13.02.2007 18:00 Uhr - 1. Bundesliga - Nina Wörz

Eine "Quatschtante" auf dem Weg in die stärkste Liga der Welt

Angie Geschke noch im Trikot des FHCAngie Geschke noch im Trikot des FHC
Quelle: Heiner Lehmann - sportseye.de
Ihr Wechsel ist seit ein paar Wochen bekannt. Angie Geschke wechselt zur kommenden Saison vom Frankfurter HC nach Dänemark. Die 16-fache Nationalspielerin wird ab Sommer das Trikot von Randers HK tragen und für das Team von Trainer Martin Albertsen auflaufen. Für hbvf.de stellte Nina Wörz der 21-Jährigen ein paar Fragen zu ihrem Wechsel, ihren Planungen und zudem, was sie vermissen wird.

Angie Geschke im NationaltrikotAngie Geschke im Nationaltrikot
Quelle:

Hallo Angie, Du hast Dich unter mehreren Angeboten für Randers entschieden, warum?

Angie Geschke:
Als ich mit Randers HK gesprochen und mir alles angehört habe, hat mir der Verein am meisten zugesagt. Außerdem, war es wichtig für mich, dass der Trainer ein bisschen deutsch kann und das vielleicht auch eine deutsche Spielerin dort ist.

In welchen Vereinen hast Du bisher gespielt?

Angie Geschke:
Ich habe im Mini-mix bei TuS Lübeck gespielt und bin dann zur D-Jugend zum SC Buntekuh Lübeck gewechselt. Im B-Jugend Alter bin ich dann zum FHC gegangen.

Wie schwer fällt es Dir, Frankfurt nach so langer Zeit zu verlassen?

Angie Geschke:
Eigentlich ganz schön schwer, da ich bereits mit 15 Jahren nach Frankfurt/Oder gezogen bin. Ich denke, nach sieben Jahren bin ich nun bereit, einen noch größeren Schritt zu machen. Es fällt einem natürlich immer erst auf was man hatte, wenn es weg ist. Doch ich hoffe, dass ich in Randers ein genau so tolles Umfeld bekommen werde wie hier in Frankfurt.

Was sind Deine persönlichen Ziele in Randers?

Angie Geschke:
Ich habe einen Drei-Jahres-Vertrag abgeschlossen, da ich mich im ersten Jahr an die neue Kultur, Sprache und Härte in Dänemark gewöhnen möchte. Im zweiten Jahr hoffe ich auf ein bisschen mehr Einsatzzeiten und möchte genau wie im ersten Jahr viel von den Leuten und Trainern in Randers lernen. Vom dritten Jahr erhoffe ich mir, wenn ich mich gut eingelebt habe, dass ich in Randers zu einer Stütze werden kann. Doch ich möchte die Sache ganz locker angehen, denn wenn man sich selber so unter Druck setzt, dann geht es meist schief und man ist enttäuscht...

Wann kam zum ersten Mal der Gedanke eventuell ins Ausland zu wechseln? Und wann wurde es konkret, dass es Dänemark werden würde?

Angie Geschke:
Der Gedanke war schon lange da, das ist ja eigentlich auch das Ziel in der stärksten Liga der Welt zu spielen. Aber ich habe noch nicht so früh damit gerechnet! Konkret wurde es für mich, als ich das erste Angebot bekam und ich mir Gedanken darüber gemacht habe, dass ich im Handball noch eine Menge dazu lernen möchte.

Wie haben Deine Familie und Deine Freunde reagiert, als Du Dich entschieden hast?

Angie Geschke:
Mein Freund war ganz begeistert und hat mich unterstützt. Meine Familie hat sich natürlich viele Gedanken und Sorgen gemacht, ob das so früh richtig ist und was mit meiner Ausbildung in Deutschland ist, aber zum Schluss waren wir uns alle einig.

Wenn Du auf die Zeit in Frankfurt zurückblickst, was wirst Du am meisten vermissen?

Angie Geschke:
Ich denke unser junges Team, denn es ist selten, dass eine Mannschaft so viele gemeinsame Interessen hat. Aber auch die Fans, die jedes Spiel mitgefiebert haben. Die sind, egal ob wir gewonnen oder verloren haben, immer nach dem Spiel zu mir gekommen und haben sich mit mir gefreut oder sind mit mir zusammen traurig gewesen.

Was waren Deine größten Erfolge in Frankfurt?

Angie Geschke:
Im Jahr 2003 der Pokalsieg und ein Jahr später die Deutsche Meisterschaft.



Ein paar Worte zu EM in Schweden letzten Dezember...

Angie Geschke:
Es war schön dabei zu sein. Ich habe ein bisschen internationale Erfahrung sammeln können, aber es war auch hart die Mädels in den letzten beiden Spielen verlieren zu sehen...

Hast Du Dich schon ein bisschen mit der neuen Sprache auseinandergesetzt?

Angie Geschke:
Ja ein bisschen. Vokabeln lernen geht ja auch, doch die Aussprache ist ja noch mal was ganz anderes. Aber ich bleibe dran, denn ich bin eine Quatschtante und möchte mich doch in Dänemark unterhalten können.

Auf was freust Du Dich besonders in Randers?

Angie Geschke:
Ich freue mich eigentlich auf Alles - Auf die neue Herausforderung, die neuen Leute, eine Menge dazu lernen zu können, mich menschlich weiterentwickeln zu können und noch vieles mehr...

Danke für das Interview, viel Erfolg für die noch ausstehenden Spiele in der Bundesliga und die dann folgende Zeit in Randers.