22.09.2016 08:10 Uhr - 1. Bundesliga - B. Gaus, SG BBM

Bietigheim zieht mit Erfolg gegen Dortmund an die Spitze

Maura VisserMaura Visser
Quelle: Marco Schultz
Mit einem Sieg in Oldenburg übernahm der Thüringer HC die Spitze in der Handball-Bundesliga der Frauen, allerdings nur für etwa eine halbe Stunde. Im zweiten Spiel des Abends feierte Bietigheim vor 682 Zuschauern in der Viadukthalle gegen Borussia Dortmund eine gelungene Heimpremiere und zog mit einem 29:20 (13:11) am Meister vorbei auf den ersten Platz der Tabelle.

Die Dortmunderinnen hatten in der vergangenen Saison ein klein wenig den Angstgegner der Schwaben gespielt und einen Punkt aus der Viadukthalle entführt. Überschattet wurde das Spiel von der unglücklichen Verletzung von Alina Grijseels, die noch vor der Pause mit gebrochenem Arm aus dem Spiel musste. Keine gute Kunde für den ohnehin dünn besetzten Rückraum der Dortmunderinnen.

Selbst nach der Verletzung der BVB-Spielmacherin hatte es im ersten Abschnitt lange so ausgesehen, als ob die Gäste erneut für eine Überraschung gut sein könnten. Das lag nach einem nervösen Beginn auf beiden Seiten auch an den von Ildiko Barna gut eingestellten und diszipliniert spielenden Dortmunderinnen.

Bietigheim ging zwar mit viel Dampf in die Partie und kreierte sich reihenweise Chancen. Oftmals war aber das Aluminium oder BVB-Torfrau Annamaria Ferenczi Endstation. Dennoch, die 13:11-Halbzeitführung hatten sich die SG-Ladies auch mit ihrer Defensivarbeit verdient. „Wir haben in der ersten Halbzeit eine überragende Abwehr gespielt mit einer starken Valentyna Salamakha im Tor“, gab Albertsen zu Protokoll. „In der zweiten Halbzeit habe ich dann im Angriff auf allen Positionen eine Steigerung gesehen.“

„Das 13:11 zur Pause war für uns ein gutes Ergebnis“, sagte Barna. „Bietigheim ist aber besser aus der Halbzeit gekommen und hat am Ende verdient gewonnen, keine Frage.“ SG-Torjägerin Susann Müller hatte sich jetzt eingeworfen und netzte nach dem Wechsel fünfmal ein. Maura Visser, Nina Müller und Kim Naidzinavicius führten das Spiel, wie es sich der dänische Coach der SG BBM in dieser Saison wohl vorstellt.

Doch die Fehlerquote im Abschluss blieb hoch bei den Gastgeberinnen. Dortmunds Kräfte ließen erst nach dem 19:17 (42.) nach. Dann ging es allerdings im Eiltempo und mit einem 7:0-Lauf zum entscheidenden 26:17 neun Minuten vor dem Schlusspfiff. Bietigheims Coach Martin Albertsen machte nach dem 29:20-Erfolg einen gelösten Eindruck: „Wenn wir am zweiten Spieltag mit neun Toren gegen Dortmund gewinnen, dann ist das überragend gut und ich bin sehr zufrieden.“

„Das erste Heimspiel ist immer etwas Besonderes“, freute sich Maura Vissers, zur Spielerin der Partie auf Seiten der Gastgeberinnen gekürt. „Wir sind froh, dass wir das heute für uns entscheiden konnten“, sagte die Niederländerin. Und von Martin Albertsen gab es noch einen dicken Appell in Richtung Fans: „Jeder nimmt am Samstag noch einen Zweiten an die Hand und kommt in die Viadukthalle, dann wird die Stimmung nochmal doppelt so gut.“ Bereits am Samstag (20 Uhr) steht das schwäbische Derby gegen FrischAuf Göppingen auf dem Bundesliga-Spielplan.