, hatten die Schwedinnen nun gar die Chance zur Führung - und nutzten diese. Toft Hansen erzielte das 23:24 (60.) aus deutscher Sicht. Die Zeit lief nun gegen das deutsche Team, dass so die zweite Niederlage im zweiten Duell einstecken musste.