13.12.2016 18:53 Uhr - Europameisterschaft - fcb

"Ihnen unser Tempo aufgezwungen" - Jasmina Jankovic im Interview

Jasmina Jankovic spielt in der Bundesliga für MetzingenJasmina Jankovic spielt in der Bundesliga für Metzingen
Quelle: Gunar Fritzsche
Nach der Niederlage gegen Deutschland waren die Niederlande unter Zugzwang, Siege gegen Polen und Frankreich folgten und seit auf das 33:30 gegen Gastgeber Schweden gestern nicht nur ein eigener Sieg gegen Serbien sondern auch noch ein Punktverlust des DHB-Teams folgte, sitzen die Niederländerinnen wieder auf dem Fahrersitz - mit einem Erfolg im abschließenden Spiel gegen Spanien kann das Ticket in das Halbfinale der Europameisterschaft aus eigener Kraft gelöst werden. Von diesem Weg wollen sich Jasmina Jankovic und ihre Mitspielerinnen nicht mehr abbringen lassen.

Jasmina Jankovic, die niederländische Deckung hat in der ersten Halbzeit Serbiens Kristina Liscevic "abgekocht". Sie hatte null Treffer bei fünf Versuchen. Welchen Effekt hatte das auf euer Spiel?

Jasmina Jankovic:
In der Vorbereitung auf das Spiel haben wir uns sehr auf Kristina Liscevic fokussiert. Leider haben wir dann zunächst die Rückraumlinke sehr oft zum Torwurf kommen lassen. Das war teilweise schmerzhaft. Aber wenn man Liscevic im Griff hat, dann kommt Serbien nicht so richtig ins Spiel. Das hat uns bis zum Ende gut geholfen. In der zweiten Halbzeit kann ich mich gar nicht daran erinnern, dass Liscevic noch einmal aufs Feld kam.

Serbien ist dennoch einige Male aufgekommen. Wieso habt ihr es dennoch geschafft, sie niederzuhalten?

Jasmina Jankovic:
Ich habe mich gerade mit der serbischen Torhüterin unterhalten. Sie hat es auch so gesehen, dass wir ihnen unser Tempo aufgezwungen haben. Sie haben in der zweiten Halbzeit gut gespielt, aber eben nur, wenn sie Sechs gegen Sechs spielen konnten. Aber temporeich aufzuspielen, das ist nicht ihr Ding, im fünften EM-Spiel. Wir haben hingegen genügend Substanz.

Du hast gegen Serbien auch mal ein bisschen länger gespielt. Wie bist du zufrieden?

Jasmina Jankovic:
Ich habe mich darüber gefreut. Wenn Tess Wester so gut hält, ist es mir natürlich mehr als logisch, dass ich die meiste Zeit auf der Bank sitze. Hauptsache, wir gewinnen! Aber ich habe mich gefreut, dass ich rein durfte und dass ich mal ein paar Bälle halten kann. Das ist mir auch wichtig.

War es stimulierend für euch, dass das erste Spiel, Spanien gegen Deutschland, unentschieden ausgegangen ist?

Jasmina Jankovic:
Absolut! Wir haben das Spiel angeschaut und haben auch ein bisschen gejubelt, als es unentschieden ausging. Wir wussten, dass irgendjemand Punkte liegen lassen muss, damit wir weiterkommen. Wir haben uns über dieses Ergebnis gefreut. So ist das eben im Sport: Für die einen ist es ein schlechtes Ergebnis, für die anderen heißt es „Weiterkommen“.