19.03.2017 18:53 Uhr - 2. Bundesliga - PM SGH R-B

Rosengarten überrollt Trier in den ersten 20 Minuten

Paula PriorPaula Prior
Quelle: Karsten Schaar
Nachdem zunächst Sabine Heusdens für die Luchse und Dora Varga für die Trierer Miezen nach drei Minuten je ein Tor für ihre Mannschaft geworfen hatten und das Spiel langsam begann Fahrt aufzunehmen, spielten sich die Handball-Luchse nahezu in einen Rausch. Den Triererinnen gelang danach bis zur 20. Minute zunächst fast gar nichts bis später zunächst noch wenig. Ihre Trainerin befand später auf der Pressekonferenz: "Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir noch irgendwo im Bus."

Nach 12 Minuten stand es 10:2 für die Luchse und in der 13. Minute kam es wohl zu einem Schlüsselmoment, der den Triererinnen den Weckruf und dem Spiel die Wende gab. Dora Varga trat gegen Mareike Vogel zum 7 Meter an und die Luchse-Torfrau kam beim Anbieten etwas ins Straucheln, lag schließlich schon auf dem Boden vor ihrem leeren Tor und konnte aus dieser Position den Aufsetzerversuch dann aber nicht nur abwehren, sie fing den Wurf auch noch. Der Eindruck lag nahe, dass diese Szene entweder zum Zusammenbrechen oder aber zu einer riesigen Trotzreaktion der Triererinnen führen würde.

Letzteres war der Fall und man konnte bereits beim Zurücklaufen nach dem Wurf den Wandel in der Körpersprache bei den Trierer Miezen erkennen. Deutlich aggressiver und konzentrierter holten die Miezen nunmehr Tor um Tor auf. Geschickt nutzten sie dabei zwei Überzahl-Situationen nach 2 Minuten Strafen gegen Sabine Heusdens aus, um den Abstand schnell zu verkürzen. Heusdens, der bis dahin nahezu alles gelang, musste von da an vorbelastet zunächst etwas vorsichtiger in der Abwehr agieren und die Luchse verloren etwas ihr Timing bei den Würfen, so dass am Ende der ersten Halbzeit vom deutlichen Vorsprung nur noch ein 15:14 übrig geblieben war.

In der zweiten Halbzeit ergab sich zunächst ein offenes Spiel und beim Stand von 16:17 nach 33 Minuten ergab sich sogar der Führungswechsel und spätestens jetzt war allen Zuschauern in der Halle klar, dass das Spiel längst nicht entschieden war, wie es zunächst schien, sondern sogar zu kippen drohte. Angetrieben von einem immer stärker werdenden Rückraum fingen sich die Luchse jetzt jedoch wieder und konnten bis zur 40. Minute bis auf zwei Tore in Führung gehen. Diese hielten sie jetzt konzentriert.

Pia Hildebrand, die nach ihrer Grippe erst in der zweiten Halbzeit ihre Spielanteile erhielt, kam immer wieder dynamisch mit Anlauf aus dem Rückraum, Paula Prior als Arbeitsbiene, die mit gutem Timing immer wieder erfolgreich in Eins gegen Eins ging und diese für sich entscheiden konnte, Laura Schultze, die mit viel Zug zum Tor alles versuchte, es auf halbrechts aber auch immer wieder mit einem starken Block zu tun bekam und schließlich wieder Sabine Heusdens, die neben ihren Abschlüssen auch stetig versuchte, Evelyn Schulz am Kreis anzuspielen.

Die Intensität des Spiels konnte man hinterher dem Trikot von Evi Schulz ansehen. Das Räume frei blocken, Zerren und Sperren am Kreis, hatte dieses in Mitleidenschaft gezogen, es hing der ob des Sieges grinsenden Kreisläuferin in Fetzen vom Leib.

Trainer Steffen Birkner stellte nach dem Spiel auch niemanden gesondert heraus, sondern lobte vielmehr die geschlossene Mannschaftleistung und war froh, dass sich das Team für den Einsatz belohnen konnte. Er freute sich sichtlich über die Stimmung in der Halle, dankte den Zuschauern übrigens ebenso wie der Mannschaft, die sich ausgiebig feiern ließ und wohl jedem anwesenden Zuschauer dabei noch die Hand schüttelte und sich für die tolle Atmosphäre bedankte. Steffen Birkner sah aber auch die starke Leistung des Gegners, anerkannte diese mit deutlichen Worten und freute sich, dass den zahlreichen Zuschauern ein so mitreißendes und spannendes Spiel geboten werden konnte.