04.06.2016 15:11 Uhr - Europameisterschaft - Markus Riedlmayer, red

EM-Qualifikation: Österreich strebt gegen Vizeweltmeister versöhnlichen Abschluss an

Josefine HuberJosefine Huber
Quelle: ÖHB/Jakob Gruber
Am heutigen Samstag um 16:00 Uhr folgt für Österreichs Frauen-Nationalmannschaft das letzte Spiel in der EM-Quali gegen die Niederlande. Nach der Heimniederlage gegen Spanien am vergangenen Mittwoch ist der EM-Zug so gut wie abgefahren. Nur noch ein Kantersieg könnte das letzte EURO-Ticket bringen.

Gleichzeitig müsste auch Slowenien in Gruppe 4 sein Spiel gegen Montenegro deutlich verlieren. Der Vizeweltmeister Niederlande tritt zudem in seinem letzten Heimspiel mit sämtlichen Topstars an, will sich vor Heimpublikum gebührend und mit Platz 1 in Gruppe 3 Richtung Schweden verabschieden. Für Österreichs Damen ist das oberste Ziel daher, noch einmal sämtliche Kräfte zu mobilisieren und sich zum Ende der EM-Qualifikation noch einmal gut zu verkaufen. Voraussichtlich Ende Juni folgt dann die Auslosung für die WM Qualifikation, die ersten Spiele stehen noch im Herbst 2016 an.

„Man muss hier schon realistisch bleiben. Ein Sieg zu Hause gegen Spanien wäre schon eine Riesensensation gewesen. Gegen die Niederlande auswärts wäre das eine noch größere Überraschung. Wir waren bei der Auslosung für die EM nicht vom Glück verfolgt. Das Team hat sich in den letzten Monaten nach vielen Verletzungen wieder finden müssen. Die Siege gegen Bulgarien waren wichtig. Mit der Leistung gegen Spanien bin ich sehr zufrieden. Diese Leistung wollen wir auch gegen Niederlande abrufen und ein gutes Spiel abliefern“, sagt Teamchef Herbert Müller.

Feierten Österreichs Damen in den 90ern noch Siege über die Niederlande mit teilweise zehn Toren Unterschied, so gilt es aktuell Niederlagen in dieser Höhe gegen den Vize-Weltmeister zu vermeiden. Den letzten Sieg feierte Österreich über die Niederlande am 4. November 2006 bei einem Einladungsturnier in den Niederlanden. Danach folgten in weiteren fünf Aufeinandertreffen ebenso viele Niederlagen.

Rein rechnerisch hat Österreich noch die Chance sich für die EM zu qualifizieren. Dafür würde es allerdings einen wahren Kantersieg benötigen und in Gruppe 4 müsste Slowenien eine deutliche Niederlage gegen Montenegro kassieren. Insgesamt muss Österreich gegenüber Slowenien 14 Tore aufholen. Der Auftritt der Niederländerinnen gegen Bulgarien vergangenen Mittwoch, als man beim 45:16-Auswärtserfolg lediglich mit einem B-Team antrat, lassen diese Wahrscheinlichkeit in weite Ferne rücken.

Das Ziel für Teamchef Herbert Müller liegt in diesem abschließenden Qualispiel darin, sich gebührend zu verabschieden und dass das Team erneut zeigt, dass man die Lücke zu den Topnationen langsam schließt: „Ein gutes Ergebnis mit vielleicht nur zwei, drei Toren Unterschied kann der Mannschaft Vertrauen geben.“ Katrin Engel ergänzt: „Im Vergleich zu Spanien wird es gegen Holland noch einmal eine Spur schwerer. Wir müssen uns dort gut verkaufen, aber es wird ganz, ganz schwer.“