29.09.2016 12:58 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß

"Meinen Rhythmus wiedergefunden": Anna Loerper im Interview

Das Spiel in Buxtehude war für Anna Loerper ausschlaggebendDas Spiel in Buxtehude war für Anna Loerper ausschlaggebend
Quelle: D. Lange, BSV
Sie war die überragende Spielerin beim Sieg der TuS Metzingen gegen den Thüringer HC: Anna Loeper erzielte gegen den amtierenden Deutschen Meister 13 Treffer. Bevor die Spielmacherin am Wochenende zum Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft reist, nahm sie sich Zeit für ein Interview mit handball-world.com ...

Anna, welchen Eindruck hast du von eurem Spiel gegen den THC?

Anna Loerper:
Wir sind nicht ganz so gut reingekommen. Die Manndeckung gegen mich hat uns nicht überrascht, aber dass sie sie von der ersten Sekunde an gespielt haben. Das war etwas gewöhnungsbedürftig. Da läuft der Ball nicht ganz so schnell, wie wir uns das wünschen. Dementsprechend haben wir uns da etwas schwergetan. Das gilt auch für die Sieben-gegen-Sechs-Situationen. Das kann man natürlich trainieren. Aber wenn man das dann wirklich im Spiel so erfährt, dann ist es noch einmal etwas anderes. Wir haben uns dann im weiteren Verlauf besser zurechtgefunden und der Ball lief besser. Dadurch konnten wir unser Tempospiel aufziehen. Ich denke auch, dass die Abwehr besser stand als im letzten Spiel. Unsere Torhüter haben einige Bälle mehr entschärft als in den letzten Spielen. So konnten wir unser Tempospiel aufziehen. Damit hatte der THC ganz klar Probleme.

Du hast 26 Tore in zwei Spielen gemacht…

Anna Loerper:
Hab ich das? (überlegt) Ich bin froh, dass ich meinen Rhythmus wiedergefunden habe. In den ersten zwei Spielen war es eher eine durchschnittliche Leistung. Das war nicht schlecht, aber das war nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. In Buxtehude ist der Knoten geplatzt. Ich denke aber auch, dass für mich die Mannschaftsleistung ganz wichtig ist, dass ich meine Leistung bringen kann. Die Siebenmeter, die ich werfen darf, sind eine ganz klare Mannschaftsleistung. Wir spielen jetzt wieder ein bisschen systematischer und taktischer als in den ersten beiden Spielen. Jeder weiß, was er tut. Und das tut meinem Spiel auch unheimlich gut.

Sind das nicht ganz normale Probleme zu Beginn einer Saison, dass es anfangs ein wenig hakt?

Anna Loerper:
Ich dachte eigentlich vor dem ersten Spiel, dass wir schon so weit sind. Ich hatte nach unserer Vorbereitung ein gutes Gefühl und habe mir vorgestellt, dass wir diesen Schwung einfach mitnehmen. Aber das war leider nicht so. Aber wenn es jetzt so bleibt, wie wir das im dritten und vierten Spiel gelöst haben, bin ich damit vollkommen zufrieden.

Ihr spielt im DHB-Pokal in Mainz/Budenheim, gegen einen Zweitligisten…

Anna Loerper:
Da sind wir natürlich absoluter Favorit. Ganz klar, auch wenn Mainz ein ambitionierter Zweitligist ist. Sie haben einige erfahrene Spielerinnen. Wir wollen aber dort eine Runde weiter. Diese Aufgabe müssen und werden wir lösen.

Was macht ihr, um bis Samstag rechtzeitig wieder „runterzukommen“, nach dem Sieg gegen den THC?

Anna Loerper:
Morgen werden wir erst einmal regenerieren, am Freitag ist Abschlusstraining. In der letzten Saison war es nie so, dass wir in einen Höhenflug gekommen sind. Wir wollen einfach diesen Flow mitnehmen und auf dieser Welle dann möglichst lange schwimmen. Das hat letztes Jahr gut funktioniert. Dementsprechend streben wir auch jetzt wieder danach.

War der Sieg gegen den Thüringer HC wichtig, um diese Welle zu treffen?

Anna Loerper:
Dafür, diese Welle zu treffen, war dieser Sieg extrem wichtig. Für mein Gefühl war aber das letzte Wochenende in Buxtehude ausschlaggebend. Das hat uns Auftrieb und Selbstbewusstsein verliehen. Ein Sieg in dieser Höhe und Deutlichkeit dort war nicht zu erwarten. Der Sieg in Tübingen gegen den Thüringer HC war aber genauso wichtig, wenn man sieht, dass wir hier in der vergangenen Saison quasi die Deutsche Meisterschaft verspielt haben. Das tut also unheimlich gut. Aber wir haben erst den vierten Spieltag. Da kann noch viel passieren.