09.11.2016 21:36 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Bietigheim nach 25:24 über Metzingen einziges verlustpunktfreies Team

Susann Müller traf elfmalSusann Müller traf elfmal
Quelle: Peer Weiß-Fudisch
"Ich erwarte ein spannendes, hitziges und sehr hochklassiges Spiel, das beide Mannschaften unbedingt gewinnen wollen", hatte Isabell Roch auf das Derby gegen die TuS Metzingen geblickt. Den Gästen gelang dabei ein 1:4-Start. Danach konnte sich die SG BBM besser aus der Metzinger Umklammerung. Nach der 10. Spielminute entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem die „Pink Ladies“ zunächst die besseren Antworten fanden. Nach dem 11:12-Pausenstand übernahm dann Bietigheim die Vorlage. In einem umkämpften Finish gelangen Susann Müller die entscheidenden Treffer zum Bietigheimer 25:24-Sieg in der mit 1.400 Zuschauern ausverkauften Sporthalle am Viadukt. Die besten Akteurinnen waren BBM-Werferin Susann Müller (11) und TuS-Torhüterin Jasmina Jankovic (13 Paraden).

Ballverluste auf beiden Seiten und zwei Paraden von Jasmina Jankovic prägten die nervös geführten ersten drei Spielminuten. Metzingens Katharina Beddies übertrat bei der Möglichkeit auf 0:2 zu stellen, sodass Nina Müller ausgleichen konnte. Eine Finte von Anna Loerper nutzte Beddies danach zum 1:3-Treffer (6.), Marlene Zapf legte im Gegenstoß nach. Metzingen stellte eine solide Deckung, hinter der Jankovic bald ihre vierte Parade notieren ließ und konnte Bietigheim über die erste und zweite Welle überraschen. Metzingen spielte betont ruhig auf, verpasste aber das 1:5. Die SG BBM schien sich derweil frühzeitig in eigenen Fehlern und Diskussionen zu verstricken.

Nach zehn Spielminuten kam Bietigheim in Überzahl ins Spiel. Susann Müller netzte aus vollem Lauf zum 2:4. Zuvor hatte Valentyna Salamakha zweimal pariert. Nina Müller mit zwei Treffern und Maura Visser, nach einem technischen Fehler der Gäste, führten die SG BBM beim 5:6 (13.) zum Anschlusstreffer. Einen weiteren Metzinger Fehlwurf konnten die Gastgeberinnen jedoch anschließend nicht nutzen, auch weil Anna Loerper sich gegen Susann Müller bissig zeigte und überhastet abgeschlossen wurde. Auf beiden Seiten geschahen zahlreiche Fehler im Abschluss. Nach 16 Minuten hatte Martin Albertsen beim Stand von 5:8 genug gesehen und legte die erste Auszeit.

Die SG war nach der Besprechung aber im Rückzugsverhalten und in der Deckung wachsamer und konnten dadurch leichte Ballgewinne und schnelle Treffer verzeichnen. Somit hatte TusSies-Trainer Csaba Konkoly Redebedarf. Stina Karlsson übernahm für Anna Loerper. Nina Müller fischte kurz darauf den Ball aus der Luft und Kim Naidzinavicius stellte auf 7:8 (21.). Bietigheim stand nun aggressiver, vor allem Nina Müller konnte Fehler provozieren. Zudem bewegte sich Susann Müller besser und entwischte ihren Bewacherinnen mehrmals. Da Metzingen ebenfalls aggressiv blieb, war es nun ein umkämpftes, Schweiß treibendes Derby. Beddies stellte in Unterzahl auf 10:12 (29.).

Zur Pause hieß es aus Sicht der SG BBM Bietigheim 11:12. Valentyna Salamakha hatte inzwischen mit Jasmina Jankovic nach Paraden, je fünf, gleichgezogen hatte. Dennoch entschied sich Martin Albertsen für einen Wechsel zwischen den Pfosten und brachte Tess Wester zum niederländischen Duell. Die Hausherrinnen starteten unter den Augen von Bundestrainer Michael Biegler voller Elan und gingen nach Treffern von Müller, Visser und Lauenroth mit 14:12 in Vorlage. Bietigheim hatte das Tempo deutlich verschärft. Susann Müller verpasste dann, nach der zweiten Zeitstrafe gegen Metzingens Marija Obradovic, gegen Jankovic den 17:14-Treffer. Loerper hielt die TusSies im Spiel.

Martin Albertsen legte nach 38 Minuten beim Stand von 16:15 zum zweiten Mal die Grüne Karte. Seinem Team war es trotz eines Blitzstarts in die zweite Spielhälfte nicht gelungen, das Spiel vollends an sich zu reißen. Auch jetzt nicht: Metzingens Beddies erkämpfte gegen Mille Hundahl den Ball. Bietigheim stellte auf eine extrem offensive spanische 6:0-Variante um. Julia Behnke erkämpfte einen Strafwurf, den Anna Loerper zum Ausgleich nutzte. Dann drohte BBM-Spielmacherin Maura Visser auszufallen, die unbedrängt ausrutschte und sich dabei das Knie verdrehte und Anna Loerper netzte ins verwaiste Tor zum 16:17. Julia Behnke ließ sich beim 16:18 von den Gästefans feiern.

Bietigheim zeigte Flagge, die TusSies verpassten das 16:19. Jacqueline Anastacio übernahm kurzzeitig die Spielsteuerung, ehe Kim Naidzinavicius zurückkehrte. Tess Wester narrte Anna Loerper beim Siebenmeter, und Kim Naidzinavicius stellte beim 19:19 (46.) alles auf Null. Kurz darauf kehrte Maura Visser aufs Feld zurück, psychologisch wichtig für die Gastgeberinnen, die danach eine sehr kompakte Deckung stellten. Bietigheim hatte zwar im Angriff ähnlich große Probleme wie Metzingen, da Jasmina Jankovic nach 50 Minuten schon zwölfmal pariert hatte, schaffte aber Durchbrüche. Die Gäste hatten derweil oftmals Glück bei Abprallern, und sie konnten die Linie der Unparteiischen besser lesen.

Julia Behnke verwandelte nach 54 Minuten einen Abpraller zur 22:23-Vorlage und entriss Bietigheim damit die zwischenzeitliche Führung. Auf der Tribüne und an der Seitenlinie machte sich bei den Gastgebern inzwischen Unmut über die Schiedsrichter breit, die einige Entscheidungen, wie Schrittfehler oder Ballführen, nicht fällten. Metzingen zeigte Nerven, traf sechs Minuten lang nicht. BBM-Werferin Susann Müller behielt kühlen Kopf. Kurz vor Schluss lag die SG mit 24:23 vorne. Müller führte mit ihrem dritten Treffer in Serie bei Unterzahl die 25:23-Vorentscheidung herbei. Luca Szekerczes verkürzte von der Markierung noch auf 25:24. 40 Sekunden verblieben, 13 nach einem Foul an Luisa Schulze. Bietigheim blieb in Ballbesitz und ging als Sieger vom Feld.