21.09.2016 12:00 Uhr - 1. Bundesliga - BBM

Gerrit Winnen: "Unsere Sportart wird komplexer" nach Regeländerungen

Gerrit Winnen - SG BBM BietigheimGerrit Winnen - SG BBM Bietigheim

Vor der Bundesliga-Heimpremiere sprach der Pressedienst der SG BBM Bietigheim mit Sportdirektor Gerrit Winnen über die neue Saison, die Ziele und die neuen Regeln. Das Team von Martin Albertsen sei "professionell, homogen, ehrgeizig und überaus erfolgshungrig", doch "von der Meisterschaft träumt zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner in Bietigheim." Auch zu den neuen Regeln und dem Verhältnis zu den Zweitliga-Männern äußert sich der Vereinsfunktionär.

Herr Winnen, für die Frauen der SG BBM Bietigheim steht das erste Heimspiel in der Bundesliga an. Worauf dürfen sich die Zuschauer freuen?

Gerrit Winnen:
Basierend auf einer perfekten Vorbereitung sind wir sehr gut in die Saison gestartet. Sowohl beim Bundesliga-Auswärtssieg gegen Celle als auch in den beiden für uns historischen Europapokal-Spielen gegen ZRK Naisa Nis konnten wir in allen Mannschaftsteilen überzeugen und alle drei Partien klar für uns entscheiden. Das Spiel gegen Dortmund wird sicher deutlich anspruchsvoller. Der BVB verfügt über einen hochkarätig besetzten Kader mit insgesamt sechs aktuellen Nationalspielerinnen und hat sich mit Svenja Huber vom Thüringer HC exzellent verstärkt. Ich erwarte eine hochklassige Begegnung und auch die Mannschaft freut sich auf ein spannendes Spiel vor heimischem Publikum hier in der Viadukthalle in Bietigheim.

Wie charakterisieren Sie insgesamt die Mannschaft der SG BBM?

Gerrit Winnen:
Wir verfügen im vierten Jahr der Erstligazugehörigkeit über ein herausragendes Team und haben mit Martin Albertsen einen international erfahrenen Top-Trainer. Mit insgesamt vier Nationalspielerinnen war die SG BBM repräsentativ bei den Olympischen Spielen in Rio vertreten. Außerdem haben wir mit Susann Müller eine absolute Ausnahmespielerin in unseren Reihen. All das unterstreicht die hohe Qualität unseres Kaders, der sich auch in der Bundesliga schon mehrfach bewährt und sehr gut fortentwickelt hat. Charakteristisch beschreibe ich diese Mannschaft als professionell, homogen, ehrgeizig und überaus erfolgshungrig. Ein Team, mit dem es großen Spaß macht zu arbeiten.

In der Vorsaison haben zwei Punkte und etliche Tore auf Platz eins gefehlt. Sie haben die Mannschaft nochmals verstärkt. Klappt es mit der Meisterschaft?

Gerrit Winnen:
Wir haben uns in der letzten Saison zu einem der besten Teams in einer 1. Bundesliga mit hoher Leistungsdichte in der Spitze entwickeln können. Das Saisonziel war die Qualifikation für das internationale Geschäft, das wir souverän erreicht haben. Dass wir den Serienmeister Thüringer HC zweimal deutlich geschlagen haben, war rückblickend sicherlich eines der Highlights. Wir haben viel gelernt aus der vergangenen Spielzeit und freuen uns, dass wir uns mit aktuellen Nationalspielerinnen wie der deutschen Kim Naidzinavicius im Rückraum, der frisch gebackenen Champions-League-Siegerin und brasilianischen Nationalspielerin Fernanda Da Silva auf Linksaußen sowie Valentyna Salamakha im Tor und Mia Biltoft am Kreis gezielt verstärken konnten. Eine Platzierung unter den Top drei in der Liga ist in dieser Saison ebenso angestrebt wie das erfolgreiche Abschneiden bei nationalen wie internationalen Pokalwettbewerben. Von der Meisterschaft träumt aber zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner in Bietigheim.

Wer sind Ihre Favoriten auf den Titel?

Gerrit Winnen:
Topfavorit ist für mich nach wie vor der Thüringer HC, der seit nun über einem halben Jahrzehnt diese Liga dominiert und sich namhaft und hochwertig verstärkt hat. Der HC Leipzig hat, wie schon die Jahre davor, eine unglaublich starke Mannschaft vorzuweisen. Und mit den TusSies aus Metzingen ist ganz vorne ebenfalls zu rechnen.

Wie bewerten Sie die Regeländerungen, die am 01.07. in Kraft getreten sind?

Gerrit Winnen:
Die deutsche Schiedsrichterikone und DHB-Schiedsrichter-Lehrwart Jürgen Rieber war zu Beginn der Vorbereitung persönlich vor Ort und hat uns die Regeländerungen mittels einer professionellen Präsentation und vielen praktischen Beispielen näher gebracht. Das hat den Spielerinnen sehr geholfen und war eine tolle Sache. Wie sich die Regeländerungen bewähren, lässt sich zu diesem frühen Zeitpunkt nicht beurteilen. Eines ist jedoch sicher: unsere Sportart wird komplexer.

Wie ist das Verhältnis innerhalb der SG BBM zu den in der Zweiten Liga spielenden Männern?

Gerrit Winnen:
Wir sind stolz auf unsere Handballhochburg hier in Bietigheim. Die Männer werden in dieser Saison mit Sicherheit eine sehr gute Rolle in der zweiten Liga spielen. Wir leben die SG BBM-Familie in den Bundesligen und bauen den gesamten Jugendbereich weiter auf sehr hohem Niveau aus, um weibliche und männliche Talente im deutschen Nachwuchs zu fördern.