16.02.2017 16:54 Uhr - 1. Bundesliga - fcb, red

HCL-Team mit Zeichen: Rentsch zieht nach Materialschlacht in Göppingen Hut vor "Jungen Wilden"

Michaela Hrbkova, FAG-HCLMichaela Hrbkova, FAG-HCL

Der HC Leipzig ist in diesen Tagen ein großes Thema, der Verein bestätigte die Spekulationen hinsichtlich der schwierigen finanziellen Lage und räumte Außenstände von 900.000 Euro ein. "Die Lage ist ernst, aber nicht aussichtslos. Wir haben ein paar dicke Bretter zu bohren", erklärte Manager Kay-Sven Hähner. Das Team gab unterdessen auf dem Parkett ein Zeichen, trotz personeller Sorgen und des kurzfristigen Abgangs von Torhüterin Katja Kramarczyk feierte der HCL einen 27:25-Erfolg in Göppingen und setzte sich an die Spitze des Verfolgerfelds.

"Es wurde immer gefordert, dass wir die Hosen runter lassen. Das tun wir in diesem Fall und ich hoffe, dass das honoriert wird. Der Frauensport in Leipzig wäre ohne den HCL nicht vorstellbar", erklärte Trainer Norman Rentsch am heutigen Donnerstag auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. "Wir haben allen Spielerinnen die Möglichkeit gegeben, den Verein zum 15. Februar zu verlassen. Norman hat eine super Arbeit geleistet und alle zusammengehalten", erklärte Manager Kay-Sven Hähner zur Lage.

Aufgelöst wurde allerdings der Vertrag von Katja Kramarczyk, die Nationalspielerin, deren Wechsel nach Leverkusen heute von ihrem neuen Verein bestätigt wurde, fehlte bereits gestern bei der Aufgabe in Göppingen. Ein Rückschlag für den Verein, der in den vergangenen Monaten verletzungsbedingt geschwächt ein Auf und Ab absolvierte. In den letzten vier Wochen stand neben fünf Niederlagen in der Gruppenphase des EHF-Pokals auch ein überraschender Sieg gegen die sich im Spitzen-Trio befindlichen Metzingerinnen zu Buche. In Göppingen folgte gestern ein weiteres Zeichen der Mannschaft.

"Es war eine Materialschlacht", blickte Trainer Norman Rentsch auf den 27:25 (16:13) Erfolg zurück. Der Coach der Leipzigerinnen erklärte in der Pressekonferenz, dass der Erfolg auch ein Entwicklungsschritt des Teams sei: "Wir haben eine fast neu formierte Mannschaft. Wir wollten mit viel Engagement ins Spiel gehen und zeigen, was wir auf europäischem Parkett gelernt haben. Wir wollten volles Tempo gehen. Es war eine Energieleistung, wir haben viele Chancen aus dem Spiel heraus kreiert."

"Man muss den Hut ziehen vor der Willensstärke unserer Jungen Wilden", so Rentsch, der anfügt: "Wir sind hierher gereist und wussten, dass Göppingen nach einer tollen Hinserie im Mittelfeld gelandet ist. Wir haben ihr Tempospiel durchkreuzt. Ich bin sehr zufrieden mit den zwei nicht eingeplanten Punkten hier in Göppingen. Wir haben wirtschaftlich zu kämpfen. Ich kann versprechen, dass wir alles daran setzen, dass es weitergeht in Leipzig."

Bei den Gastgeberinnen herrschte hingegen Enttäuschung, Aleksandar Knezevic erklärte: "Wir haben gesehen, dass wir nicht unsere normale Leistung erreicht haben. Das Spiel im Angriff war zu langsam, ohne den richtigen Druck. Ein paar Aktionen waren auch gut, aber über sechzig Minuten war das nicht zu gut. Wir müssen uns jetzt regenerieren und gut auf das Spiel am Sonntag vorbereiten. Wir hatten den Traum, Rang vier zu erreichen. Leider hat das nicht geklappt. Wir müssen an unserer Konstitution arbeiten. Wir brauchen mehr Unterstützung von der Mitte und von Halblinks. Da haben einige Spielerinnen gegen Leipzig nicht ihr Potenzial gezeigt."