28.09.2016 21:31 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Metzingen erobert mit Sieg über Thüringer HC zweiten Platz

13/4 Treffer: Anna Loerper13/4 Treffer: Anna Loerper
Quelle: Gunar Fritzsche
Im vorgezogenen Spitzenspiel des vierten Spieltags standen sich in Tübingen vor 1.470 Zuschauern die TuS Metzingen und der Thüringer HC gegenüber, der Tabellendritte traf auf den Zweiten. Beide Teams waren vor Abpfiff verlustpunktfrei. Die „Pink Ladies“ des Gastgebers dabei auf Revanche für die 30:31-Heimniederlage am Ende der vergangenen Spielzeit. Sie war die Grundlage für den fünften Titel der Thüringerinnen in Serie gewesen und zerstörte die Champions-League-Option für Metzingen. Die TusSies hatten sich entsprechend viel vorgenommen. Zunächst brachte jedoch der THC die Leistung besser aufs Spielfeld. Dann kippte nach 20 Minuten das Spiel. Der Meister, bei dem mehrere Nationalspielerinnen fehlten, setzte zwar stets nach, Metzingen sich aber im Endspurt mit 30:24 (17:14) souverän durch.

Beide Mannschaften sind derzeit nicht vollständig. Beim Thüringer HC sind Iveta Luzumova und Beate Scheffknecht erst im Aufbautraining, Maria Kiedrowski hat sich am Zeh verletzt. Bei der TuS Metzingen stehen Delaila Amega, Marija Obradovic, Ina Großmann und Silvia Szücs nicht zur Verfügung. Die Gäste fanden indes etwas besser in die Partie. Einem Fehlwurf und zwei Ballverluste der Hausherrinnen nutzten Szimonetta Planeta mit einem Wurf über den Block sowie Macarena Aguilar und Manon Houette mit Gegenstößen auf 2:4. Planeta erhöhte mit einem Siebenmeter weiter. Der Meister trat enorm druckvoll auf und nahm Metzingen in der frühen Phase das Timing.

Metzingen schien zu viel auf einmal zu wollen und rannte deswegen gegen die Wand. Das Team von Csaba Konkoly und Edina Rott konnte dann aber einen Gang zurückschalten. Ein Ballgewinn war bereits nach neun Minuten für den 5:6-Anschlusstreffer von Tonje Løseth gut. Der Thüringer HC verteidigte offensiv gegen Anna Loerper. Die Müller-Sieben produzierte weitere technische Fehler, sodass Marlene Zapf gegen die bereits geschlagene Dinah Eckerle nach elf Minuten zum 7:7 einnetzen konnte. Die TusSies agierten aber selbst im Angriff ebenfalls wechselhaft, sodass die Thüringerinnen in dem intensiven Fight bald wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung innehatten.

Herbert Müller entschied sich zu einer Auszeit. Anna Loerper konterte kurz darauf für die TuS zum 10:10 (17.). Wenig später erarbeitete Behnke eine Zeitstrafe gegen Planeta und Loerper nutzte den Siebenmeter zum Führungstreffer. Jasmina Jankovic parierte in dieser Phase dreimal und ihre Vorderleute gingen robust heran. Vier Minuten ging es gleichauf weiter, dann brachten Jankovic und Loerper, Metzingen wieder in „Überzahl“, zwei Würfe ins verwaiste Tor unter. Loerper war es auch, die mit ihrem achten Treffer von der Markierung auf 16:13 (28.) stellte. In den letzten 105 Sekunden besorgten Løseth und van de Wiel den 17:14-Endstand, Loerpers letzter Wurf blieb im Block hängen.

Mit nur zwei Gegentreffern in den zehn Spielminuten vor dem Pausenpfiff hatte sich Metzingen in Vorlage gekämpft. Herbert Müller hatte ein Mittel gefunden, um sein Team zurück ins Spiel zu bugsieren. Mit Pässen an den Kreis zu Meike Schmelzer kamen die Gäste nach Wiederanpfiff zu leichten Treffern. Zudem kassierte Tonje Løseth die erste Zeitstrafe auf Metzinger Seite. Meike Schmelzer erwischte es kurz darauf schon zum zweiten Mal. Anna Loerper sorgte in dieser Phase mit ihrem elften Treffer für das 20:17 (35.). Frühzeitig verlangte THC-Trainer Herbert Müller nach der zweiten Auszeit. Die Anzahl der technischen Fehler bei seiner Sieben war wesentlich zu hoch.

Es folgte gleich der nächste Fauxpas des Serienmeisters. Dann scheiterte Anna Loerper bei einem Siebenmeter an Jana Krause und verpasste das 22:18. Der Thüringer HC deckte nun, wie Metzingen, beherzt und lief die Passwege gegen Anna Loerper zu. So gewannen die Gäste mehrmals den Ball. Jasmina Jankovic, die beim Siebenmeter von Katrin Engel den Ball übers Tor schaute, hielt dabei das 21:19 fest. Metzingen schien als Sieger aus dieser Situation hervorzugehen, in der Thüringen immer wieder nachsetzen konnte und auch die Chance zum Anschlusstreffer hatte: Marlene Zapf netzte nach 48 Minuten zum 23:19 ein. Kurz darauf scheiterte Katrin Engel von der Markierung erneut.

Lydia Jakubisova und Anouk van de Wiel hielten die Siegchancen für die Gäste am Leben. Allerdings stärkte Jankovic ihrem Team weiter den Rücken und merzte Offensivfehler aus. Nach 54 Minuten verzeichnete sie beim Stand von 26:21 12/1 Paraden. Den Gästen fehlte ein solcher Rückhalt. Metzingen konnte überdies die Linie der Unparteiischen besser interpretieren, sodass Luca Szekerczes mit ihrem 27:22-Siebenmeter den Heimsieg fünf Minuten vor Schluss fast schon sicherstellte. Julia Behnke setzte nach. Der Thüringer HC, nur mit wenigen Ersatzspielerinnen angereist, musste sich im Endspurt der Niederlage beugen. Luca Szekerczes setzte per Siebenmeter den 30:24-Schlusspunkt.