15.10.2016 19:26 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Leverkusen löst Aufgabe in Neckarsulm souverän

Sally Potocki - Australien - WM2013 - GER-AUSSally Potocki - Australien - WM2013 - GER-AUS

Am frühen Samstagabend traf vor 1000 Zuschauern in der Neckarsulmer Ballei der Tabellenfünfte auf den Neunten, den TSV Bayer 04 Leverkusen. Der Aufsteiger, der zum Ligaauftakt den HC Leipzig bezwungen hatte, wollte im zweiten Heimspiel den zweiten Heimsieg erringen. Renate Wolf, Trainerin der Werkselfen, hatte ein Spiel auf Augenhöhe erwartet. Allerdings musste die NSU auf Melanie Herrmann (Virus-Infektion) verzichten. Zwischen den Pfosten war dann auch der größte Unterschied festzustellen: Leverkusens Vanessa Fehr stellte in der ersten Halbzeit (9:14) mit sieben Paraden die Weichen für die Gäste Richtung Sieg. Den ließen sich die Gäste nicht mehr nehmen und siegten souverän mit 29:23. Hannah Breitinger (5/2) und Sally Potocki (8/4) waren die besten Werferinnen der Partie, Leverkusen erklimmt Rang sieben.

Der TSV Bayer 04 Leverkusen fand etwas besser ins Spiel als die Neckarsulmer Sport-Union. Nach dreieinhalb Minuten stellte Zivile Jurgutyte auf 1:3. Danach nutzten die Gäste zwei Siebenmeter, um die Führung zu verteidigen. Die Neckarsulmer Sport-Union zeigte sich jedoch zäh und hielt mit zwei Treffern von Kapitänin Hannah Breitinger, ebenfalls von der Markierung, den Anschluss. Den Ausgleich verhinderte anschließend Elfen-Torfrau Vanessa Fehr, die gegen Luisa Gerber im Gegenstoß parierte. Nina Schilk und Spielführerin Jenny Karolius besorgten das 4:7. Beide verpassten dann aus guter Position das 4:9. Neckarsulm hatte sich mit Ballverlusten des Spielflusses beraubt.

NSU-Trainer Emir Hadzimuhamedovic legte nach elf Minuten die erste Auszeit. Nach Fehlern seiner Mannschaft hatte Leverkusen die Gegenstoß-Maschine angeworfen. Die mangelnde Effektivität hielt die Gastgeberinnen auch im weiteren Verlauf im Spiel, Leverkusen traf ziemlich oft nur das Gebälk nd konnte die gute Leistung von Vanessa Fehr, die fünf der ersten elf Würfe abwehrte, insgesamt nur unzureichend nutzen. Zudem konnte Neckarsulm nach der Auszeit die Deckung stabilisieren, sodass sich das Duell abwehrbetont wurde. Die Kontrahentinnen mussten Schmerzen in Kauf nehmen um zum Torerfolg zu kommen. Der Aufsteiger nahm den Kampf an und kam auf 8:9 (20.) heran.

Nun legte Renate Wolf die Grüne Karte. Leverkusen kam nun wieder besser mit dem Neckarsulmer Mittelblock zurecht. Sally Potocki erzielte im Zusammenspiel mit Karolius das 8:11. Kim Berndt wurde eingewechselt. Die Gastgeberinnen haderten derweil wiederhin mit der giftigen Deckung der Rheinländerinnen, die bisher nur gelbe Karten kassiert hatten. Zwei Gegenstöße von Karolina Bijan bedeuteten kurz vor der Sirene die 9:13-Vorlage der Gäste. Sally Potocki setzte mit dem 9:14 den Schlusspunkt hinter eine erste Halbzeit, die von sehr vielen Fehlwürfen der Neckarsulmer Sport-Union geprägt war. Der Aufsteiger schien großen Respekt vor dem Vize-Rekordmeister zu haben.

Leverkusen knüpfte nach Wiederanpfiff an die gute erste Halbzeit an, verpasste aber zwei Großchancen gegen die am Ende der ersten Halbzeit eingewechselte NSU-Torhüterin Katrin Rüttinger. Die Gastgeberinnen hatten sich offenbar vorgenommen, mehr über außen zu spielen, sie ließen sich aber wieder auf der Halbposition den Ball klauen, den Jennifer Rode in das 10:16 (33.) ummünzte. Neckarsulm stellte den Angriff um, sodass die Maike Daniels auf der Halbposition auftauchte und Lena Hoffmann das Spiel führte. Der Aufsteiger hielt sich aber noch immer zu selten an den Matchplan. Leverkusen blieb hochkonzentriert und lag nach 39 Minuten mit 12:19 vorne.

Emir Hadzimuhamedovic versuchte mit einer Besprechung gegen das drohende Debakel zu steuern. Das 15:20 (43.), Doppelschlag Vojtiskova, gab ihm zunächst recht. Neckarsulm spielte in dieser Phase taktisch kreativer, zog auch mal eine zweite Spielerin an den Kreis. Der Funke sprang auf die Tribünen über. In Überzahl, bei Leverkusen saß Karolius draußen, gelang aber das 17:21 nicht, stattdessen konterte Nina Schilk für Leverkusen zum 16:22. Wieder war Vanessa Fehr entscheidende Male Siegerin im Duell mit den Werferinnen. „Gut gespielt“, freute sich Renate Wolf und ballte anschließend bei Zivile Jurgutytes 17:24-Treffer (50.) die Siegerfaust. Die NSU kam nicht heran.

Neckarsulm versuchte in der Schlussphase mit Überzahlangriffen, den Rückstand zu verkürzen. Katrin Fischer und Seline Ineichen sollten am Kreis Lücken für die Werfer aus dem Rückraum reißen. Dies glückte bei Tissekkers 18:25. Renate Wolf reagierte mit einer Auszeit. Neckarsulm zog nun Nives Alin auf Jennifer Rode heraus. Kim Berndt machte mit ihrem ersten Treffer zum 19:27 (56.) für Leverkusen den Sack zu. Neckarsulm zeigte derweil Moral und setzte alles daran, die Niederlage nicht zu hoch ausfallen zu lassen. Die offensive Deckung und das schnelle Spiel nach vorne deutete in der späten Phase das Potential des Aufsteigers an. Daniels setzte den 23:29-Schlusspunkt.