19.05.2016 17:00 Uhr - DHB-Pokal - Markus Hausdorf, HBF

Annika Ingenpaß: "Nach einem Tief kommt bekanntlich immer ein Hoch!"

Annika Ingenpaß steht mit Borussia Dortmund im Halbfinale um den DHB-Pokal und trifft am Freitagabend auf die HSG Blomberg-LippeAnnika Ingenpaß steht mit Borussia Dortmund im Halbfinale um den DHB-Pokal und trifft am Freitagabend auf die HSG Blomberg-Lippe
Quelle: Borussia Dortmund
Die Saison 2015/2016 wird Annika Ingenpaß so schnell nicht vergessen. Es war eine Spielzeit mit einigen Tiefen, aber auch vielen Höhepunkten. Am Freitag steht sie mit Borussia Dortmund in der Leipziger Arena im Final Four um den DHB-Pokal. Gegen die HSG Blomberg-Lippe geht es im zweiten Halbfinale um den Einzug ins Endspiel. Die 19-Jährige Kreisläuferin möchte einen positiven Abschied mit den Schwarz-Gelben erreichen, ehe sie im Sommer zum TuS Metzingen wechselt.

„Nach einem Tief kommt bekanntlich immer ein Hoch“, sagte Annika Ingenpaß am Mittwochabend nach dem letzten Mannschaftstraining in Dortmund. Am Donnerstagvormittag macht sich der Tross von Borussia Dortmund bereits auf den Weg nach Leipzig, um sich auf das am Freitag stattfindende Halbfinale um den DHB-Pokal gegen die HSG Blomberg-Lippe vorzubereiten.

Einen kleinen Rückblick auf eine insgesamt sehr bewegte Saison wagte die Kreisläuferin für handball-world.com dennoch. Nach einer kleinen Handballpause vor und nach dem Jahreswechsel einigte sich Annika Ingenpaß mit den Verantwortlichen von Handball-Zweitligist Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern auf eine vorzeitige Vertragsauflösung. „Die Zeit in Koblenz war lehrreich, die Rahmenbedingungen haben sich dort für mich geändert und es passte einfach nicht mehr“, berichtete sie. Mitte Februar ergab sich dann die Gelegenheit zu einem Wechsel zu Borussia Dortmund, wo ihr alter Trainer René Baude als Coach fungierte.

Die 19-Jährige wollte einfach wieder mit Spaß dem Handballsport nachgehen, wurde von den neuen Mitspielerinnen toll aufgenommen. „Eigentlich war zu diesem Zeitpunkt klar abgesprochen, dass ich nur die 2. Mannschaft verstärken und mithelfen solle, den Klassenerhalt in der 3. Liga West zu realisieren“, berichtet Ingenpaß. Aber es kommt ja meist anders als man denkt. Als sich Anne Müller verletzte, war die Kreisläuferin auch im Bundesliga-Team gefragt. So spielte sie für beide Mannschaften.

Mit der 2. Mannschaft gelang Annika Ingenpaß am vorletzten Spieltag die Rettung in der 3. Liga West durch einen 29:21-Erfolg bei der TSG Ober-Eschbach. In Bad Homburg erzielte sie sechs Treffer, hatte wieder einmal großen Anteil an der Erfolgsgeschichte der 2. Mannschaft von Borussia Dortmund.

„Wir sind froh, dass wir trotz der schlechten Hinrunde und der vielen Verletzten die Kurve bekommen haben und mit einer Spielerin wie Annika Ingenpaß, die uns sehr geholfen hat, letztendlich als Team den Klassenerhalt geschafft haben“, sagte die überglückliche Mitspielerin Chantal Funke nach dem Sieg bei der TSG Ober-Eschbach. Für die Junioren-Nationalspielerin war der Klassenerhalt aber auch enorm wichtig. „Für das gesamte Konzept in Dortmund war der Verbleib in der 3. Liga wichtig. Mich hat dieser positive Abschluss einfach für das ganze Team und das Umfeld des BVB glücklich gestimmt“, sagte die Kreisläuferin.

2016 scheint aber das Jahr von Annika Ingenpaß zu werden. Die 19-Jährige konnte bereits im Dezember einen Drei-Jahres-Vertrag beim Vizemeister TuS Metzingen unterzeichnen. „Ich habe einfach ein gutes Gefühl, was Metzingen angeht. Es ist ein gut geführter Verein mit einem familiären Umfeld. Sportlich kann ich national hochklassig spielen, zudem kann ich internationale Erfahrungen sammeln“, sagt die Kreisläuferin, die in Metzingen wieder auf „Wohlfühlbedingungen“ hofft und so auch Bestleistungen abrufen zu können.

Doch das Märchen von Annika Ingenpaß endet noch nicht: Zunächst folgte im April die Berufung in den DHB-Elitekader, dann erhielt sie in der vergangenen Woche erhielt sie vom neuen Bundestrainer Michael Biegler eine Einladung zum ersten Lehrgang der Nationalmannschaft. „Das war natürlich eine Riesenüberraschung, damit hatte ich zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht gerechnet. Deshalb freue ich mich einfach dabei zu sein und dann wird man weitersehen“, sagt die Junioren-Nationalspielerin, die im Juli noch mit der U19-Nationalmannschaft bei der WM in Russland durch eine gute Plazierung einen positiven Abschluss der Jugend-und Juniorenzeit erzielen möchte.