28.01.2007 20:20 Uhr - 2. Bundesliga Süd - H. Putz

Riesa ohne Chance – Piranhas siegen erneut

Doreen Geheb siegte mit dem SC MarkranstädtDoreen Geheb siegte mit dem SC Markranstädt
Quelle: sportseye.de
Der 16. Spieltag in der zweiten  Handballbundesliga Frauen war für die Elbehexen ein ganz schwarzer. Für die Gäste aus Riesa gab es neben dem frühzeitigen Rücktritt ihres Trainer Steffen Wohlrab unter der Woche gleich am darauf folgenden Wochenende die nächste Packung. Das Team von Interimstrainerin Angela Wohlrab verlor vor 500 Zuschauern in der Markranstädter Stadthalle gegen die Piranhas deutlich mit 37:28 (17:11) und bleibt Tabellenschlusslicht. In einem Spiel zweiter Mannschaften, deren  Zielsetzungen nicht unterschiedlicher sein könnten, setzte sich die Bones-Truppe, die immer noch den Aufstieg  in die erste Bundesliga vor Augen hat, gleich zu Beginn der ersten Hälfte ab und kontrollierte das Spiel bis zum Ende. Beste Werferinnen des Abends waren Jurate Kiskyte (9) und Carolin Büchl (11).

Die Damen vom SC Riesa stellen zurzeit den schwächsten Angriff der Liga, womit die Favoritenrolle auf den Schultern der Markranstädterinnen lag. Dass dies nichts Neues ist, wissen Fans und Spielerinnen schon lange, damit umgehen können sie trotzdem. Nachdem Uta Bones die Piranhas in Führung brachte, glich Carolin Büchl im Gegenzug aus. Bis zum Stand von 3:3 hielten die Gäste das Spiel ausgeglichen, ehe sich die individuell überlegenen Piranhas absetzen konnten. Anika Ludwig, Jurate Kiskyte und Nadine Pierskalla erhöhten bis zur 15. Minute auf 10:5. Gästetrainerin Angela Wohlrab reagierte und zog die Grüne Karte. Aber auch nach der Auszeit schaffte ihr Team es nicht, aus einem strukturierten Rückraum leichte Tore zu erzielen. Viele halbherzige Würfe parierte SCM-Torfrau Julia Schulz und leitete mit langen Bällen den Konter ein, der fast immer sein Ziel im gegnerischen Kasten fand.

Obwohl die Markranstädterinnen nicht ihr volles spielerisches Potential abrufen konnten, hielt sich der Vorsprung bis zur 20. Minute. Leichte Ballverluste brachten die Elbehexen jedoch wieder ins Spiel, sodass Katharina Leib und Emi Uchibayashi auf drei Tore verkürzen konnten. Danach fingen sich die Schützlinge von Trainer Rüdiger Bones wieder und vergrößerten den Vorsprung erneut. Doreen Geheb löste als zweite Kreisläuferin häufig an den Kreis auf und stellte die Sperren für den Rückraum, die entweder selbst den Abschluss suchten oder die beiden Kreisläuferinnen mit Pässen bedienten. Die Taktik trug Früchte, der Halbzeitstand von 17:11 für die Hausdamen durchaus verdient.

Hielt Angela Wohlrab an ihrer Startsieben fest, wechselte Bones gleich dreimal. Mit Anja Machulla und Annika Hermenau (Rückraum) und Torfrau Kathleen Tiesler brachte der 48-jährige drei neue Kräfte, um das Spiel seiner Piranhas in Schwung zu halten. Im Angriff hatte dies auch Erfolg. Die Tore fielen fast wie am Fließband und von jeder Position. Die Gegenwehr der Gäste war teilweise nicht vorhanden.

Doch auch die Markranstädterinnen leisteten sich in der Abwehr zu viele Fehler, die zu leichten Gegentoren führten. Trotzdem wuchs der Vorsprung bis auf zwölf Treffer (31:19) an. Beide den Elbehexen konnte lediglich Carolin Bücherl, an diesem Abend mit 11 Treffern erfolgreichste Werferin, spielerische Akzente setzen. Zwischen der 48. – und 55 Minute traf die 22- Jährige gleich fünf Mal und verkürzte auf „Neun“ (34:25).  Am Ende hielten die Hausdamen jedoch den 37:28 Erfolg fest in ihren Händen und bleiben auf dem zweiten Tabellenplatz. Mitkonkurrent TuS Weibern strauchelte derweilen in Nellingen (31:29) und fiel vorerst auf den fünften Rang zurück.

Stimmen zum Spiel:

Angela Wohlrab: „Das Ergebnis ist in der Form gerechtfertigt. Wir haben zu viele Fehler gemacht und unsere schlechte Wurfquote da war nicht hilfreich. Wir müssen gegen andere Gegner gewinnen, wenn wir die Klasse halten wollten. Wir kämpfen jedenfalls noch weiter. Theoretisch ist noch alles mögliches.“

Rüdiger Bones: „Mit den zwei Punkten bin ich erstmal  zufrieden. Auch wie wir in der ersten Hälfte gespielt haben, war noch OK. Elf Gegentore in einer Halbzeit sind nicht viel. In der zweiten Hälfte haben aber zu viele Fehler gemacht, die einfach nicht sein müssen.“