04.07.2016 08:28 Uhr - 1. Bundesliga - Amelie Knippert

Neue Spielmacherin für Leverkusen

Zivile Jurgutyte - DJK/MJC TrierZivile Jurgutyte - DJK/MJC Trier

In Leverkusen neigen sich die Planungen für den Werkselfenkader der Saison 2016/17 dem Ende zu: am letzten Donnerstag konnten die Rheinländerinnen mit Zivile Jurgutyte eine Spielerin verpflichten, die zukünftig eine tragende Rolle im jungen Leverkusener Team übernehmen und die Lücke, die durch den Abgang von Kim Naidzinavicius nach Bietigheim entstanden ist, schließen soll: „Zivile bringt internationale Erfahrung mit, dies war uns sehr wichtig“, freut sich Cheftrainerin Renate Wolf über den Neuzugang.

Die 1,70m große Spielmacherin spielte zu Beginn ihrer Karriere für RK Egle Vilnius in ihrer litauischen Heimat, wo sie sechs Meisterschaften in Folge und fünf nationale Pokalsiege feierte aber auch die ersten Einsätze in der Champions League hatte, bevor sie sich zu einem Wechsel ins Ausland entschloss. Zur Saison 2010/11 zog es Jurgutyte nach Frankreich zum Erstligisten Union Mios Biganos Bègles. „Ich bin damals ohne fremde Unterstützung nach Frankreich gewechselt, weil ich eine neue Herausforderung gesucht habe.“, erinnert sich die Litauerin, die unter Trainer Emmanuel Mayonnade, der derzeit die Frauen von Metz Handball trainiert, zur Spitzenspielerin reifen konnte: „In Litauen ist Basketball der Nationalsport. Handball ist mehr Randsportart“.

Ehe die studierte Sportlehrerin den nächsten Schritt nach Süddeutschland, zum Bundesligisten SG BBM Bietigheim, wagte. Im Februar 2016 konnte sich der Zweitligist DJK MJC Trier die Verdienste der Litauerin bis zum Ende der vergangenen Saison sichern. Bis dato konnten die Trierer Miezen lediglich zwei Punkte auf ihrem Pflichtspielkonto verbuchen und sind in Zivile Jurgutyte auf der Suche nach einer sportlichen Führungspersönlichkeit fündig geworden. „Mein Debüt in Trier habe ich mir sicherlich anders vorgestellt“, so Jurgutyte mit Blick auf die 19:24-Niederlage gegen Haunstetten. In der Rückrunde sammelten die Triererinnen dann aber noch 20 Punkte, was am Ende der Saison zum Klassenerhalt in der zweiten Liga reichte, nicht zuletzt auch ein Verdienst Jurgutytes.

Die 29-Jährige zieht es jetzt von der Mosel an den Rhein. Bei den Werkselfen hat sie einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben und möchte nicht nur sportlich wieder angreifen: Sie fühle sich in der ersten Liga wohl, die Schnelligkeit gefalle ihr und die Aussicht, junge Spieler an die Hand zu nehmen und zu führen, reize sie. „Aber auch beruflich möchte ich mich neu strukturieren“, gibt Jurgutyte zu und verrät: „Ich möchte gerne eine duale Ausbildung beginnen“. Die studierte Sportlehrerin hat klare Ziele vor Augen: „Ich brenne dafür, Spielanteile zu bekommen und mir neben dem Leistungssport ein zweites Standbein mit meiner Ausbildung aufzubauen“. Die Möglichkeit, ihrem geliebten Sport auf höchstem Niveau nachzugehen, eine Führungsrolle zu übernehmen und ihre Ausbildung in die Hand zu nehmen, sei die für sie geeignete Kombination gewesen, diese mache die Werkselfen besonders attraktiv.

Das Schlusswort gehört Cheftrainerin Renate Wolf, die ihrem neuen Schützling gespannt sowie erfreut entgegenblickt: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Zivile. Sie wird bei uns ideale Rahmenbedingungen bekommen und ich bin davon überzeugt, dass sie uns sportlich weiterhelfen wird“.