19.09.2016 10:45 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine

Werkselfen verlieren in Metzingen - Wolf: "Ergebnis ein bisschen zu hoch"

Renate WolfRenate Wolf
Quelle: Heinz J. Zaunbrecher
Am Ende der Partie waren die Kräfte nicht mehr vorhanden, um sich mit Erfolg gegen die drohende Niederlage zu stemmen. "Das Ergebnis ist nach diesem Spielverlauf dennoch ein bisschen zu hoch ausgefallen", sagte Cheftrainerin Renate Wolf nach dem 22:31 (13:17) ihrer Werkselfen beim deutschen Vizemeister TuS Metzingen. "Auch, wenn bei uns heute noch nicht alles zusammengepasst hat, haben wir schlussendlich verdient gewonnen", freute sich hingegen TuS-Geschäftsführer Ferenc Rott.

Die 1.300 Zuschauer in der Tübinger Paul Horn-Arena sahen zu Beginn ein etwas zerfahrenes Spiel mit einigen leichten Fehlern auf beiden Seiten. Während Metzingen in der Anfangsphase seine Tore über die rechte Seite erzielte, suchte das Team von Renate Wolf immer wieder die starke Jenny Karolius am Kreis. Die TusSies führten stets mit ein bis drei Treffern, konnten sich aber bis zur 24. Minute nicht entscheidend absetzen. Grund dafür war die bewegliche und aggressive Abwehr der Gäste und zu wenig Bewegung im eigenen Angriffsspiel. Auch das gefürchtete Angriffspiel der Gastgeberinnen fand in den ersten 30 Minuten nur bedingt statt und Leverkusen blieb somit in Schlagdistanz. Erst ein 3:0-Lauf innerhalb von 90 Sekunden bedeutete in der 28. Minute erstmals eine Fünf-Tore Führung für die TuS Metzingen. Auch, wenn Zivile Jurgutyte nochmals verkürzte, wechselte man beim Stand von 17:13 die Seiten.

Nach der Halbzeitpause kam das Team von Trainer Csaba Konkoly deutlich besser aus den Startlöchern und zog bis zur 40. Minute auf 23:15 davon. Damit war eine Art Vorentscheidung gefallen, denn Bayer 04 Leverkusen hatte an diesem Abend nicht die Mittel dem deutschen Vizemeister nochmals gefährlich werden zu können. Metzingen nutze das und wechselte nun auf verschiedenen Positionen durch, um die Stammkräfte etwas zu schonen und den Rückkehrern Spielanteile zu geben. Dass Luca Szekerczés eine gute 7m- Werferin ist, zeigte die junge Ungarin mit zwei Treffern vom Punkt und auch Stina Karlsson belebte das Angriffspiel der Ermstälerinnen sichtlich. Mit 31:22 besiegte die TuS Metzingen den zwölfmaligen deutschen Meister aus dem Rheinland und stehen vorübergehend mit 4:0 Punkten an der Spitze der Bundesliga.

Nachdem der Vier-Tore-Rückstand zur Pause aufholbar schien, danach jedoch erst einmal nichts mehr klappte, ärgerte sich Wolf über das Ergebnis. "Da war viel zu wenig Zug zum Tor", kritisierte die Trainerin, die zudem durch den verletzungs- bzw. krankheitsbedingten Ausfall von Linksaußen Nina Schilk, Rückraumspielerin Sally Potocki und Anne Jochin kaum Wechselmöglichkeiten hatte. Außerdem bemängelte Wolf das Gegenstoßverhalten ihrer Spielerinnen und die zum Teil übergroße Hektik beim Versuch, Tore zu erzielen: "Dadurch ergaben sich unnötige Ballverluste, wodurch wir die eine oder andere Chance vertan und sie stattdessen Metzingen ermöglicht haben." Drei vergebene Siebenmeter taten ihr Übriges.

Zufrieden war Renate Wolf mit ihrer Abwehr, die "das formierte Angriffsspiel der TuSsies gut im Griff hatte". Allerdings lief das Konterspiel der Gastgeberinnen, vor allem über Nationalspielerin Julie Behnke und Linkshänderin Maren Weigel ausgesprochen erfolgreich und verhalf Metzingen zu etlichen sehenswerten Toren. Dennoch wollte Wolf ihre Mannschaft nicht über Gebühr kritisieren: "Gegner wie Metzingen sind für uns halt im Moment außer Reichweite, wir müssen unsere Punkte in anderen Spielen holen."

Einen guten Job bescheinigte sie erneut Zivile Jurgutyte im Spielaufbau, der unermüdlich auf Linksaußen und am Ende auf Rückraum Mitte ackernden Anna Seidel ("Anna hat ein Riesenspiel gemacht") sowie den beiden Nationalspielerinnen Jenny Karolius und Jennifer Rode. Torhüterin Branka Zec habe trotz einiger kleiner Fehler "im Vergleich zum Spiel gegen Nellingen einen deutlichen Aufwärtstrend" gezeigt.

Noch mehr Aufwärtstrend wird nötig sein, wenn am kommenden Sonntag (16.00 Uhr) der deutsche Pokalsieger HC Leipzig nach Leverkusen kommt. "Keine leichte Aufgabe wird das", sagt Renate Wolf, wohlwissend, dass ein kompletter Kader gegen den HCL dringend nötig wäre. "Sally Potocki hat zumindest schon einmal signalisiert, dass es bei ihr in die richtige Richtung geht", so der Verein in seiner Pressemitteilung.