22.01.2017 15:07 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Neckarsulmer Derby-Niederlage gegen Nellingen: "Hammerharte Woche für uns"

Emir Hadzimuhamedovic Emir Hadzimuhamedovic
Quelle: Neckarsulmer SU
Nach drei schwachen Spielen kam die Sport-Union gegen Nellingen eigentlich wieder gut in das Spiel, lag zur Pause verdient mit vier Toren in Front und muss nach einer unerklärlichen zweiten Halbzeit am Ende trotzdem beim 22:26 als Verlierer vom Feld. Für beide Mannschaften ging es im Derby um ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf. Beide Punkte konnten am Samstagabend schließlich erstmals die Schwaben Hornets auf ihr Konto verbuchen, während Neckarsulm weiter auf den zweiten Heimsieg der Saison wartet.

"Ich bin ein bisschen platt, denn am Anfang waren wir völlig verunsichert. Außerdem mussten wir die ganze Woche darum kämpfen, dass Roxana Ioneac spielen kann. Nachdem wir 2:10 hinten lagen, haben es die Mädels super gemacht, deshalb verdienen sie meinen allergrößten Respekt. Wir haben diese Situation seit Wochen und Monaten und haben immer wieder gute Phasen gezeigt. Jetzt haben wir uns zusammengerauft, wollten in diesem Derby heute Spaß haben und am Ende ist uns der erste Sieg geglückt", ist Morgant erleichtert, dass sich seine Truppe endlich belohnt hat.

"Das war eine hammerharte Woche für uns. Wir haben uns viel vorgenommen und was die Mädels in der ersten Viertelstunde gezeigt haben, war sensationell. Danach haben wir den Faden verloren und waren verunsichert. Ich habe dann versucht, Impulse von der Bank zu geben und bis zur Pause mit vier Toren Vorsprung war auch noch alles in Ordnung. Die zweite Hälfte kann ich mir nicht erklären, denn da haben wir komplett den Faden verloren. Nach dem Ausgleich war es nur eine Frage der Zeit, wann wir umkippen. Gerade macht es keinen Spaß, denn wir haben eine richtig schwere Situation", versucht NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic die Niederlage zu begründen.

Mit einer stabilen Defensive und der super aufgelegten Melanie Herrmann im Tor begann die Sport-Union das Derby wie erhofft gut. Die Abwehr ließ den Nellingerinnen keine Chance und dadurch fand die Sport-Union auch in der Offensive wieder zur alten Stärke zurück. Über Alla Vojtiskova und Hannah Breitinger im Gegenstoß gelang der NSU ein Start nach Maß. Über das 5:1 von Vojtiskova setzte sich Neckarsulm bis Mitte der ersten Hälfte auf 10:2 ab und ließ in mehr als 15 Minuten nur zwei Gegentore zu. Doch dann kam völlig unerwartet ein kleines Zwischentief im Neckarsulmer Spiel. In der Offensive fanden die Abschlüsse nicht mehr den Weg ins Tor und Nellingen kam über Louisa Wolf und Annika Blanke auf 10:8 ran. NSU-Coach Emir Hadzimuhamedovic reagierte, nahm seine erste Auszeit und fand offenbar die richtigen Worte. Durch zwei Tore in Folge von Vojtiskova erkämpfte sich die Sport-Union den alten Vorsprung zurück und ging verdient mit einer 13:9-Führung in die Kabine.

Doch Neckarsulm kam völlig verändert aus der Pause und konnte nicht mehr an die Leistungen aus der ersten Hälfte anknüpfen. Von Minute zu Minute wirkte die Sport-Union immer verunsicherte und verlor das Spiel aus der Hand. Mit zwei Kreisläufern hielt die Sport-Union die Hornets beim 17:13 durch Hannah Breitinger zunächst noch auf Distanz, doch Nellingen kämpfte sich unermüdlich ran und witterte die Chance auf den möglichen ersten Bundesliga-Sieg. Über Annika Blanke und Louisa Wolf kam der TVN zum Ausgleich und Neckarsulm wankte stark. Mit überhasteten Abschlüssen verpasste die Sport-Union in Überzahl die Chance auf den trotzdem möglichen Heimsieg und Nellingen setzte sich durch die angeschlagene Roxana Ioneac erstmals auf zwei Tore ab. Hadzimuhamedovic versuchte mit dem 7. Feldspieler alles, doch Blanke und Jennifer Issifou verwerteten den doppelten Ballverlust der NSU zur Entscheidung in das leere Tor.

"Die Niederlage auf die Belastung von Oldenburg zurück zu schieben, wäre jetzt relativ einfach. Es war mit Sicherheit eine hammerharte Woche für uns. Aber das Körperliche heute hat meiner Meinung nach nicht das Spiel entschieden. Was in der zweiten Halbzeit passiert, ist kaum zu erklären. Dass wir so den Faden verlieren, so verunsichert wirken, hätte ich in diesem Ausmaß nach der ersten Hälfte mit Sicherheit nicht erwartet. Als der Gegner nach 45 Minuten den Ausgleich erzielte, war nur die Frage der Zeit, wann wir umkippen. Und leider haben wir es dann nicht geschafft durch die einfachsten Sachen, siehe die Überzahl, das Spiel zu entscheiden. Es macht euch keinen Spaß, es macht uns allen keinen Spaß. Wir haben noch 14 Spiele, werden den Kopf auf keinen Fall in den Sand stecken und versuchen, so schnell wie möglich wieder in die Erfolgsspur zu kommen", so Hadzimuahmedovic nach Spielende.

Für Neckarsulm war die 22:26-Niederlage im Derby erneut ein ganz bitterer Abend. Durch die ersten Bundesliga-Punkte rückt nun auch Nellingen näher an die Sport-Union ran. Im nächsten Heimspiel am kommenden Samstag gastiert dann mit Frisch Auf Göppingen die Überraschungsmannschaft der Saison in der Ballei. Spielbeginn ist am 28. Januar um 18:00 Uhr.

Neckarsulmer Sport-Union: Milenkovic (1/1 Parade), Herrmann (15/1), Rüttinger – Kalmbach, Hoffmann (4/1 Tore), Breitinger (6), Gerber (1), Fischer, Kaufmann, Tissekker, Daniels (2), Ahlin, Ineichen (2), Vlahovic, Galinska, Vojtiskova (7)

TV Nellingen: Grob, Bocka (1 Tor, 15 Paraden) – Schoeneberg, Wolf (8/4 Tore), Blanke (9/2), Tuc (1), Ioneac (1), Kolasinac, Winger, Namat, Schraml, Stuttfeld, Padutsch (6), Issifou, Stockhammer

Siebenmeter: Neckarsulm 3/1 – Nellingen 8/6
Zeitstrafen: Neckarsulm 2 – Nellingen 3
Zuschauer: 1.035