15.02.2017 21:13 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß

Zu viele Fehlwürfe: Göppingen unterliegt Leipzigs Rumpfteam

Shenia Minevskaja feierte ihr ComebackShenia Minevskaja feierte ihr Comeback
Quelle: groundshots.de
Während Frisch Auf Göppingen sein letztes Punktspiel vor zweieinhalb Wochen absolviert hat, hat der HC Leipzig zuletzt erst am vergangenen Wochenende im Europapokal in Ungarn zum Ball gegriffen. Der HCL war in Fehervar lediglich zu neunt angetreten. Ins Schwäbische nahm Norman Rentsch nun eine sehr junge Sieben mit, Katja Kramarczyk war nicht mehr an Bord. Zwar stand Shenia Minevskaja nach mehrmonatiger Verletzung wieder zur Verfügung. Leipzig zeigte sich dann im Spielverlauf gegenüber Göppingen kämpferisch überlegen, gelangte kurz vor dem 13:16-Halbzeit-Stand in Vorlage und führte nach 54 Minuten erstmals mit vier Toren. Am Ende stand ein 25:27.

Der HC Leipzig trat mit einer sehr jungen Sieben in Göppingen an. Die 17-jährige Julia Weise und die 16-jährige Emily Theilig sind die "Küken" im Kader. Bei den Gastgeberinnen war man wohl ebenso gespannt auf die eigene Leistung, nach dem schwachen Auftritt beim 26:34 in Neckarsulm vor zweieinhalb Wochen. Beide Teams gingen dann von Beginn an durchaus selbstbewusst zu Werke. Leipzig kam dabei über die fintenreiche Michelle Urbicht zu leichten Treffern und lag beim 3:2 nach vier Minuten erstmals vorne. Göppingen haderte mit der Wurfauswahl. Hrbkovas Siebenmeter hielten die Grün-Weißen zunächst auf Augenhöhe, ehe Tamara Bösch auf 4:6 stellte (11.).

Fast zehn Minuten hatten die Hausherrinnen, auch wegen der starken Nele Kurzke, nicht aus dem Feld getroffen, als Michaela Hrbkova den Anschlusstreffer setzte. Kurz darauf gelang den Schwäbinnen hinten ein Ballgewinn und vorne half das Glück dabei, dass Johanna Schindler im Nachsetzen den Anschlusstreffer erzielte. Einen Moment später wurde Leipzigs Alexandra Mazzucco wegen Reklamierens hinausgestellt – und Hrbkova war erneut zur Stelle. Shenia Minevaskaja traf bei einem Kurzeinsatz für den HCL, doch Kapitänin Anja Brugger hielt Göppingen beim 8:7 (16.) vorne und Hrbkova versenkte einen weiteren Siebenmeter. Die Gäste blieben vier Minuten torlos.



Nach 20 Minuten glich Nele Reimer wieder aus, gute Reflexe von Göppingens Kristy Zimmermann, die in mit ihrer fünftem Parade das Duell mit Kurzke nunmehr anführte, verhinderten aus Leipziger Sicht in diesem Moment die Führung der Gäste. Norman Rentsch zückte die Grüne Karte.

Der HCL spielte danach wieder, wie zu Beginn der Partie, mit mehr Abstand zur gegnerischen Deckung, bekam aber die Göppinger Durchbrüche weiterhin nicht in den Griff. So etablierten die Grün-Weißen eine Zwei-Tore-Führung. Doch es war eine kurze Freude für die Schwäbinnen.

Göppingen verpasste es im weiteren Verlauf, die Chance auf das 14:11 (26.) zu nutzen – ein Bumerang. Die jungen Leipzigerinnen hielten zäh dagegen. Sturm netzte vom Kreis zum 13:13 (28.), Minevskaja nutzte einen weiteren Fehler und setzte auch den Treffer zur 13:16-Pausenführung.

Die Grün-Weißen hatten die Phase vor der Pause gründlich in den Sand gesetzt, meldete sich dann aber mit Treffern von Brugger und Schindler beim 16:16 (34.) eindrucksvoll zurück. Leipzig hielt sich zwar zunächst vorne. Nach 38 Minuten verpasste dreimal nacheinander den 19:18-Führungswechsel, die elfte Parade von Kristy Zimmermann blieb ungenutzt. Zweimal parierte die bereits in der ersten Halbzeit eingewechselte Nicole Roth, die auch die Vorlage für Rodes 19:20-Treffer (42.) lieferte. Es blieb ein zähes Ringen, wobei Göppingens Spielmacherin Schindler kurz darauf egalisierte und Sturm auf die Sünderbank schickte. Doch Leipzigs Zwölfer-Kader schien heute die besseren Antworten zu haben.

Göppingens Offensivspiel wirkte weiterhin nervös, auch weil Roth alsbald auf die zehnte Parade zusteuerte und beim 20:22 (48.) ihren ersten Treffer setzte. Rode distanzierte die Schwäbinnen kurz darauf auf drei Tore. Einmal mehr schien die Knezevic-Sieben in eine schwache Schlussphase zu schlittern. Knezevic wechselte Edit Lengyel für einen Siebenmeter, den sie gegen Reimer parierte. Doch zwei weitere Versuche von der Markierung nutzte Minevskaja, während Göppingen im Angriff den nötigen Druck vermissen ließ. Ihr 22:26-Treffer (54.) kam bereits einer Vorentscheidung gleich. Die Grün-Weißen zeigten im Endspurt noch einmal Flagge, mussten aber eine 25:27-Niederlage quittieren.