25.11.2016 12:14 Uhr - Europameisterschaft - Christian Stein

"Ganz neuer Input für alle Spielerinnen": Drei Fragen an ... Anna Loerper

Anna LoerperAnna Loerper
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Mit 219 Länderspielen ist Anna Loerper die erfahrenste Spielerin im aktuellen Kader von Michael Biegler. Die Spielmacherin der TuS Metzingen spricht mit handball-world.com über die Veränderungen bei den DHB-Ladies unter dem neuen Bundestrainer, über den letzten Testspielgegner Schweden und die Vorrunde bei der Europameisterschaft.

Was sind die großen Veränderungen nach dem Wechsel zu Michael Biegler?

Anna Loerper:
Eine Veränderung ist, dass die Trainingsintensität beim Lehrgang erhöht wurde. Das waren wir in der Form nicht gewohnt dreimal am Tag in der Halle zu stehen. Auch die athletischen Inhalte, die wir nun beim Lehrgang hier in Leverkusen machen, das ist ein ganz neuer Input für alle Spielerinnen. Die Cross-Läufe, die Michael gerne macht, das gibt einen guten Input. Natürlich ist auch die Mannschaft etwas verändert, das ist aber bei einem neuen Trainer häufiger der Fall. Und ein Stück weit ist auch die Kommunikationsweise eine andere. Persönliche Gespräche mit ihm sind häufiger und intensiver und das gibt uns auch allen ein besseres Gefühl. Er ist sehr präsent und es uns einfacher macht ein Feedback zu geben zu einzelnen Spielen oder Trainingseinheiten und uns wirklich unterstützend zur Seite steht. Und natürlich kriegt er auch so den besten Eindruck von den Spielerinnen.

Was erwartet Deutschland gegen Schweden?

Anna Loerper:
Wir können uns auf zwei sehr attraktive Spiele freuen. Schweden hat als Ausrichter noch einmal mehr investiert als alle anderen, um dann auch auf Top-Niveau zu sein. Es sind jetzt die beiden letzten Testspiele gegen uns. Es ist ein wirklich guter Gradmesser, auch für uns. Schweden hat sehr gute individuell sehr gute Spielerinnen wie Bella Gullden und Nathalie Hagman, aber ich finde, dass sie einfach einen schönen skandinavischen Handball spielen. Eine harte Deckungsarbeit, wie man das von den Schweden gewohnt ist, aber der Ball läuft im Angriff auch sehr gut. Für uns sind das zwei sehr gute Spiele, um uns auf die EM vorzubereiten.

Wie beurteilst du die Gegner bei der anstehenden Europameisterschaft?

Anna Loerper:
Die Niederland hat Spielerinnen, die wir alle gut aus der Bundesliga kennen, außer Nycke Groot und Yvette Broch aus Györ spielen sehr viele in Deutschland. Die kennen wir und wissen um ihre Stärken und Schwächen. Aber umgekehrt ist es ja genauso. Sie haben natürlich in der jüngeren Vergangenheit wahnsinnige Erfolge gefeiert. Nach dem Trainerumbruch werden sie sich aber auch noch einmal neu ausrichten.

Wir haben noch Rechnungen mit Frankreich offen. Sie haben Weltklasse-Spielerinnen wie Allison Pineau, Amandine Leynaud oder Alexandra Lacrabere. Es ist ein sehr unangenehmer Gegner. Aber wir müssen uns auf uns konzentrieren und konstanter in unserem Spiel werden. Wenn wir keine großen Schwankungen mehr in unserem Spiel haben, dann könnte das der Schlüssel sein, um solche Spiele auch für uns zu entscheiden.

Bei Polen kann ich mir vorstellen, dass Leszek Krowicki "Oldenburger Handball" spielen lassen wird. Er hat eine sehr junge Mannschaft nominiert und viele Spielerinnen ausgetauscht. Viel frisches Blut reingeholt. Sie werden sich auch erst finden müssen. Polen ist für mich das Überrschungspaket, man weiß nicht, was man von der Mannschaft erwarten kann. Der Rückraum wird sehr stark sein, aber durch den Trainerwechsel und die Nominierungen kann man noch nicht absehen, in welche Richtung das geht.