06.05.2016 19:30 Uhr - EHF-Pokal - Felix Buß - handball-world.com

EHF-Cup-Premiere endet ungekrönt: Metzingen unterliegt in Veszprem klar

Anna Loerper schied nach 45 Minuten aus.Anna Loerper schied nach 45 Minuten aus.
Quelle: sportseye.de


Anita Bulath bei der PokalübergabeAnita Bulath bei der Pokalübergabe
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80 Fans in Fanbussen und etwa 300 weitere privat angereiste Anhänger der TuS Metzingen waren nach Veszprem gekommen: Ihr Team kämpfte am Freitagabend in der ungarischen Handball-Metropole gegen Dunaujvaros KKA um den erstmaligen Gewinn des EHF Cups. Den 28:26-Heimsieg im Rücken, gelang Metzingen aber kein gutes Rückspiel. Vor über 4000 Zuschauern setzte sich Dunaujvaros bis zur Pause zunächst auf 18:14 ab und zog danach bis zur 54. Spielminute auf 27:18 davon. Metzingens Spielmacherin Anna Loerper hatte sich nach 45 Minuten am Fuß verletzt. Dunaujvaros nutzte diese Phase um sich vorentscheidend abzusetzen. Mit 29:21 gingen sie als Sieger vom Feld, beste Torschützin war Krisztina Triscsuk (11/4), für Metzingen traf Tonje Løseth achtmal.

Dunaujvaros und Metzingen mit ihren erfahrenen Spielmacherinnen Anita Bulath und Anna Loerper starteten nervös ins entscheidende Finalrückspiel. Technische Fehler und Würfe ans Gebälk pflasterten auf beiden Seiten den steinigen Weg in die Partie. Dunaujvaros gelang es dabei mit der vorgezogen agierenden Melinda Vincze, den Spielaufbau der TuS Metzingen zu stören. Die Schwäbinnen waren defensiv orientiert. Sie liefen gleich einem knappen Rückstand hinterher. Dabei verlief die Partie zunächst recht ausgeglichen. Nach Marlene Zapfs 3:3-Treffer nutzten die Hausherrinnen jedoch weitere Fehler der Gäste zum 5:3-Zwischenstand. Dunaujvaros machte Druck.

Vor der wie erwartetet beeindruckenden Kulisse hielten Sabine Stockhorst und Tonje Løseth, die nach zehn Minuten zum 6:6 netzte, die „Pink Ladies“ im Spiel. Allerdings zeigte sich die Abwehr weiterhin anfällig. Babett Szalai musste nun kurzzeitig für Anita Bulath einspringen, die sich bei einer Abwehraktion verletzt hatte. Bulath fehlte auch im Mittelblock. Metzingens Norwegerin nutzte diesen Umstand zum 6:7-Führungstreffer. Dunaujvaros, das schneller spielte als am vergangenen Samstag in Tübingen, konterte aber sofort über Szalai, Triscsuk und Kovacs zum 9:7. Abermals war der Unterschied aus dem Hinspiel genullt. Triscsuk nutzte danach einen Strafwurf zum 10:7.

Dunajvaros lag erstmals in der Gesamtaddition vorne, da Metzingen fünf Angriffe in Folge ohne Treffer geblieben war und in der Abwehr weiterhin glanzlos agierte. Sechs Minuten warteten die Schwäbinnen auf ein Tor, als Trainer Csaba Konkoly in der 18. Spielminute beim Stand von 11:7 die erste Auszeit legte. Anna Loerper schien den Knoten mit einem Siebenmeter lösen zu können. traf Dunaujvaros traf kurz darauf, wie beim 11:7, erneut nach einem Abpraller und hatte das Glück auf seiner Seite, während Tonje Løseth im Gegenzug nur die Latte traf. Metzingen hatte Mühe, den Rückstand im weiteren Verlauf im Rahmen zu halten. Beim 18:14-Pausenstand betrug er vier Tore.

Krisztina Triscsuk war in den ersten 30 Spielminuten die entscheidende Spielerin im Angriff von Dunaujvaros gewesen. Sechs Treffer aus dem Feld und drei weitere von der Markierung gingen auf das Konto der 30 Jahre alten Rückraumlinken. Metzingen hatte in Tonje Løseth mit bislang sieben Treffern seine Hoffnungsträgerin. Dunaujvaros kam auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte einfach zu Strafwürfen. Metzingen erhielt kurz nacheinander zwei Zeitstrafen und war über eine Minute nur zu viert auf dem Feld. Die Gastgeberinnen gingen in dieser Phase mit 21:15 in Vorlage. Marlene Zapf vergab etwas später die Chance, Metzingen auf 21:17 heranzubringen. Dunaujvaros war im Vorteil.

Csaba Konkoly wechselte in der Abwehr Nicole Dinkel für Celine Michielsen ein. Die Schweizerin bildete nun mit Tonje Løseth den Mittelblock. In der etwas chaotischen Phase, schien Celine Michielsen das 21:18 erzielt zu haben. Der Treffer wurde aber vom Tisch zurückgepfiffen. Metzingen blieb in Ballbesitz, scheiterte aber in der Wiederholung, auf der Gegenseite erkämpfte Dunaujvaros den siebten Strafwurf und eine Zeitstrafe gegen Temes. Abermals hatte der frühere Champions-League-Gewinner drei Tore Vorsprung. Babett Szalai legte einen weiteren Treffer drauf, ehe Csaba Konkoly mit der Grünen Karte zum Zeitnehmer marschierte. Metzingen brauchte eine Besprechung.

18 Minuten waren noch zu spielen. Dunaujvaros hatte das psychologische Moment klar auf seiner Seite und wurde von der Stimmung in der Veszprem Arena getragen. Zudem musste Metzingen ab der 45. Spielminute auf Spielmacherin Anna Loerper verzichten, die sich am linken Fuß verletzte. Bernadett Temes sprang ein. Kurz darauf geriet Dunaujvaros nach einem Foul an Celine Michielsen in Ballbesitz. Der Ball kam zu Kreisläuferin Dusmata Takacs, die das 24:18 erzielte. Krisztina Triscsuk entschied das Spiel beim 26:18 (51.) vorzeitig. Die TuS ließ nach dem Ausfall von Loerper die taktische Variabilität vermissen und war zwölf Minuten torlos. Der EHF Cup geht zum zweiten Mal nach 1998 an Dunaujvaros.