11.12.2016 15:28 Uhr - Europameisterschaft - red

Nach Blauer Karte - EHF entscheidet: Keine Sperre gegen Visser

Maura VisserMaura Visser
Quelle: sportseye.de
Die niederländische Rückraumspielerin Maura Visser bekam gestern im Spiel gegen Schweden die erste Blaue Karte einer Europameisterschaft - für eine eher ungewöhnliche Situation. Dass sah auch die Disziplinarkommission der EHF so, die keine Strafe gegen Visser aussprach.

Visser hoffte nach der blauen Karte - die zur Verdeutlichung einer "Roten Karte mit Bericht" und einer automatischen Sperre seit der Regeländerung gezogen werden kann - darauf, dass es keine Sperre für sie geben würde. „Ich weiß nicht, ob der Verband etwas für mich tun kann. Sie werden es vermutlich versuchen. Wir werden sehen, ob ich im nächsten Spiel auflaufen darf“, so Visser (wir berichteten).

Die EHF-Kommission hat entschieden, dass es gegenüber Maura Visser keine weiteren Sanktionen über die unmittelbare Disqualifikation im Spiel hinaus geben wird. Die Disqualifikation unter den spezifisch-gegebenen Umständen sei ausreichend. Damit ist sie im Hauptrundenspiel der Niederländerinnen gegen Serbien spielberechtigt.

"Ich kann nur beschreiben, wie ich die Situation erlebt habe: Der Ball springt aus dem Torraum, ich bekomme ihn zu fassen und möchte ein Tor erzielen. Die Torhüterin geht in die kurze Ecke. Ich treffe sie natürlich im Gesicht, aber sie steht nicht", erklärt Visser im Nachgang der Partie und betont: "Ich habe so eine Entscheidung noch niemals gesehen."

Rote Karte für Kopftreffer werden üblicherweise nur aus sogenannten Standardsituationen vergeben - sei es bei einem Siebenmeter oder direkt ausgeführten Freiwurf. Nach Meinung der kroatischen Schiedsrichter war Vissers Aktion gegen Bundsen gemäß dem Regelwerk "besonders rücksichtslos oder besonders gefährlich" (8.6a).

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