14.01.2007 09:46 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Armin Kübelbeck - HSG Bensheim/Auerbach

Lektion gelernt - Revanche geglückt: Bensheim/Auerbach schlägt Metzingen mit 31:25

Edina Rott wird von Wendy Smits gestopptEdina Rott wird von Wendy Smits gestoppt
Quelle: Armin Kübelbeck


Conny Schmid gegen ihre alten TeamkolleginnenConny Schmid gegen ihre alten Teamkolleginnen
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Die Revanche nach der Hinspielniederlage in Metzingen ist den "Flames" geglückt. Mit einer starken, mannschaftlich sehr geschlossenen Leistung wurde der Tabellendritte aus dem Schwabenland mit einem hochverdienten 31:25 Sieg bezwungen. Für Metzingen war dies die dritte Niederlage in Folge, mit dem Effekt, dass die Mannschaft nun auf den 6. Tabellenplatz zurückgefallen ist. Mit dem neunten Saisonsieg ist unterdessen die HSG Bensheim/Auerbach an den nun punktgleichen Metzingerinnen in der Tabelle vorbeigezogen und liegt nun auf Platz fünf.

Ausgeglichen und auf beiden Seiten recht nervös begann die Partie. Der Druck auf den Schulter der Gäste, die nach den beiden letzten Niederlagen ihren Play-Off-Platz wieder sichern wollten, war zu spüren und die Flames wussten um die sich dadurch bietenden Chancen. Isabell Nagel dominierte in der Anfangsphase das Spiel der Gastgeber, während Wendy Smits zunächst nur von der Siebenmeterlinie punkten konnte. In der 22. Spielminute wäre für sie die Partie fast schon zu Ende gewesen, als sie Melani Marcantonio bei einem Tempogegenstoß klar foulte und - nach einer kurzen Beratung der beiden Unparteiischen und unter lautstarken Protesten der Zuschauer - mit einer 2 Minuten Zeitstrafe glücklich davon kam. Den fälligen Siebenmeter setzte Edina Rott an die Latte.

Auch die Überzahl konnten die Gastgeber nicht nutzen - im Gegenteil, Iris Cartarius erzielte den 10:10 Ausgleichstreffer. Conny Schmid konnte durch zwei in direkter Folge erzielte sehenswerte Tore gegen ihre ehemaligen Mannschaftskameradinnen auf 12:10 erhöhen (29.). Doch in der nun sehr temporeichen Schlussphase der 1. Halbzeit kam Metzingen durch Wendy Smits mit ihrem ersten Feldtor und Tina Gruß wieder auf 12:12 heran. Stefanie Egger erzielte wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff vom Kreis die psychologisch wichtige Führung für die Flames.

Die Pause hatte bei den Gastgebern Wunder gewirkt. Die Nervosität war nun vollkommen abgelegt und die Mannschaft spürte, dass Metzingen an diesem Tag zu packen war. Hochkonzentriert und ohne überhastete Abschlüsse spielte die HSG ihr Spiel. Ganz anders dagegen die schwäbischen Gäste. Dort wurde man zunehmend unsicherer und zeigte unerwartete Schwächen im oft zu überhasteten Abschluss. Die Folge davon: Tor um Tor wuchs der Vorsprung der Flames. Isabell Nagel markiert von der Strafwurflinie mit ihrem 20:15 erstmals einen Fünf-Tore-Vorsprung (40.).

Als Edina Rott wenig später das 22:16 warf oder besser gesagt in das gegnerische Tor rollte, als sie mit der aus ihrem Tor herausgelaufenen Anika Kuhlmann an der 9-Meter-Linie zusammenprallte, lag die Grüne Karte von Emir Hadzimuhamedovic auf dem Tisch von Zeitnehmer und Sekretär. Doch die Standpauke an seine Spielerinnen zeigte keine Wirkung. Claudia Schückler erhöhte mit 2 Toren in Folge auf 24:17. Spätestens Isabell Nagels 28:19 (54.) machte deutlich, dass Metzingen an diesem Tag beide Punkte an der Bergstraße lassen würde.

Angesichts des sicheren Vorsprugs konnte Ildiko Barna munter durchwechseln und den Leistungsträgern eine Pause gönnen. Patricia Stefani betrieb noch etwas Ergebniskosmetik, als sie in der 59. Spielminute das 29:25 erzielte. Doch die Flames setzten mit Toren von Petra Streb und Antje Lauenroth noch mal zwei Ausrufezeichen hinter diesen hochverdienten Erfolg. Bei der HSG lief es erheblich besser als noch eine Woche zuvor im Pokalspiel gegen Celle. Aber für Ildiko Barna ist immer noch genug Spielraum zum Optimieren. Der Erfolg wurde ihrer Mannschaft durch die vor allem in der zweiten Halbzeit nachlassenden Metzingerinnen, relativ leicht gemacht.


Stefanie Egger hat sich durchgesetzt
Photo: Armin Kübelbeck


Aus der Pressekonferenz

Emir Hadzimuhamedovic
Er gratulierte der HSG und Ildiko Barna zum Sieg. Die Bensheimer hätten an diesem Tag besser gespielt und verdient gewonnen. Er war mit dem Spiel seiner Mannschaft in den ersten 30 Minuten zufrieden. Danach hätte Metzingen aber das Spiel aus der Hand gegeben und wäre nicht mehr ins Spiel gekommen. Auf der rechten Position vermisste er... . Im Angriff hätte sich sein Team im zweiten Spielabschnitt schwer getan. Um hier zu gewinnen, müsse man ein bessere Leistung bringen.

Ildiko Barna
In der ersten Halbzeit wären bei ihrer Mannschaft zu viele technische Fehler aufgetreten - sicherlich auch durch Nervosität bedingt. Das Publikum sei deshalb schnell unzufrieden gewesen, man dürfe aber nicht vergessen, dass Metzingen eine der besten Mannschaften der Liga sei. Besonders Lob verteilte sie an Edina Rott, Stefanie Egger und Laura Glaser, die ihre Leistung 100%ig gebracht hätten. Isabell Nagel, die in der zweiten Halbzeit auf Rückraum Mitte spielte, habe ein gutes Spiel auf dieser Position gezeigt. In der zweiten Halbzeit wäre es insgesamt besser gelaufen. Sie vermerkte nur 3 technische Fehler. Aber die Mannschaft hätte noch nicht die Form vom letzen Jahr erreicht, aber gegenüber dem Pokalspiel sich deutlich gesteigert.

Conny Schmid:
Auf Frage der Presse über Conny Schmids Leistung gegen ihre ehemaligen Mannschaftskameradinnen sagte sie, dass Conny schöne und vor allem wichtige Tore erzielt hätte. Nachher wäre sie etwas müde geworden und die Leistung ließ nach. Sie freute sich aber, dass sich nach den beiden schweren Verletzungen immer besser ins Spiel kommt. In einer weiteren Frage der Presse, warum bei den Flames so wenig über die Außenpositionen gelaufen sei, entgegnete sie, dass Mara Friton im Training eine sehr gute Leistung gebracht habe, aber offensichtlich zu nervös ins Spiel gegangen sei. Sandra Kleinjung hätte eine gute Abwehrleistung gezeigt, sei aber jedesmal im Kreis abgesprungen - was die Schiedsrichter zu recht gepfiffen hätten. Das könne man aber im Training abstellen. Beide Außenpositionen seinen nicht die Höhepunkte des Abends gewesen.