18.05.2016 14:15 Uhr - 2. Bundesliga - tsg

Ketsch mit Spielertrainerin in die 2. Bundesliga - Katrin Schneider: "Gut gerüstet für diese Aufgabe"

Katrin SchneiderKatrin Schneider
Quelle: Marc Fippel
Katrin Schneider, die im letzten Jahr nach Ketsch kam und zuvor in der ersten Bundesliga in Bietigheim und Trier spielte, ist frischgebackene Spielertrainerin der Kurpfalz Bären. Gemeinsam mit Tom Löbich, Adrian Fuladdjusch und Dr. Robert Becker sowie den Torhütertrainern Dirk Schatek, Eva Düllberg und Fabian König bildet sie ein Trainerteam, das für die Damenmannschaften der Bären verantwortlich ist.

Die sportlichen Leiter diskutierten diese Lösung schon seit einiger Zeit, weil sie damit auch die Eigenverantwortung von Spielerinnen und Mannschaft stärken wollen. Sie gaben daher Katrin auch die Anregung zum Erwerb von Trainerlizenzen. Die endgültige Entscheidung fiel während des Urlaubs von Katrin Schneider, die erst am Sonntagabend aus Asien zurückkehrte. Die bald 26-jährige Katrin Schneider – genannt Kate – freut sich über die Erweiterung ihres Wirkungsbereichs, weiß aber auch um die besondere Verantwortung, die diese neue Rolle mit sich bringt.

Spielertrainerin in der 2. Bundesliga: Eine originelle, aber auch problembehaftete Lösung - wie siehst du das selbst?

Katrin Schneider:
Es ist sicherlich keine allzu leichte Aufgabe, auf dem Spielfeld seine Leistung zu bringen und gleichzeitig die Mannschaft taktisch und von der Motivation her zu führen. Andererseits habe ich mit Tom Löbich einen Mann im Training und am Seitenrand, der über viel Sachverstand und Erfahrung verfügt. Wir werden uns sicherlich in der Spielvorbereitung exakt abstimmen, wie wir gegen den jeweiligen Gegner bestehen wollen. Da ich schon in der vergangenen Saison wesentliche Elemente der Spielstrategie mitentwickelt habe, glaube ich, gut gerüstet für diese Aufgabe zu sein.

Als Spielerin fallen Fehlhandlungen jedem sofort ins Auge. Wird darunter nicht die natürliche Autorität bei den Mitspielerinnen leiden?

Katrin Schneider:
Unsere Mannschaft ist sehr gefestigt und hat einen ganz außergewöhnlichen Teamspirit entwickelt. Wir alle verstehen uns prächtig und werden auch dann nicht in Panik verfallen, wenn es in der 2. Liga einmal auf die Ohren gibt. In unserem Team - mit sportlicher Leitung und Trainern - herrscht ein offenes und vertrauensvolles Miteinander, getragen von einer klaren Spielphilosophie und gemeinsamem Rollenverständnis. Ich bin da sehr optimistisch, dass wir auch in kritischen Situationen eine bestmögliche Lösung finden werden.

In Ketsch spielt ja die Nachwuchsarbeit eine ganz besondere Rolle. Wirst du auch hier Akzente setzen?

Katrin Schneider:
Mit Sicherheit wird dieses Thema in unserem Trainerteam immer eine hohe Priorität haben. Es geht dabei um die kollektive Weiterentwicklung unserer Mannschaften sowie den Einbau unserer Neuzugänge und Nachwuchstalente. Gleichzeitig werden wir individuell sehr zielgerichtet arbeiten, um alle Spielerinnen in ihren Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Es wird individuelle Entwicklungspläne geben, die im Training und im Wettkampf die Richtschnur für die Umsetzung geben. Von großem Vorteil, gerade für unsere Nachwuchstalente, ist es, dass wir in allen unseren Mannschaften ein einheitliches Spielsystem pflegen.

Hast du Erfahrungen als Trainer? Und besitzt du schon eine Trainerlizenz?

Katrin Schneider:
Ich habe von meinen bisherigen Trainern sehr viel gelernt, was die Trainingsgestaltung und die Spielsteuerung betrifft, und als Spielführerin war ich häufig eine wichtige Vermittlerin zwischen Trainer und Mannschaft. Nein, eine Trainerlizenz besitze ich nicht, habe mich aber schon vor ein paar Wochen für die notwendigen Lehrgänge angemeldet. Ich komme glücklicherweise in den Nutzen des Angebots des Deutschen Handball-Bundes an ehemalige National- und Bundesligaspieler, die in Kompaktkursen gleichzeitig den C- und B-Schein erwerben können. Mein Antrag wurde bereits bewilligt, und der erste Lehrgang findet schon im Juni statt.

Wie sieht dein zukünftiger Alltag aus? Wirst du dich jetzt ganz auf Handball konzentrieren?

Katrin Schneider:
Nein! Es ist mir ganz wichtig, auch beruflich ein zweites Standbein zu haben, denn die Rahmenbedingungen im Frauenhandball sind doch etwas anders als bei den Männern. Ich arbeite halbtags weiterhin im Marketingbereich eines Unternehmens und will mich auch auf diesem Gebiet weiterentwickeln. Auch hier finde ich bei den Kurpfalz Bären super Unterstützung, weil die ausbildungsbezogene und berufliche Weiterentwicklung der Spielerinnen ein wesentlicher Baustein der Führungsphilosophie in Ketsch ist.