04.01.2017 21:38 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Spitzenreiter Bietigheim bringt Neckarsulm höchste Saisonniederlage bei

"In der zweiten Halbzeit waren es ein paar zu viele technische Fehler", aber insgesamt war Martin Albertsen zufrieden."In der zweiten Halbzeit waren es ein paar zu viele technische Fehler", aber insgesamt war Martin Albertsen zufrieden.
Quelle: Marco Wolf
1.400 Zuschauer erlebten in der ausverkauften Sporthalle am Viadukt von der ersten Minute an Einbahnstraßen-Handball. Die SG BBM Bietigheim hatte in eigener Halle schnell eine 8:0-Führung inne. Die Neckarsulmer Sport-Union schien vor Respekt erstarrt. Der Vorsprung wuchs immer mehr, bis er beim Halbzeitstand 19 Tore erreicht hatte. Danach konnte der Aufsteiger phasenweise eher überzeugen. Bietigheim verlegte sich darauf, auf Neckarsulmer Fehler zu warten. So kam ein 40:19 (26:7)-Sieg zustande. Die SG bleibt verlustpunktfrei und weist nun ein Torverhältnis von +129 auf. Malestein (11) und Hundahl (7) waren die besten SG-Werferinnen, für die NSU trafen Tissekker und Kalmbach je sechsmal.

Der SG BBM Bietigheim gelang gegen die Neckarsulmer Sport-Union in den ersten fünf Minuten ein 5:0-Blitzstart. Dabei nutzten die Gastgeberinnen Paraden von Tess Wester und technische Fehlern der Gäste zu schnellen Treffern. Die stark aufspielenden SG-Ladies blieben dabei zwar nicht fehlerfrei. Zwei weitere Angriffe verliefen torlos. Die solide Deckung sicherte die Führung aber immer wieder ab. Neckarsulm schien kein Konzept zu finden und verlor oftmals im Spielaufbau frühzeitig den Ball. Das Spiel fand eigentlich nur vor dem Neckarsulmer Tor statt, wobei sich Bietigheim meist freie Wurfchancen boten.

NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic sah sich daher zu einer frühen Auszeit gezwungen. Doch es folgten jedoch weitere technische Fehler. Erst beim 8:1 (10.) traf die NSU erstmals, Lena Hoffmann netzte ein. Neckarsulm schien sich zwar nach dem Erfolgserlebnis von Hoffmann mehr zuzutrauen und nahm die Zweikämpfe engagiert an, die SG konnte die Konzentration aber oben halten. Beim 12:3 (16.), Mille Hundahl hatte getroffen, betrug der Vorsprung erstmals neun Tore, und die Dänin setzte nach. Maura Visser, erneut Hundahl und Kim Naidzinavicius schraubten den Vorsprung anschließend auf 16:4 (22.).

Über 21:7 (28.) setzte sich Bietigheim in den zwei Minuten vor der Sirene noch auf 26:7 ab. Symptomatisch war der Treffer fünf Sekunden Ende, als Angela Malestein den Ball beim Anwurf stibitzte und alleine auf das Neckarsulmer Tor zu lief. Die Partie war längst entschieden. Dennoch folgte zu Beginn der zweiten Spielhälfte ein Aufbäumen der Gäste, die vor allem in der Deckung eher überzeugen konnten, aber auch im Angriff befreiter aufspielten. Isabel Tissekker ließ jedoch nach 42 Minuten das 29:12 von der Markierung am Pfosten hängen. Angela Malestein erzielte postwendend den 30. Treffer für die Hausherrinnen.

Die niederländische Flügelspielerin war mit sieben Treffern bislang, neben Mille Hundahl (6) die beste Werferin der SG BBM Bietigheim. Sie besorgte kurz darauf auch die erste 20-Tore-Führung. Mia Biltoft sorgte für das 34:12 (48.). Einmal mehr die Sport-Union in den Rückwärtsgang geraten. Der Konter von Selina Kalmbach zum 34:13 war noch einmal ein Lebenszeichen der Gäste, die in der Schlussphase, vor allem durch Kalmbach, ein wenig besser trafen. Mia Biltoft setzte schließlich zwei Minuten vor Schluss beim 40:17 den 40. Treffer. Zwei weitere Kalmbach-Treffer konnten die höchste Erstliga-Niederlage Neckarsulms, nach dem 18:35 in Buxtehude im Oktober, nicht mehr abwenden.

„Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Bietigheim hat unsere Fehler knallhart bestraft. Unsere zweite Halbzeit war dann in Ordnung“, ächzte Isabel Tissekker. „Bietigheim hat Handball zelebriert. Wir haben uns nicht versteckt und wollten das Tempo mitgehen, aber uns wurden knallhart die Grenzen aufgezeigt. Was wir dann in der zweiten Halbzeit spielen, in der Deckung schnell auf den Beinen, das hat uns am Leben gehalten. Das war gut. Mit der zweiten Halbzeit bin ich sehr zufrieden“, sagte NSU-Trainer Emir Hazimuhamedovic. „So eine erste Halbzeit, nach so wenigen Trainingseinheiten, ist wunderschön. Besser geht es nicht“, freute sich SG-Trainer Martin Albertsen. „Aber Neckarsulm ist eine gute Mannschaft, das haben wir im Spiel gegen Leipzig gesehen.“

Ergebnisse und Tabelle auf einen Blick

Mittwoch, 04.01.2017:
HC Leipzig        - VfL Oldenburg   24:36 (11:18)
SG BBM Bietigheim - Neckarsulmer SU 40:19 (26:7)

1.  SG BBM Bietigheim        10 10 0  0 +129 354:225  20:0
2.  Thüringer HC             10  9 0  1  +60 311:251  18:2
3.  TuS Metzingen            10  9 0  1  +59 302:243  18:2
4.  Buxtehuder SV            10  7 0  3  +34 313:279  14:6
5.  Frisch Auf Göppingen     10  5 2  3   +4 294:290  12:8
6.  VfL Oldenburg            10  5 1  4   +9 278:269  11:9
7.  Borussia Dortmund        10  4 3  3   +5 229:224  11:9
8.  HC Leipzig               10  4 2  4  +15 289:274 10:10
9.  Bayer 04 Leverkusen      10  4 0  6  -15 246:261  8:12
10. Neckarsulmer SU          10  3 0  7  -51 236:287  6:14
11. HSG Bad Wildungen Vipers 10  2 2  6  -59 248:307  6:14
12. SVG Celle                10  2 0  8  -69 230:299  4:16
13. HSG Blomberg-Lippe       10  1 0  9  -41 249:290  2:18
14. TV Nellingen             10  0 0 10  -80 231:311  0:20

Nächste Spiele:

Samstag, 07.01.2017:
HSG Bad Wildungen Vipers - HSG Blomberg-Lippe 19.00
SVG Celle                - Thüringer HC       19.30
Sonntag, 08.01.2017:
Borussia Dortmund        - Buxtehuder SV      15.00