03.06.2016 08:00 Uhr - Europameisterschaft - Felix Buß - handball-world.com

Biegler lobt "Fight in der Abwehr", Schweiz hadert mit Niederlage

Michael Biegler: "Freue mich für die Ladies"Michael Biegler: "Freue mich für die Ladies"
Quelle: Michael Heuberger
Es war eine schwierige Aufgabe, die die DHB-Frauen mit ihrem neuen Bundestrainer Michael Biegler zu bestehen hatte. In Sankt Gallen boten die Schweizerinnen am Mittwoch über weite Strecken die Stirn. Der 25:23 (14:14)-Auswärtserfolg ebnet nun, der angesichts des Sieges der Französinnen auf Island, vorzeitig den Weg zur EM nach Schweden. „Wir haben es uns selbst ein wenig schwer gemacht“, fand Jenny Karolius, während die Schweizerinnen einem Punktgewinn nachtrauerten. „Alles, was an Fehlleistungen passiert ist, geht auf meine Kappe. Die Mädels haben das gut gelöst“, kommentierte Michael Biegler. Am Sonntag geht es nun abschließend in Stuttgart gegen Island.

Die Spielerinnen von Michael Biegler können entspannt ins Spiel gegen Island gehen. Mit nun sechs Punkten kann die DHB-Auswahl nicht mehr vom zweiten Platz in Qualifikationsgruppe 7 verdrängt werden. Die Mannschaft ist somit zum zwölften Mal in Folge bei einer Europameisterschaft, das Turnier in Schweden im Dezember ist dabei auch die zwölfte Veranstaltung dieser Art. Das Team Deutschland hat damit in Bezug auf die Heim-WM 2017 einen äußerst wichtigen Schritt getan. Als Gruppensieger steht indes bereits Frankreich fest, das sein Spiel auf Island mit 30:16 gewann und beide Vergleiche mit Deutschland, noch unter Jakob Vestergaard, für sich entschieden hatte.

Das Spiel zwischen der Schweiz und Deutschland stand bis in die Schlussphase remis. „Wir haben es uns selbst ein bisschen schwer gemacht, weil wir vorne einfach das Tor nicht getroffen haben“, analysierte Jenny Karolius. „Wir haben gute Chancen herausgespielt und dann nicht getroffen. Dadurch haben wir sie immer wieder eingeladen zurückzukommen.“ Die Steigerung in der Abwehr sah Karolius als entscheidend an. „Wir haben gemerkt, dass wir anfangs nicht richtig zugemacht haben, wir sind aber im Spielverlauf immer aggressiver geworden“, befand die Kreisläuferin, die mit ihrer Rolle im Mittelblock, mit Luisa Schulze und Maike Schmelzer, diese Steigerung mit ermöglichte.

Der Zusammenhalt im Kader imponierte dem Bundestrainer. „Ich bin total begeistert von der Art und Weise, wie fokussiert die Spielerinnen sind, wie sie mitgezogen haben“, sagte Michael Biegler laut DHB.de. „Das Training macht großen Spaß, auch wenn es ziemlich anstrengend ist. Alle sind mit Freude dabei“, kommentierte Jenny Karolius den Auftakt unter der neuen Ägide lächelnd. „Ich habe den Ladies vor dem Spiel gesagt: ´Machen wir schon alles richtig oder machen wir Fehler? - Ja, wir machen noch Fehler. Aber wir dämmen die ein.´ Wir fighten richtig in der Deckung. Die ist schon sehr stabil. Wir hatten bloß in der ersten Halbzeit keine ausreichende Torhüterleistung dahinter.“

„Ich freue mich für die Ladies, es ist alles im grünen Bereich. Wir haben in der zweiten Halbzeit auch beim Torwartspiel eine Lösung gefunden. Das ist ein guter Schritt, den sie machen wollen in Richtung Schweden. Das war kein einfaches Spiel, weil sie auch nicht alles belohnt bekommen haben. Aber sie sind ruhig geblieben und haben Geduld gezeigt, das war entscheidend“, zeigte sich Michael Biegler dabei insgesamt zufrieden mit dem Auftritt in der Schweiz. „Am Ende haben wir es nach Hause geschaukelt, weil wir in der Schlussphase besser gegen den Rückraum der Schweizerinnen agiert und zusammen gekämpft haben“, hob Jenny Karolius die letzten zehn Spielminuten positiv hervor.

Die Gastgeberinnen haderten indes mit ihrer Niederlage. „Am Schluss waren wir zum Teil ein wenig unclever und wir sind in der Abwehr nicht mehr so gut gestanden wie am Anfang. Dadurch haben wir viele einfache Gegentore bekommen. Dann wird es gegen Deutschland ziemlich schnell schwer“, sagte Nicole Dinkel bei ihrem letzten Heim-Länderspiel. „Wir haben ziemlich lange den Anschluss gehalten. Bloß hat es dann leider nicht ganz gereicht, ein Punkt wäre schön gewesen“. Erst ab der 49. Spielminute hatte sich Deutschland mit zwei Hubinger-Treffern (19:22) erstmals abgesetzt. Diesen Vorteil hatte die Mannschaft von Michael Biegler danach nicht mehr aus der Hand gegeben.

„Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zukunft“, blickt nicht nur Michael Biegler schnell auf das Spiel am Sonntag gegen Island. „Mit unseren Fans im Rücken und ohne Druck wollen wir einen tollen Abschluss der EM-Qualifikation in Stuttgart bestreiten“, sagte Rechtsaußen Svenja Huber zu DHB.de. „Es muss uns gelingen, den Vorsprung etwas besser zu verwalten. Da haben sich so kleine Dinge eingeschlichen“, fordert Michael Biegler und ist zugleich optimistisch. „Was die Struktur im Angriff angeht, wir kriegen das hin, ich bin da ganz tiefenentspannt.“ Und Karolius meinte abschließend: „Wir werden unsere Leistung analysieren. Gegen Island müssen wir auf jeden Fall… das Tor treffen!“