25.10.2016 14:03 Uhr - 1. Bundesliga - PM Leverkusen

Robin Sanders: Wie der Athletiktrainer der Elfen sich in Amerika inspirieren ließ

Es waren zwei Stationen, die Robin Sanders‘ Leben besonders geprägt haben: zum einen der Entschluss, 2009 den Bachelor "Sport und Leistung" und anschließend den Master "Exercise, Science and Coaching" an der Deutschen Sporthochschule Köln zu studieren, zum anderen das Pflichtpraktikum im Master, welches der gebürtige Langenfelder Ende 2013 in einem Athletikcenter nahe Boston absolvierte, bevor es ihn als Kraft- und Athletiktrainer in die erste Bundeliga zu den Leverkusener Werkselfen zog.

Bei "Athletic Evolution" in Boston kam der selbstständige Trainer, der in seiner Freizeit gerne Boardsportarten nachgeht und Motorrad fährt, erstmalig mit zielgerichtetem Athletiktraining für jede Altersklasse in Berührung. "Neben dem normalen Training haben die Athleten drei Mal pro Woche für zwei Stunden Extraschichten eingelegt, privat bezahlt und dabei wortwörtlich bis zum Kotzen trainiert", zeigt sich Sanders sehr beeindruckt hinsichtlich der Trainingseinstellung der amerikanischen Sportler. Was dem heute 30-Jährigen diesbezüglich sehr eindrucksvoll in Erinnerung geblieben ist, sei ein Zettel, der an den Toiletten unmittelbar neben der Trainingsfläche hing. "Dort stand drauf: ‚If you throw up, clean up, bring the bag out and get back to training", erklärt Sanders. Der Zettel habe dort nicht umsonst gehangen, mehrfach pro Woche, fast täglich, "hat jemand so hart trainiert, dass er oder sie den Müllbeutel rausbringen musste. Abgebrochen hat das Training deshalb aber niemand."

Zweimal wöchentlich hat Robin Sanders in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit mit den Elfen trainiert. "Wir haben zwei intensive Einheiten pro Woche im Kraftraum absolviert", gibt der Sportbegeisterte zu. Nach der ersten volumenorientierten Phase, in der grundlegende und allgemeine Kraftübungen im Fokus standen, habe er mit den Rheinländerinnen in einem zweiten Schritt bis zum Abschluss des Trainingslagers sportartspezifischere Übungen durchgeführt, die Trainingsintensität lag hier am höchsten. „Seit dem 5. September haben wir in den Saisonrhythmus gewechselt“, was bedeute, dass die Elfen montags vormittags im Kraftraum zum Schwitzen kommen und donnerstags in der Halle eine Einheit verbringen. "Seitdem werden Verletzungsprophylaxe und eine optimale Spritzigkeit für das Wochenende großgeschrieben", schildert Sanders seinen Part in der Elfenfamilie.

Mit dem bisherigen Ergebnis ist Robin Sanders durchaus zufrieden: "Die Spielerinnen gehen sehr motiviert zu Werke, dementsprechend hat sich deren körperliche Leistungsfähigkeit gut entwickelt." Auch die Zusammenarbeit mit Trainerin Renate Wolf erlebt er als durchweg positiv. "Unsere Zusammenarbeit verläuft sehr gut. Im Krafttraining habe ich vollkommen freie Hand, stimme mich natürlich mit ihr ab, aber die Inhalte lege ich fest", sagt Sanders. Wenn es dazu käme, dass die Regeneration zu einer anderen Einheit zu kurz käme, "wurde in der Vorbereitung eher die Intensität der zweiten Lauf- oder Halleneinheit angepasst, als das Krafttraining. Somit sehe ich, dass meinem Trainingsbereich ein hoher Stellenwert eingeräumt wird." Auch Elfen-Chefin Renate Wolf freut sich über ihren Neuzugang im Trainerstab, der übrigens selbst aus dem Handball kommt: "Wir arbeiten jetzt seit Saisonbeginn mit Robin Sanders im Trainerstab zusammen und ich muss sagen, dass die Zusammenarbeit hervorragend läuft."