21.02.2017 17:49 Uhr - 1. Bundesliga - fcb, PM Leverkusen, red

"Gewonnener Punkt" - Leverkusen und Nellingen nach spannendem Remis mit positven Schlüssen

Renate Wolf: "Wenn ich die Leistung von Nellingen und den Spielverlauf sehe, ist es ein gewonnener Punkt." Renate Wolf: "Wenn ich die Leistung von Nellingen und den Spielverlauf sehe, ist es ein gewonnener Punkt."
Quelle: groundshots.de
Renate Wolf hatte vor dem Gastspiel ihrer Werkselfen beim TV Nellingen gewarnt. Und die Cheftrainerin des TSV Bayer 04 Leverkusen sollte wieder einmal Recht behalten. Nach sechzig Minuten trennten sich die Gäste beim Tabellenletzten 25:25 (13:14)-Unentschieden.

"Aufgrund der Erwartungshaltung, mit der ich nach Nellingen gereist bin, ist es ein verlorener Punkt. Wir hatten uns mehr ausgerechnet", sagte Bayer-Trainerin Renate Wolf. Allerdings zog sie auch andere Aspekte in Betracht: "Wenn ich die Leistung von Nellingen und den Spielverlauf sehe, ist es ein gewonnener Punkt."

Leverkusten verpasste den Sieg, weil die eigenen Möglichkeiten ungenutzt blieben. "Wir haben sehr viele hundertprozentige Torchancen am Anfang vergeben und die gegnerische Torfrau auf Hochtouren gebracht. Wir waren auch nicht sofort in der Lage, die Schwächen des Gegners auszunutzen. Wir sind aber viel zu drucklos in die Angriffe gegangen. Es war dann auch eine große Verunsicherung in der Abwehr da", erklärte Renate Wolf.

Wegen der zahlreichen Stolpersteine in dem Spiel zeigte sich Renate Wolf somit zufrieden mit einem Punkt und zollte dem Gegner Respekt: "Ich beglückwünsche Nellingen zu dieser Leistung." Ohne Kim Berndt und Amelie Berger dafür aber mit den beiden Neuzugängen Katja Kramarczyk und Anouk van de Wiel traten die Werkselfen an.

"Unsere beiden Neuzugänge haben bereits heute gezeigt, dass sie eine absolute Bereicherung sind", so Renate Wolf. "Über Katja braucht man gar nicht zu reden, sie ist ein Riesengewinn. Wir sind sehr glücklich, dass wir uns in der Deckung mit ihr massiv verstärkt haben. Anouk ist im Angriff sehr torgefährlich. Wir konnten aber noch kaum trainieren. Ich muss ein dickes Lob an meine Spielerinnen geben, dass sie alles gegeben haben, die neuen Spielerinnen auf die Schnelle zu integrieren. Ich kann versprechen, dass wir in Zukunft nicht mehr so leicht auszurechnen sein werden. Wir wollen jetzt in einen normalen Rhythmus reinkommen, der Spielplan war in der Hinrunde durch den europäischen Wettbewerb doch sehr zerklüftet."

Ebenfalls positiv blickte Nellingens Trainer Pascal Morgant auf das Spiel zurück: "Aus meiner Sicht ist es ein gewonnener Punkt. Wir haben nicht aufgegeben, das war meine Hoffnung, nach der etwas bitteren Heimniederlage gegen Blomberg. Ich hatte in der Schlussphase das Gefühl, dass wir Leverkusen dort hatten, dass sie kippen. Das haben wir nicht geschafft." Dennoch überwiegen die guten Szenen für ihn: "Ich bin sehr zufrieden, meine Mädels haben den Druck über 60 Minuten hochgehalten und haben sich diesen Punkt mehr als verdient. Renate und ich haben am Ende beide wohl gehofft, dass wir den einen oder anderen Pfiff mehr bekommen. Ich glaube, wenn ich mir das morgen oder übermorgen anschaue, waren das alles gerechtfertigte Pfiffe."

Zumindest war es ein kleines Erfolgserlebnis für den Tabellenletzten. Für die Mannschaft von Pascal Morgant gilt es nun, auch in den kommenden Partien wie gegen Leverkusen zu agieren. Nächster Gegner ist der Buxtehuder SV. "Unsere Situation als Aufsteiger ist schwierig. Das war und ist uns allen bewusst. Wir können die Grundsituation auch nicht so schnell ändern. Aber wir haben gegen Leverkusen von der ersten bis zur letzten Minuten gefightet und wurden vom Publikum großartig unterstützt. Danke an das Publikum. Für uns gilt es, den Schwung aus diesem Spiel mitzunehmen und uns in Buxtehude bestmöglich zu verkaufen."

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