17.02.2007 16:59 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg / dpa

Oldenburg erntet nach 25:27 mal wieder Lob – Thüringer HC nervlich stärker

Julia Jurack war heute beste Werferin beim THCJulia Jurack war heute beste Werferin beim THC
Quelle: Heiner Lehmann/www.sportseye.de
Nach drei Niederlagen in Serie ist Bundesligist Thüringer HC wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Mannschaft von Trainer Dago Leukefeld setzte sich am Samstag gegen den VfL Oldenburg mit 27:25 (14:10) durch und behauptete den fünften Tabellenplatz. Vor rund 800 Zuschauern in der Salzahalle war Julia Jurack (9/3) die erfolgreichste Werferin für den THC. Die Gäste hatten in Diane Lamein (7/4) ihre beste Schützin.

Wieder keine Punkte, aber doch ein Befreiungsschlag? Ohne die in der Woche abgewanderten Irina Pusic und Milica Danilovic hat sich Handball-Bundesligist VfL Oldenburg bei der 25:27 (10:14)-Niederlage beim Thüringer HC von seiner besseren Seite gezeigt. „Heute bin ich auch ohne Punkte zufrieden“, sagte Trainer Leszek Krowicki und blickte bereits auf das Spiel gegen die TSG Ketsch am kommenden Samstag (16.30 Uhr) in der EWE Arena: „Treten wir wieder so engagiert auf, gehe ich von einem Sieg aus.“ Es wäre der erste nach nun sechs Niederlagen in Folge.

Ohne die verletzten Nadine Härdter, Saskia Mulder und Lucie Fabíková, aber erstmals seit mehreren Wochen wieder mit Alexandra Uhlig im Kader, fiel das erste Tor der Gastgeber erst in der 3. Minute. Danach fand der THC aber besser ins Spiel und erhöhte auf 5:1 (11.). 990 Zuschauer sahen in der Salza-Halle trotzdem einen VfL, bei dem der Wille zum Erfolg viel spürbarer war, als zu oft in den vergangenen Monaten. Nur die ersten Minuten verschliefen die Gäste, waren harmlos im Angriff und ungeordnet in der eigenen Deckung. Eine Auszeit (12.) brachte die Wende: Den darauf folgenden Angriff versenkte Jana Oborilova zum 3:7.

Schritt für Schritt kämpfte sich der VfL nun in die Partie. Bis zur Pause konnte sich der THC nicht weiter absetzen, danach geriet die komfortable Führung in Gefahr. Die variable Gäste-Deckung zeigte nun Wirkung: Der Vorsprung schmolz zusehends.

Auch nach dem Wechsel glich Oldenburg zwar nie aus, kratzte aber am Nervenkostüm der Gastgeberinnen. Fünfmal (16:17, 17:18, 18:19, 24:25, 25:26) war der VfL dran, behielt aber seinerseits nicht die Nerven. So wurden Wurfchancen nicht genutzt, der eine Pass zuviel gespielt und damit die Gastgeberinnen zu Kontern eingeladen. Thüringens hervorragende Torfrau Michaela Schanze durfte sich gleich dreimal mit Traumpässen über die gesamte Platte auszeichnen.

In der hektischen Schlussphase hatte das Krowicki-Team abermals die Ausgleichschance: Nach ihrem Tor zum 25:26 (58.) war Dagmara Kowalska kurz darauf mit einem Tempogegenstoß auf und davon. Doch ihr Wurf traf nur die Latte – es war insgesamt der siebte Aluminium-Treffer des VfL. „Kleinigkeiten, die auch spielentscheidend sein können“, sagte Krowicki zu diesen Würfen und begründete: „Das hat auch etwas mit unserer momentanen Unsicherheit zu tun.“

Als dann auch noch Jana Oborilova nach einer umstrittenen Entscheidung für zwei Minuten runter musste, und Julia Jurack ihren dritten Siebenmeter sicher verwandelte (58´59) war das Spiel gelaufen. Der Thüringer HC bleibt zu Hause eine Macht (erst eine Saisonniederlage), da sich die Mannschaft von Trainer Dago Leukefeld nervlich belastbarer präsentierte und besonders die einfachen Bälle versenkte. Beste Spielerinnen waren Jurack und Schanze.

Das VfL-Team, das sich vor dem Spiel mannschaftliche Geschlossenheit vorgenommen hatte, setzte genau dies um und gefiel durch niemals endendes Engagement. Lediglich die letzte Konsequenz vermissen. Auf der Aufbauposition zeigte Diane Lamein ein starkes Spiel, auf Linksaußen gefiel Kim Birke. „Kim hat sehr stark, sehr effektiv gespielt“, lobte Krowicki, ohne die gute Gesamtleistung der Mannschaft zu vergessen.

Auch der personelle Aderlass war seinem Team kaum anzusehen. Die Strategie mit Wiebke Kethorn am Kreis und Kathrin Scholl auf Rechtsaußen für die verletzte Magdalena Urdea ging zwar nicht auf. Doch mit Sarah Everding ab Mitte erster Halbzeit für Kethorn auf der rechten Bahn lief das VfL-Spiel besser. Im Tor wechselten sich Janice Fleischer und Julia Renner ab, Heike Zornow (Krowicki: „Sie ist nach einer Verletzung noch nicht fit“) blieb draußen.
 

Stimmen zum Spiel

Dago Leukefeld (Trainer Thüringer HC):
Die Mannschaft hat in den ersten zwanzig Minuten sehr konsequent und sachlich gespielt. Die Kraftfrage in der zweiten Hälfte wurde dann mit einem unbändigen Willen wettgemacht. Das Publikum heute war noch nie so wichtig wie in dieser Partie.

Leszek Krowicki (Trainer VfL Oldenburg):
Glückwunsch an den Thüringer HC und an dieses Publikum. Das war heute spielentscheidend. Die Begegnung war von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägt. Wir haben sehr viele Latten- und Pfostenwürfe, die heute über Sieg und Niederlage entschieden haben. Bei diesem engen Spiel entscheidet dann die Unterstützung von der Tribüne. Kämpferisch bin ich aber mit meiner Mannschaft zufrieden.