31.05.2016 16:14 Uhr - Europameisterschaft - Markus Riedlmayer

Österreichs Trainer Herbert Müller vor Showdown in EM-Quali optimistisch: "Chance ist da!"

Österreichs Nationaltrainer Herbert Müller (zugleich Trainer des Thüringer HC)Österreichs Nationaltrainer Herbert Müller (zugleich Trainer des Thüringer HC)
Quelle: groundshots.de
Für Österreichs Nationalmannschaft geht es am Mittwoch in der Olympiaworld Innsbruck gegen Vize-Europameister Spanien um die vielleicht letzte Chance, die Teilnahme an der EURO 2016 zu sichern. Mit dem Heimpublikum im Rücken schätzt Teamchef Herbert Müller die Chancen gegen Spanien höher ein als am Samstag gegen die Niederlande in Den Bosch. „Wir müssen konsequent sein, dürfen keine Fehler machen, dann können wir sie biegen“, so Müller. Das bislang siebte Aufeinandertreffen der beiden Nationen findet erstmals auf österreichischem Boden statt.

Seit Montag weilt das Nationalteam in Innsbruck um sich optimal auf die abschließenden Spiele in der EM-Quali vorbereiten zu können. Trainingseinheiten und Videostudium stehen am Programm. Seit Dienstag ist das Team nun auch endlich komplett – Montagabend reiste Franziska Rath an, Dienstag folgte Sonja Frey.

Doch leider muss Österreich auch zwei Ausfälle verkraften – Steffi Kaiser und Martina Goricanec stehen nicht zur Verfügung. Viel Aufschluss gab nochmals das Spiel am vergangenen Samstag gegen Argentinien. Die Deckung funktionierte einwandfrei, dafür machten Katrin Engel & Co. im Spielaufbau zu viele technische Fehler.

Speziell diesem Thema widmete man die letzten Trainingseinheiten. Und natürlich dem genauen Studium von Spaniens Superstar Alexandrina Cabral Barbosa. Herbert Müller: „Sie ist die vielleicht beste Spielerin der Welt. Die Fans in Innsbruck dürfen sich auf sie freuen. Wir müssen sie natürlich unter Kontrolle bringen, sie nicht ins Spiel finden lassen.“

2009 spielten unsere Damen zuletzt in Innsbruck. Damals trafen sie in der WM-Quali auf Mazedonien. Mit dem 34:25-Erfolg fixierte man damals die Teilnahme an der WM. Diese Erinnerung gibt dem Team zusätzlichen Aufschwung, wie Herbert Müller bestätigt: „Innsbruck ist wirklich ein guter Boden für uns. Wir freuen uns, dass wir endlich wieder hier spielen. Das Publikum ist großartig hier und genau das kann am Ende den Unterschied ausmachen.“

Sechs Begegnungen gab es bislang zwischen Österreich und Spanien. Konnte Österreich die ersten drei Spiele noch für sich entscheiden, gingen die letzten drei allesamt an die Damen von der iberischen Halbinsel. Die letzte Niederlage rührt aus dem Hinspiel in der EM-Qualifikation vom 07. Oktober in Santiago de Compostela. Spanien setzte sich dabei klar mit 25:15 durch. Zum ersten Mal überhaupt, treffen die beiden Nationalteams am Mittwoch auf österreichischem Boden aufeinander.

Dem Team fehlten dabei allerdings einige Stützen, bzw. waren Leistungsträgerinnen wie Beate Scheffknecht oder Sonja Frey gerade erst wieder zurück nach langer Verletzungspause. Gerade Scheffknecht konnte gegen Argentinien unter Beweis stellen, dass sie beinahe wieder bei 100% ist und führte das Team mit zwölf Treffern zum Erfolg. Ganz schmerzfrei ist sie aber bis heute nicht: „Man sagt ja, man braucht so lange um wieder bei alter Leistungsstärke zu sein wie man verletzt war. Ich bin jetzt gut ein Dreivierteljahr wieder voll im Training und fühl mich richtig gut. Trotz aller möglichen Behandlungen bin ich aber nicht schmerzfrei.“

Auf eine Dame freut sich ganz Tirol besonders – Josefine Huber. Mit 15 Jahren führte sie ihr Weg zunächst zu Hypo NÖ um letzten Sommer in die deutsche Bundesliga zu Blomberg-Lippe zu wechseln. Über ihren Werdegang kommt Teamchef Müller, der auch bei ihrem Wechsel zum HSG Blomberg-Lippe seine Hände im Spiel hatte, wahrlich ins Schwärmen: „Es war genau der richtige Zeitpunkt für sie letztes Jahr nach Deutschland zu gehen. Ihre Entwicklung ist enorm, in jeder Hinsicht. Damit hat sie sich auch ihren Platz im Nationalteam erkämpft.“

Für „Fine“ selbst ist die Partie gegen Spanien in mehrerlei Hinsicht ein besonderes: „Einerseits freu ich mich riesig wieder daheim zu sein, andererseits hoffe ich, dass wir mit dem Spiel auch was bewegen können in Tirol. Spanien ist eine absolute Topmannschaft. Wenn wir keine Fehler machen und sie zu Fehlern zwingen, haben wir klar eine Chance.“