14.12.2016 08:04 Uhr - Europameisterschaft - fcb

Clara Woltering: "Wäre froh, nach der Hauptrunde noch ein Spiel mehr zu bekommen"

Clara Woltering nahm sich am gestrigen Ruhetag Zeit für ein ausführliches InterviewClara Woltering nahm sich am gestrigen Ruhetag Zeit für ein ausführliches Interview
Quelle: sportseye.de
"Die Kaffeemaschine war heute Morgen kaputt", ist eines der wenigen negativen Dinge, die Clara Woltering im bisherigen Verlauf der Europameisterschaft in Schweden nicht gefallen haben. Die 33 Jahre alte Routinierin strahlt auch im Gespräch im Teamhotel eine große Ruhe aus. Zuhause sei "alles in Ordnung", sodass die Ablenkung von der eigentlichen Aufgabe in Maßen bleibe, berichtet die in Dortmund spielende Torhüterin, eine der großen Stützen des Teams. "Jeder wird gebraucht und jeder weiß um seine Rolle. Es macht richtig Spaß und dementsprechend wäre ich sehr froh, wenn wir nach der Hauptrunde noch ein Spiel mehr kriegen würden", blickt Woltering mit Vorfreude auf das Spiel gegen Schweden.

Ihr seid seit dem 21. November zusammen. Nun habt ihr vor dem Spiel gegen Schweden, bis auf eine Besprechung abends, einen kompletten Ruhetag. Ist das etwas Besonderes?

Clara Woltering:
Ja, klar. Wie du schon sagst: Das hatten wir jetzt die ganze Zeit nicht. Aber wir können diesen Ruhetag gut gebrauchen, auch, um einfach mal an etwas anderes zu denken. Aber heute Abend, wenn wir dann unsere Besprechung haben, sind wir, denke ich, auch wieder voll fokussiert auf das das Thema, weswegen wir eigentlich hier sind.

Wie nutzt Du den Ruhetag?

Clara Woltering:
Das hängt natürlich immer davon ab, wie und wo man gerade untergebracht ist. Hier in Göteborg haben wir ganz gute Möglichkeiten mal rauszugehen an die frische Luft. Frische Luft ist ganz wichtig, finde ich. Wir werden einfach ein bisschen in der Stadt herumschlendern. Aber auch nicht zu lange. Das ist dann auch schon wieder zu anstrengend (schmunzelt).

Denkt man am Ruhetag auch mal an zuhause? Du hast mit deinen Eltern einen Bauernhof. Andere Sportler haben ja schon Probleme, für diesen Vier-Wochen-Zeitraum ihre Katze irgendwo unterzubringen… Wie handhabst du das?

Clara Woltering:
Es ist schon eine gewisse Organisation im Vorfeld nötig. Ich bin sehr dankbar dafür, dass meine Eltern das alles abpuffern und übernehmen. Darauf darf ich bauen und da muss ich mir dann auch nicht so viele Gedanken machen, weil sie letztlich noch mehr Berufserfahrung haben als ich (schmunzelt).

Die Tiere sind alle gut aufgehoben. Klar habe ich aber natürlich zum Beispiel gestern Abend zuhause angerufen und nachgefragt, ob alles in Ordnung ist. Es ist alles in Ordnung. Daher brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Es ist schön, wenn man von der Familie so unterstützt wird.

Zum eigentlichen Turnier: Ihr zeichnet euch hier durch ein sehr großes Teamplay aus, das man auch bei der Aufholjagd gegen Spanien wieder gesehen hat. Ich erinnere mich an die WM 2007 in Frankreich (die DHB-Auswahl trotzte damals Rumänien nach Verlängerung Rang drei ab, Anm. d. Red.), als der Teamgedanke ähnlich gelebt wurde. Erinnerst du dich an Momente in der Nationalmannschaft, in denen es im Team ähnlich gut gepasst hat, wie derzeit? Du äußerst dich ja in den vergangenen Wochen regelmäßig positiv darüber…

Clara Woltering:
Es ist ja nicht nur, dass man das sagt. Man spürt das wirklich und wir leben es! (Überlegt kurz) Manchmal kann man das ja gar nicht so ausmachen, wie die Stimmung tatsächlich ist. Oder man hat das Gefühl, dass man ein Team ist, und vielleicht stimmt das dann gar nicht. Ich kann nur immer wieder betonen, wie viel Spaß wir zusammen haben, dass wirklich zusammen einstehen für das, was wir hier machen.

Das sieht man glaube ich auch an den Emotionen auf der Bank und im Drumherum. Ich muss sagen: Es ist toll, was wir uns erarbeitet haben als Mannschaft, vom Team Spirit her. Das ist, denke ich, auch ganz wichtig, weil so ein Turnier ja unheimlich lange geht. Jeder wird gebraucht und jeder weiß um seine Rolle. Es macht richtig Spaß und dementsprechend wäre ich sehr froh, wenn wir nach der Hauptrunde noch ein Spiel mehr kriegen würden!

Ihr habt jetzt ein entscheidendes Spiel gegen Schweden. Gegen sie habt ihr in der Vorbereitung zweimal gespielt. Welche Fortschritte habt ihr seither gemacht?

Clara Woltering:
Ich glaube schon, dass wir immer wieder Schritte nach vorne gemacht haben. Ich denke, dass wir in dem System, das wir spielen, immer wieder einen Schritt nach vorne gekommen sind. Wir sind auch von der Abwehr stabiler geworden. Im Angriff konnten wir auch schon eine gewisse Durchschlagskraft zeigen. Jetzt müssen wir dort ansetzen, denn gegen Schweden hier zuhause ist es für die Schwedinnen natürlich auch etwas ganz Besonderes. Die wollen natürlich auch weiterkommen. Daher wird da ein ganz großer Kampf auf uns warten.

Die Vermutung ist wohl nicht ganz falsch, dass du dich darauf freust, gegen Schweden vor ein paar Tausend Zuschauern aufzulaufen ...

Clara Woltering:
Ich glaube, darauf freut sich jeder. Die meisten von uns haben das Spiel Frankreich gegen Schweden am Fernseher verfolgt. Da sieht man ja noch mehr, als wenn man in der Arena sitzt. Da ist ja die Stimmung auch schon gut rübergekommen. Wenn man dann in der Halle ist, ist das aber noch einmal etwas ganz anderes und Besonderes. Ich freue mich darauf, vor so einer Kulisse zu spielen. Die schwedischen Fans sind ja auch nicht irgendwie unsportlich. Wir gehen optimistisch in dieses Spiel und freuen uns auf die Atmosphäre.

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