25.04.2016 14:30 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - handball-world.com

Anna Loerper: "Wollen das Gefühl der letzten Wochen wieder aufnehmen"

Anna LoerperAnna Loerper
Quelle: Marco Schultz
Nach der ersten Halbzeit hatte die TuS Metzingen am Samstag im Spitzenspiel mit 16:13 vorne gelegen. Am Ende jubelte dann der Thüringer HC über einen knappen 31:30-Erfolg, der die Mannschaft von Herbert Müller zurück an die Tabellenspitze bringt. Wir sprachen mit Metzingens Kapitän Anna Loerper über die schmerzhafte Niederlage. Ihr Blick geht dabei in der englischen Woche auf die Partie am Mittwoch in Bietigheim und die beiden Spiele um den Sieg im EHF-Pokal. „Wir versuchen, unsere letzten drei Ligaspiele zu gewinnen“, sieht Loerper die Meisterschaft noch offen. Weitere Impressionen zum Spiel in Tübingen liefert auch eine Bildergalerie von Tobias Baur.

Anna Loerper, ihr habt euer Heimspiel gegen den Thüringer HC knapp mit 30:31 verloren. Jetzt ist der Thüringer HC Erster, die TuS Metzingen nur noch Dritter. Woran lag es aus deiner Sicht, dass ihr das Spiel trotz teils deutlicher Führung nicht für euch entscheiden konntet?

Anna Loerper
Natürlich machen wir am Ende sehr viele Fehler. Aber, wie soll ich das formulieren: Es hat sich irgendwie auch nicht immer angefühlt wie ein Heimspiel. Wir haben aber keine Wahl: Am Mittwoch geht es schon weiter, da haben wir in Bietigheim ein schwieriges Spiel. Die sind auch noch im Titelkampf. Wir müssen das sportlich nehmen und die Niederlage möglichst schnell verdauen.

Euch steht wieder einmal eine englische Woche bevor. Am kommenden Samstag trefft ihr im Finale des EHF-Pokals im Heimspiel auf Dunaújvárosi Kohász. Das Rückspiel ist am Freitag darauf. Am Ende könnte ein weiterer Europäischer Titel in deiner „Vitrine“ stehen…

Anna Loerper
Mit Holstebro habe ich 2013 den gleichen Wettbewerb gewonnen. Mit Leverkusen gab es den Finalsieg im Challenge Cup. Das mit Metzingen jetzt ist also das dritte Finalspiel für mich.

Du bist eine der erfahrensten Spielerinnen im Kader der TuS Metzingen und außerdem Kapitän. Was sind deine Mittel, um deinen Mitspielerinnen für die beiden Finalspiele, und natürlich auch für das Spiel in Bietigheim am Mittwoch, wieder Mut zu machen, vor dem Hintergrund dieser Niederlage gegen den Thüringer HC?

Anna Loerper
Ja, genau. Bisher war es „einfach“, in solche Spiele wie dieses hier zu gehen. Wir schwimmen auf einer absoluten Euphoriewelle. Trotz dieser Niederlage heute wollen wir ganz klar dieses Gefühl der letzten Wochen wieder aufnehmen. Natürlich war die Niederlage bitter, nach 18 Siegen in Serie tut das schon ein bisschen weh. Aber wir wollen uns dieses Gefühl wieder zurückholen. Wir müssen uns klarmachen, dass es trotz dieser Niederlage eine sehr erfolgreiche Saison für uns ist, auch in einem europäischen Finale zu stehen. Das ist etwas ganz Besonderes und vielleicht für die eine oder andere sogar einmalig. Deswegen glaube ich, dass man uns diese Niederlage nicht anmerken wird.

Welche Chancen siehst du noch dafür, den Meistertitel erstmals nach Metzingen zu holen?

Anna Loerper
Ich denke, der Thüringer HC hat jetzt das Momentum auf seiner Seite. Auch mit dem Restprogramm. Aber es ist trotzdem noch alles offen. Wir versuchen jetzt unsere letzten drei Ligaspiele zu gewinnen. Ganz klar. Dann gucken wir am Ende der Saison auf die Tabelle, ob es gereicht hat.

Vielen Dank für das kurze Gespräch.