12.02.2017 16:42 Uhr - EHF-Pokal - fcb

Bietigheim hält Erds Endspurt stand und bucht Viertelfinale

Tess Wester, Maura Visser und Susann Müller bejubeln den Viertelfinal-Einzug der SG BBM Bietigheim im EHF-Pokal gegen HC Erd 28:25 (16:11)Tess Wester, Maura Visser und Susann Müller bejubeln den Viertelfinal-Einzug der SG BBM Bietigheim im EHF-Pokal gegen HC Erd 28:25 (16:11)

Gegen den ebenfalls top besetzten ungarischen Klub aus Erd benötigte die SG BBM Bietigheim aufgrund des 27:35-Hinspiel-Ergebnisses einen Sieg, um noch das Viertelfinale im EHF-Pokal zu erreichen. Am Ende stand vor 3.018 Zuschauern in der recht gut besetzten MHP Arena Ludwigsburg tatsächlich ein 28:25-Erfolg. Die Gastgeberinnen befreiten sich als erste aus der Nervosität. Getragen von Susann Müller und Malestein hieß es nach 17 Minuten 12:7. Erd entwickelte über weite Streclen gegen die stabile Deckung der Schwäbinnen zu wenige Ideen, um gefährlich zu werden. Erst nach dem 23:16 (42.) kamen die Gäste auf. Nach dem 26:24 (56.) bewahrte die SG jedoch die Nerven und zieht ins Viertelfinale ein.

Erd war mit seinen Weltklasse-Spielerinnen Andjela Bulatovic, Katarina Krpez, Mireya Gonzalez und Marima Signate angereist, die jedoch zunächst nur in der Deckung eingesetzt wurde. Bei Bietigheim begann Valentyna Salamakha. Angela Malestein egalisierte beim 2:2 den Start-Rückstand, nach sechs Minuten prallte der Ball zur möglichen 4:3-Führung dann von der Latte ab. Krpez hielt Erd vorne und Fekete legte nach. Doch die Partie blieb abwechslungsreich, da beide Teams etwas nervös wirkten: Fie Wøller nutzte nach neun Minuten einen Ballgewinn zum 5:5, ein weiterer bedeutete kurz darauf Vissers 6:5-Vorlage. Drei weitere schnelle Treffer ermöglichten Bietigheim danach die 9:6-Vorlage.

So war es nach 13 Spielminuten an Erds Trainerin Edina Szabó, die erste Auszeit zu beantragen. Mariama Signate wurde nun auch im Angriff aktiviert. Kreisläuferin Anett Kisfaludy produzierte zunächst einen weiteren technischen Fehler. Die SG BBM zeigte sich hingegen souverän, sie nutzten ihre kompakte Deckung zu einigen schnellen Torerfolgen: Malestein markierte beim 12:7 (17.) bereits ihren vierten Treffer. Hinten parierte Salamakha zum vierten Mal. Das Kräfteverhältnis war in dieser Phase eindeutig. So hatten die zypriotischen Unparteiischen kaum Probleme mit der Spielleitung. Martin Albertsen war hingegen nicht ganz zufrieden. Er zückte beim 12:8 (20.) die Grüne Karte.

Bietigheim wechselte die Torhüterin, Tess Wester kam aufs Feld. Erd forcierte die Deckungsarbeit, gegen SG-Werferinnen voller Selbstvertrauen schien aber kein Kraut gewachsen zu sein. Innenblock-Spielerin Signate bekam deswegen einen harschen Kommentar ihrer Trainerin zu hören.

Die Deckung der Gäste agierte am Ende der ersten Halbzeit besser. Müller wurde von Araujo per Positionsabwehr abgedrängt. Dadurch verkürzte Erd zeitweilig auf 14:11. Nina Müller rückte aufs Feld und setzte beim 16:11 Wøller sehenswert in Szene. Zudem parierte Wester einen Siebenmeter.

Beim diesem Spielstand– Kisfaludy führte noch einen Freiwurf aus, den Wester fing – wurden die Seiten gewechselt. Die Ungarinnen schienen dann in der Kabine das Selbstbewusstsein wieder gefunden zu haben: Kinga Janurik parierte zweimal und Kinga Klivinyi verkürzte auf 16:12.

Die zwar beherzt, aber fair geführte Partie blieb reich an Zeitstrafen. Mit ihrem druckvollen Auftritt konnte der Bundesliga-Spitzenreiter solche Phasen besser nutzen als die Gäste. Malestein besorgte nach 36 Minuten bereits den 20. Treffer für ihr Team, das nun in der Deckung etwas schwächelte.

24 Minuten vor Abpfiff stand also eine Sieben-Tore-Führung für die Hausherrinnen zu Buche. Erd nahm eine weitere Auszeit und entwickelte über Signate und Kisfaludy mehr Schlagkraft, kam aber kurzfristig, trotz Bietigheimer Fehlwürfen, nicht über das 22:16 (42.) hinaus. Dann tanzte Visser die gegnerische Deckung aus, Wester parierte gegen Krpez, ihr achter Reflex. Erd zeigte sich nur noch in wenigen Situationen ausreichend beweglich, um Paroli zu bieten. Dennoch schritt Albertsen ein, als Laura Szabo unbedrängt vom Kreis zum 23:18 (44.) einnetzen durfte. Nachlässigkeiten der „SG Ladies“ im Abschluss und in der Deckung hatten den Vorsprung auf fünf Tore abschmelzen lassen.

Es wurde noch einmal spannend. Nina Müller wurde nach 48 Minuten, beim Stand von 24:20 und einigen schlechten Zuspielen, die in Gegenstößen mündeten, wieder von Maura Visser ersetzt. Kisfaludys Doppelschlag brachte Erd allerdings auf zwei Tore heran, da nun Susann Müller gegen die erstarkte Gäste-Abwehr mit Fehlleistungen auffiel. Albertsen ließ die T3-Karte setzen. Dass Naidzinavicius gegen Kisfaludy eine Zeitstrafe erwirkte, blieb ungenutzt. Signate ließ jedoch das 26:25 (57.) gegen Wester ebenfalls liegen. Visser stellte noch einmal die Drei-Tore-Führung her. Erd Spielmacherin Klivinyi wurde hinausgestellt. Das 28:25 Empty-Net-Goal von Müller brachte den Sieg.

SG BBM Bietigheim:
Roch (n.e.), Salamakha, Wester (14/1 Paraden) - Biltoft, Visser 5, Yttereng, Lauenroth 1, Mack, N. Müller 1, Smeets, Schulze, Eriksen, Naidzinavicius 3, Wøller 3, S. Müller 9, Malestein 6

Erd HC:
Grindnyeva, Janurik (7 P.) - Vajda, Szabo 1, Bulatovic 1, Kisfaludy 5, Klivinyi 4, Guly, Fekete 2, Araujo 3, Stojak, Kiss, Signate 3, Krpez 2, Barj 1, Gonzalez 3

Siebenmeter: 1/0