15.02.2017 21:09 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, PM THC

Souveräner Heimsieg: Thüringer HC deklassiert Oldenburg nach dem Seitenwechsel

Meister Thüringer HC hat das 300. Bundesliga-Spiel seiner vereinsgeschichte klar gewonnen. Das Team von Trainer Herbert Müller besiegte am Mittwochabend den VfL Oldenburg souverän mit 37:25 (16:13). Beste Torschützin der Thüringerinnen war Iveta Luzumova (11/2), bei den Gästen waren Angie Geschke (7/4) und Inger Smits (7/2) am erfolgreichsten.

Iveta LuzumovaIveta Luzumova
Quelle: Mario Gentzel
Unter den Augen des Bundestrainers Michael Biegler erzielte Angie Geschke per Strafwurf das erste Tor der Partie und wenig später erhöhte Kelly Dulfer aus dem Rückraum auf 2:0. Der THC brauchte fünf Minuten um die spürbare Unsicherheit zu überwinden. Der Gastgeber begann nervös, fand nicht zu seinem Spiel und erzielte erst in der fünften Minute seinen ersten Treffer zum 1:2. Im Angriff schlichen sich beim amtierenden Meister immer wieder technische Fehler ein, Großchancen wurden vergeben.

Doch dann fing sich die Müller-Sieben. Mit drei Toren in Folge durch einen Doppelschlag von Manon Houette und einen verwandelten Strafwurf von Katrin Engel drehten die Thüringerinnen die Partie. Der THC legte nun stets vor, doch Oldenburg blieb dran. Auch der VfL leistete sich nun einige Ballverluste. Nach zehn Minuten wechselte die Partie, hatten in der Anfangsphase noch eher die Abwehrreihen dominiert, zeigten nun beide Angriffsreihen ihr Können.

Bei Oldenburg konnte sich immer wieder Kelly Dulfer in Szene setzen. Die 1,86m große Rückraumschützin traf mehrmals aus der Ferne, wie beim 4:5 aus der Sicht ihrer Mannschaft. Beim THC zeigten sich die Außenspielerinnen treffsicherer als in den letzten Spielen. Manon Houette gelangen schöne Aktionen von Linksaußen und sie schloss auch ihre Tempogegenstöße erfolgreich ab. So erhöhte sie zum 9:7 nach einem langen Pass von Torfrau Dinah Eckerle. Crina Pinta baute die Führung vom Kreis nach sehenswertem Pass von Iveta Luzumova auf 11:8 aus, doch richtig absetzen konnte sich der amtierende Meister nicht.

Zwei verwandelte Strafwürfe brachten die Gäste wieder heran. Der THC zeigte sich nun im Angriffspiel verbessert - vor allem die Ballverluste wurden minimiert und die Wurfeffektivität konnte sich sehen lassen. Oldenburg tat sich schwer mit dem hohen Tempo des Thüringer HC. Manon Houette erhöhte durch einen weiteren Tempogegenstoß auf 16:12. Kurz vor dem Signal verkürzte Isabelle Jongenelen allerdings zum 16:13 Pausenstand. "Die erste Halbzeit war ausgeglichen, wir haben die linke Angriffsseite des VfL nicht in den Griff bekommen", resümierte THC-Trainer Herbert Müller.

Fünf Minuten in der zweiten Hälfte waren gespielt, der THC hatte beim Stand von 19:15 durch Manon Houette im Tempogegenstoß die Chance zur ersten Fünf-Tore-Führung. Doch Julia Renner hielt den hohen Ball spektakulär. Bei Oldenburg gingen durch Ballverluste zwei Angriffe verloren - das dann folgende 7 gegen 6 der Gäste brachte wieder Ballverluste und zwei Treffer von Iveta Luzumova ins noch leere VfL-Tor führten zu einer erstmalig deutlichen Führung, ein 22:15 stand auf der Anzeigetafel.

Bei den Gästen schien jetzt der Spielfaden gerissen, beim 24:15 war der Lauf der Gastgeberinnen auf sieben Tore angewachsen. Doch Jenny Behrend und zweimal Angie Geschke verhinderten ein weiteres Davonziehen der Thüringerinnen, die das Heft allerdings fest in der Hand behielten und dem Gegner keine Chance für eine Rückkehr in die Partie boten. Mit einer starken Jana Krause im Tor, erspielte das heimische Team bis zur fünfzigsten Minute eine 29:22 Führung an der vor allem eine sehr dynamische Iveta Luzumova mit sechs Treffern in dieser Phase großen Anteil hatte.

Die Abwehr der Oldenburgerinnen war lange nicht mehr so aufmerksam wie in den erstn dreißig Minuten und so wuchs der Abstand weiter an, sehenswert sorgte Crina Pintea vom Kreis mit dem 32:22 für die erste Zehn-Tore-Führung. Jana Krause trumpfte mit weiteren Glanztaten auf, knöpfte Inger Smits sogar noch einen Strafwurf ab - allerdings verwandelte die Oldenburgerin dann den Nachwurf. Die Frage nach dem Sieger war zu diesem Zeitpunkt aber längst beantwortet. Nach torreichen letzten Minuten stand am Ende ein 37:25 auf der Anzeigetafel.

"Als dann in der zweiten Hälfte unsere Abwehr stand und wir zu vielen Tempogegenstössen kamen, haben wir das Spiel bestimmt. Trotz immer noch vorhandener Fehler im Abschluss haben wir dann deutlich gewonnen. Besonders loben möchte ich heute Iveta (Luzumova) und den Fans zurufen: Zeigt ihr, wie wichtig sie für uns ist und dass wir sie gern weiter bei uns haben möchten", so Müller nach dem Spiel. "Unsere erste Halbzeit war okay, aber in der zweiten Hälfte haben wir zu viele Fehler gemacht, die der THC gnadenlos bestrafte. Das Tempospiel des THC hat uns dann auf die deutliche Verliererstrasse gebracht", so Leszek Krowicki, Trainer Oldenburgs.