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18.08.2016 22:04 Uhr - Olympische Spiele - fcb

Abbingh mit Wurfpech: Frankreich erreicht gegen Niederlande hauchdünn Finale

Allison Pineau erzielte acht Minuten vor Schluss den SiegtrefferAllison Pineau erzielte acht Minuten vor Schluss den Siegtreffer
Quelle: FFHandball /S.PILLAUD
Frankreich hat, nach fünf Jahren mit schwachen Ergebnissen, erstmals die Chance, beim Olympischen Turnier eine Medaille zu gewinnen. Das Gleiche gilt für Vizeweltmeister Niederlande. Nach Abpfiff des ersten Halbfinals ist diese Aussage auch immer noch wahr, wobei die Französinnen nach einer starken ersten Hälfte, in der sie strukturierter, disziplinierter und selbstbewusster agierten, ihren Vorsprung über die Zeit retteten und um Gold kämpfen. Den Niederländerinnen gelang zwar drei Minuten vor Schluss das 23:24. Nach einer zerfahrenen Endphase scheiterte Lois Abbingh jedoch kurz vor Schluss am Pfosten. Die eingewechselte Torhüterin Laura Glauser trug die Französinnen mit fünf Paraden (5/7) ins Endspiel.

Die Niederländerinnen wirkten zu Beginn des Spiels deutlich nervöser als die Französinnen, die ihre Angriffe betont ruhig aufbauten. Allison Pineau und Gnonsiane Niombla brachten die Equipe Tricolore jeweils in Vorlage. Oranje agierte hingegen überfallartig aus der Deckung und machte dabei zunächst Fehler in der ersten Welle. Das Konzept der Groener-Sieben schien dennoch erstmals Erfolg zu zeitigen, als Martine Smeets nach zwei Steals und Gegenstößen die Führung beim 4:2 nach fünf Minuten auf niederländische Seite brachte. Die beiden gegensätzlichen Spielstile sorgten für eine äußerst lebendige Phase, die vom hohen Tempo des amtierenden Vizeweltmeisters geprägt war.

Frankreich lag bereits nach zehn Minuten beim 5:6 wieder vorne. Spielmacherin Alexandra Lacrabere fand mehrmals die Lücke oder war anspielbar. Allison Pineau verwertete einen von Snelder verursachten Siebenmeter. Wiederum erkämpfte das Team von Olivier Krumbholz in der Rückwärtsbewegung mehrmals den Ball. Die Niederlande ließen im Aufbauspiel und beim Wurf oft die nötige Präzision vermissen. So konnte Oranje nicht von der soliden Deckung profitieren und drohte am eigenen Tempospiel zu scheitern. Auch der Wechsel auf Jasmina Jankovic im Tor zahlte sich zunächst nicht aus, Beatrice Edwige brachte den Gegenstoß zum 6:9 (13.) souverän unter.

Oranje kämpfte sich zurück. Dabei hatte das Team von Henk Groener auch etwas Glück, etwa als Laura van der Heijden beim Siebenmeter den Ball vom Pfosten zurückgespielt bekam und unbedrängt auf 9:10 (17.) stellte, da Frankreichs Torhüterin Amandine Leynaud bereits geschlagen war.

Die wieder eingewechselte Tess Wester parierte gegen Pineau, die Vorlage für van der Heijdens 11:11-Ausgleich. Olivier Krumbholz griff zur Grünen Karte. Frankreich scheiterte noch zweimal an der Bietigheimerin, was ihre Vorderleute aber ungenutzt ließen. Stattdessen lag alsbald Frankreich mit drei Toren vorne: Linksaußen Siraba Dembele konterte zum 11:14 (24.).

Sechs Minuten vor dem Wechsel rannte der Vizeweltmeister erneut hinterher und traf bis zum Ende der Halbzeit nur noch zweimal. Beim 12:16 erhöhte die Equipe erstmals auf vier Tore. Niombla traf dreieinhalb Minuten vor der Pause aus dem Rückraum, ohne dass sie ernstlich attackiert worden wäre. Frankreich agierte gegen van der Heijden, die einzige torgefährliche Gegnerin, mit wesentlich größerer Vehemenz. Individuell und als Team waren die Französinnen im Spiel zusammengewachsen. Amandine Leynaud traf bei ihrem 13:18-Versuch eine Sekunde vor der Sirene aber nur den Pfosten. Die französische Torhüterin hätte den elfminütigen 6:2-Lauf seit der Auszeit (19.) krönen können.

Frankreich hatte Anwurf zur zweiten Halbzeit und also noch einmal die Chance zum 13:18. Diesmal hatte Tess Wester jedoch gegen Alexandra Lacrabere den passenden Reflex parat. Das galt aber auch für Leynaud, den Ball beim Wurf von Nycke Groot einfach fing – ein beeindruckendes Statement. Oranje-Trainer Henk Groener wirkte dennoch entspannt. Nach siebeneinhalb Minuten (15:19) rief Olivier Krumbholz seine Spielerinnen zu sich und erinnerte sie an „Spanien“ und „Montpellier“. Frankreichs Abläufe wirkten nun etwas umständlich, während die Niederlande binnen vier Minuten auf 18:20 (42.) heran kam. Groener schien seinen Spielerinnen Mut gemacht zu haben.

Der französische Rückraum besann sich auf Kreisanspiele und das Flügelspiel und blieb dadurch vorne. Allerdings schien Oranje eine neue Leichtigkeit entdeckt zu haben, auch in Unterzahl wirkte alles beweglicher. Olivier Krumbholz forderte im Time-out, ebenfalls die eigenen Stärken auszuspielen. Lacrabere und Pineau übernahmen mit bisher je sechs Treffern weiterhin die Verantwortung. Aber Landre leistete sich einen technischen Fehler und Danick Snelder stellte zu Beginn der 50. Spielminute auf 22:23. Doch Ailly Luciano verpasste im folgenden Gegenstoß den Ausgleich, der Ball prallte an den kurzen Pfosten. Kurz darauf wurde Goos hinausgestellt.

Die hohe Fehlerzahl im gegnerischen Angriff kam der Equipe weiterhin entgegen. Laura Glauser hatte binnen acht Minuten bei fünf Würfen viermal pariert. Andererseits hielt Tess Wester ihre Farben mit einer 40-Prozent-Quote bis in die Schlussminute im Spiel. Viereinhalb Minuten verblieben beim Stand von 22:24, als Van der Heijden auf ein Tor verkürzte. In der chaotischen Schlussphase schien Glauser dann mit einer weiteren Parade den Sieg festzuhalten. Doch Allison Pineau scheiterte an Wester und Niombla wurde nach einem dummen Foul an Groot hinausgestellt. 23 Sekunden verblieben Oranje zum Ausgleichstreffer. Lois Abbinghs fasste sich ein Herz. Ihr Wurf ging jedoch an den Pfosten.



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