18.05.2016 11:00 Uhr - 1. Bundesliga - red

Premiere: HBF kürt Anna Loerper und Verena Breidert zu den Bundesligaspielerinnen der Saison

Anna LoerperAnna Loerper
Quelle: Michael Heuberger
Eine doppelte Premiere in der Handball-Bundesliga der Frauen: Die Ligavereinigung HBF bat nach der gerade beendeten Saison erstmals die Trainer und Spielerinnen der 1. und 2. Bundesliga um ihr Votum für die Spielerin der Saison. Die Wahl war in beiden Ligen eindeutig: Anna Loerper von der TuS Metzingen in der 1. und Verena Breidert von der TG Nürtingen in der 2. Bundesliga verbuchten jeweils sowohl bei Trainern wie auch bei Konkurrentinnen mit Abstand die meisten Stimmen. Ausgezeichnet werden beide am Wochenende im Rahmen des Final4 des DHB-Pokals in Leipzig.

"Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Natürlich ist es etwas besonderes von den Trainern und Trainerinnen sowie Spielerinnen gewählt zu werden, da sie die handballerische Leistung nochmal anders bewerten können und es kommt nicht oft vor, dass man in einer Mannschaftssportart alleine geehrt wird", freute sich Anna Loerper über die Auszeichnung als Spielerin der Saison der 1. Bundesliga.

Auf den Plätzen landeten Angie Geschke vom VfL Oldenburg und ihre Teamkollegin Julia Behnke, beide beeindruckten auch die über 200-fache Nationalspielerin mit ihren Leistungen: "Angie hat eine sehr gute Saison gespielt und ich gratuliere ihr zur Torjägerkanone! Julia ist eine bedeutende Stütze in unseren Mannschaft und ganz wichtig für mein Spiel. Ganz sicher wird sie in den nächsten Jahren eine feste Größe in der Nationalmannschaft sein", so die Spielmacherin.

"Highlights waren sicherlich unsere EHF Cup Spiele in Tübingen bei denen wir eine wahnsinnige Unterstützung der Fans erfahren haben", blickt Anna Loerper auf die Saison zurück. Nach der Weltmeisterschaft gab es Rückschläge, danach konnte die TuS aber "eine wahnsinnige Siegesserie starten und ins Finale des EHF Cups stürmen. Leider fehlten uns am Ende der Saison durch verletzungsbedingte Ausfälle auch ein wenig die Kräfte. Letztendlich ist die Saison für die TuS Metzingen eine riesige Sensation. Auch in Hinblick auf die letzten Jahre hat sich der Verein unter der Führung von Ferenc Rott zu einem Top Club in Deutschland entwickelt. Natürlich sind wir traurig über die verpassten Chancen, können aber mit unserer Saison und zwei Silbermedaillen zufrieden sein", so die Spielmacherin.

"Ein großes sportliches Ziel ist es bei der WM 2017 in Deutschland dabei zu sein", erklärt die 31-Jährige, die aufgrund einer im Finale des EHF-Pokals erlittenen Verletzung bei den ersten Spielen unter dem neuen Bundestrainer Michael Biegler fehlen wird. Dieser hat sie aber bereits überzeugt: "Mein erster Eindruck ist rundum positiv. Es gab sehr offene und ehrliche Gespräche. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und spüre auch schon eine gewisse Aufbruchsstimmung." Auch in der Bundesliga sei die Entwicklung generell positiv: "Leistungsmäßig hat die Spitze sich verdichtet und Mannschaften wie Dortmund, Bietigheim oder wir können plötzlich oben mitspielen. Der härtere Wettbewerb tut allen Spielerinnen gut und für die Zuschauer wird es auch interessanter."


Verena Breidert
Foto: Tobias Baur

In der 2. Bundesliga fiel das Votum ebenfalls deutlich aus: Verena Breidert wurde zur Spielerin der Saison gewählt, sie lag ebenfalls sowohl bei den Trainer- wie auch den Spielerinnenstimmen klar vorne. Die Rückraumspielerin war die Lebensversicherung für Aufsteiger TG Nürtingen, der auch aufgrund ihrer 294 Treffer mit 26:34 Punkten sicher in Richtung Klassenverbleib steuerte.

"Da Frances Günthel und Nadine Hofmann nicht dabei waren, wusste ich, dass ich viel Verantwortung tragen muss. Dass es jedoch so gut laufen wird, damit habe ich nicht gerechnet", lacht Breidert und fügt mit Blick auf die Auszeichnung an: "Wenn die Leistung so geschätzt wird, ist es immer etwas Besonderes. Der Mannschaftsgedanke steht jedoch klar im Vordergrund - der persönliche Erfolg ist zweitrangig."

"Die Derbys gegen Nellingen, Herrenberg und Neckarsulm waren etwas Besonderes - gerade, da wir gegen Herrenberg und Nellingen einen unerwarteten Sieg einfahren konnten", blickt Breidert auf die Saison zurück, mit dem Abschneiden zeigte sie sich "durchaus zufrieden", auch wenn es am Ende der ein oder andere Punkt mehr hätte sein können. "Wir haben gezeigt, dass man mit wenig viel erreichen kann", erklärte die erfahrene Akteurin, die mit Göppingen bereits international spielte. Im letzten Jahr stieg sie mit Nürtingen von der 3. in die 2. Bundesliga auf. "Sportlich ist es natürlich ein großer Sprung - die Qualität der Spielerinnen, das Tempo, die Torhüterinnen, die Fitness und die individuellen Stärke", blickt sie auf die Unterschiede.

Hinter ihr landeten mit Alena Vojtiskova und Maike Daniels zwei Spielerinnen von Meister Neckarsulmer Sport-Union auf den Plätzen. Der Verein sei zurecht Meister: "Sie haben den besten Kader und das Umfeld hat über die letzten Jahre hinweg alles vorbereitet. Es ist absolut verdient. Ich denke, dass sie diesen Schritt sowohl sportlich als auch finanziell gehen können und wettbewerbsfähig sein werden", befindet Breidert. Die Spielerin der Saison weiß unterdessen noch nicht sicher, ob sie in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga spielen wird. "Wir führen noch Gespräche", verrät die 36-Jährige, die bei der Polizei in Vollzeit arbeitet. "Es wäre ein schöner Moment, mit so einer Leistung aufzuhören, aber andererseits macht es noch so viel Spaß und es wäre schade, den Handball nicht mehr zu haben. Ich muss für mich überlegen, ob ich so ein Jahr noch einmal durchhalten kann."