14.05.2016 10:00 Uhr - DHB-Pokal - Winfried Wächter, PM

"Sehr zuversichtlich" - Leipzigs Luisa Schulze vor den beiden Showdowns im Interview

Luisa SchulzeLuisa Schulze
Quelle: Brauner, HCL
Nationalspielerin und Kampagnengesicht Luisa Schulze kämpft aktuell mit ihrer Mannschaft um zwei Titel im nationalen Frauenhandball. Die 25-Jährige ist seit zehn Jahren eine feste Größe beim HC Leipzig und spielt seit 2011 in der Deutschen Nationalmannschaft der Frauen. Wie sie die Meisterschaftspartie gegen den Thüringer HC einschätzt, was sie vom HBF Final4 erwartet und welche Erinnerungen sie an die letzte Meisterschaft 2010 hat, erzählt sie in folgendem Interview mit Winfried Wächter.

Wie groß ist Ihre Zuversicht, dass der HCL am Sonnabend beim THC gewinnt und die Meisterschaft feiert?

Luisa Schulze:
Ich bin sehr zuversichtlich, habe ein gutes Gefühl. Natürlich wissen wir, dass der THC eine sehr gute Mannschaft hat und dass es in diesem Spiel heiß hergehen wird. Das ist ja auch normal, schließlich geht es um den Titel.

Woher rührt das gute Gefühl?

Luisa Schulze:
Weil wir uns im Laufe der Saison weiterentwickelt haben, als Mannschaft zusammengewachsen sind. Ich gehe also davon aus, dass wir jetzt stärker sind als in der Hinrunde.

Als gegen den THC das Heimspiel 30:34 verloren wurde.

Luisa Schulze:
Zum Beispiel. Wir wissen, was wir in diesem Spiel falsch gemacht haben und werden unsere Konsequenzen ziehen.

Welche?

Luisa Schulze:
Ich bitte um Verständnis, wenn ich hier nicht öffentlich ins Detail gehen möchte. Wir werden versuchen, dem THC einen großen Kampf zu liefern und ich bin optimistisch, dass dies gelingt.

Klar treffen wir, wie schon gesagt, auf einen starken Gegner, der seine Qualitäten seit vielen Jahren unter Beweis gestellt hat. Aber ich glaube, dass wir im Moment etwa auf gleichem Niveau agieren. Ich hatte mir im März gewünscht, dass wir im letzten Spiel die Meisterschaft entscheiden können. Nun ist es dazu gekommen und diese Gelegenheit wollen wir nutzen.

Spielt es eine Rolle, dass der HCL und der THC am 20. Mai in Leipzig im Halbfinale des Final4 erneut aufeinandertreffen?

Luisa Schulze:
Jetzt gilt unsere Konzentration erst mal dem kommende Spiel, das ist ja normal. Dass es eine Woche später für den Verlierer die Möglichkeit gibt, sich zu revanchieren und der Sieger die Gelegenheit hat, sich zu bestätigen, hat natürlich schon einen besonderen Reiz. Auch für die Fans, die sich daher bestimmt auch sehr auf die Pokalendrunde freuen.

Wie wichtig ist der Sieg beim Final4 für den HCL?

Luisa Schulze:
Was heißt wichtig? Wer beim HCL spielt, der weiß, dass es darum geht, oben mitzuspielen. Und dafür ist die Endrunde eine gute Gelegenheit. Es ist einfach schön, dass sie bei uns stattfindet.

Ich kann mich natürlich gut daran erinnern, was vor zwei Jahren in der Arena los war, als wir den Pokal holten. Eine solche Stimmung, die volle Halle, das vergisst man einfach nicht. Es hat alles gepasst. Und dass wir den Pokal gewinnen wollen, versteht sich von selbst. Das wollen die anderen auch, und das wird bestimmt wieder eine sehr stimmungsvolle Veranstaltung.

Welche Erinnerungen haben Sie an die letzte Meisterschaft des HCL 2010?

Luisa Schulze:
Das war meine erste Saison in der Bundesligamannschaft, also auch unvergessen. Mein Anteil am Titel war damals eher gering, ich war ja auch noch sehr jung, aber trotzdem mächtig stolz. Seitdem hat sich das Team sehr verändert und ich hoffe, dass wir unsere Entwicklung am Sonnabend gegen den THC und dann bei der Pokalendrunde bestätigen können.

Sie agieren im Abwehrzentrum und am Kreis fast ständig im "Nahkampf". Wie kommen Sie damit zurecht?

Luisa Schulze:
Wie man sieht, ganz gut. Ich habe nach dem Abpfiff allerdings oft ein paar blaue Flecke mehr, aber es macht schon Spaß, sich auf engstem Raum durchzusetzen oder eben zu verhindern, dass sich die Gegnerin durchsetzt.

Begonnen habe ich bekanntlich im Rückraum, bis mich Heine Jensen an den Kreis stellte. Aber ich werfe schon ab und zu aus der Ferne, die Abwehr sollte sich nicht zu sicher sein, dass ich einfach so an den Kreis laufe und auf ein Zuspiel warte.

An wem haben Sie sich am Kreis orientiert?

Luisa Schulze:
Viel habe ich von Anne Müller gelernt. Sie hat ja bis zum Vorjahr bei HCL gespielt, und ich habe immer ihren Einsatz bewundert. Sie ist zwar ein anderer Typ als ich, aber diese Eigenschaft muss man einfach mitbringen, um erfolgreich zu sein. Ich freue mich jedenfalls darauf, sie bei der Pokalendrunde zu sehen, wenn sie mit Borussia Dortmund hier antritt. Und ihre vielen Fans in Leipzig tun das bestimmt auch.