26.10.2016 13:29 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

"Haben immer größere Schritte nach vorne gemacht" - Drei Fragen an... Jasmina Jankovic

Jasmina JankovicJasmina Jankovic
Quelle: Gunar Fritzsche
Seit 2014 spielt Jasmina Jankovic beim TuS Metzingen. Zuvor war sie bereits beim SVG Celle, dem Buxtehuder SV und bei Frisch Auf Göppingen in der deutschen Bundesliga aktiv. Ihr Debüt in der niederländischen Nationalmannschaft gab sie bereits am 25. November 2005 gegen Deutschland. Seitdem steht sie im Aufgebot der Niederlande und wurde mit dem Nationalteam den Vizeweltmeisterin und Olympiavierte. In diesem Jahr gab es nun einen Wechsel auf der Trainerbank bei den Niederländerinnen. Helle Thomsen übernahm das Amt von Henk Groener. Mit handball-world.com sprach Jankovic über ihre Zeit unter Groener, die ersten Trainingseinheiten mit Helle Thomsen und die Vorrunden-Gegner bei der EM in Schweden...

Seit einigen Wochen ist die Ära von Henk Groener als niederländischer Nationaltrainer beendet. Er war seit 2009 im Amt. Wie hat sich der niederländische Frauenhandball in dieser Zeit verändert?

Jasmina Jankovic:
Wir haben in der Zeit mit Henk Groener und Peter Portengen über die Jahre hinweg allmählich immer größere Schritte nach vorne gemacht. Wir haben uns von Jahr zu Jahr und von Turnier zu Turnier als Mannschaft immer gesteigert. Henk legt absoluten Wert darauf, dass die Spielerinnen individuell in Form und fit sind, wenn es zu den Turnieren geht. Dabei war eine schöne Seite an seiner Art, dass er viel Freiraum für die eigene spielerische Kreativität lässt. Das lässt dich als Spielerin/Torhüterin noch mehr wachsen, denn du musst auch die Verantwortung übernehmen für bestimmte Situationen. Gut war, dass wir in den letzten Jahren auch größtenteils mit einem festen Kader gespielt haben. Somit sind wir in einer sehr, sehr jungen Mannschaft zusammen gewachsen und haben uns über die letzten paar Jahre immer besser eingespielt. Unser Tempospiel ist zu unserem Markenzeichen geworden.

Die ersten Einheiten mit Helle Thomsen haben vor kurzem stattgefunden. Henk Groener und Helle Thomsen wirken von außen betrachtet sehr unterschiedlich, taktisch sind beide sehr versiert. Kannst du einen kleinen Einblick in dieses erste Trainingslager geben?

Jasmina Jankovic:
Henk und Helle sind zwei verschiedene Charaktere, Henk eher der Ruhigere, der alles beobachtet. In den Trainingseinheiten nimmt er "Time-outs", um dann zu erklären, wie er die Übung haben will, anstatt von der Seite etwas reinzurufen. Helle ist eher die Energetische, die sofort auf dich zukommt und sagt, wie sie etwas sieht. Sie schaut sich die Übungen immer von verschiedenen Ecken und Perspektiven aus an, damit sie alles im Überblick behält. Beide sind aber auch sehr spezifisch darin, wie sie Handball sehen und sehr engagiert.

Dieser Lehrgang war aber viel zu kurz, um einander wirklich gut kennen zu lernen, Henk kenne ich seit ich 14 Jahre alt bin und eben aus der A-Mannschaft. Mit Helle haben wir vor allem darüber gesprochen, wie wir die nächste Zeit bis zur EM in Schweden gestalten möchten. Dabei wurde hart trainiert. Helle konnte hier und da ihre Änderungen schon einsetzen und üben.

Natürlich haben uns ein paar Stammspielerinnen gefehlt: Yvette Broch, Ailly Luciano, Estavana Polman, Nycke Groot von den Stammspielern. Außerdem Kreisläuferin Esther Schop und Außen Sanne Hoekstra. Daher kann das "echte" Arbeiten erst Ende November anfangen, wenn der Kader wieder komplett zusammen kommt.

Ihr seid zuletzt Vizeweltmeister und Olympiavierter geworden, also in der Weltspitze zu verorten. Bei der EM trefft ihr in der Vorrunde auf Frankreich, Deutschland und Polen, drei starke Gegner. Deutschland und Polen haben zudem neue Trainer. Mit welchen Erwartungen blickst du Richtung Schweden?

Jasmina Jankovic:
Wir haben den Lehrgang im Oktober vor allem dazu genutzt, die Zeit vor und während Olympia zu analysieren und zu besprechen. Jetzt kommt die Zeit, um nach vorne zu blicken Richtung EM. In knapp einem Monat treffen wir uns und bis dahin soll jeder für sich daran arbeiten, den Lehrgang so fit wie möglich zu beginnen.

Frankreich haben wir in den letzten zwei Jahre sehr oft getroffen, eine Mannschaft die sehr unangenehm sein kann. Das gilt aber genauso für Deutschland und Polen mit ihren Trainern. Ich erwarte, dass sie auch mit einer neuen Energie und eventuell neuen Spielweisen am Turnier teilnehmen werden, anders als wir das von ihnen gewohnt sind.

Wir schauen aber auf unsere eigenen Stärken und wollen immer alles gewinnen. Das heißt "volle Konzentration" und dass wir uns auf diese Mannschaften gut vorbereiten werden. Wirklich individuell auf die Gegner eingehen werden wir ab Ende November, wenn wir wieder zusammenkommen.