24.04.2016 10:52 Uhr - 3. Liga Nord-West - Markus Hausdorf

TuS Lintfort sichert sich in der Weststaffel Platz 2 hinter Aufsteiger HSG Kleenheim

Der TuS Lintfort hat sich durch einen mühelosen 30:20 (14:9)-Erfolg beim HSV Solingen-Gräfrath die Vizemeisterschaft in der 3. Liga West hinter Meister und Aufsteiger HSG Kleenheim gesichert. Ob die Mannschaft von Bettina Grenz-Klein sogar noch direkt aufsteigt, entscheidet sich am Sonntag. Sollte der SV Allensbach in der Südstaffel Zweiter werden, würde der TuS Lintfort direkt in die 2. Bundesliga aufsteigen. Wird der HCD Gröbenzell Zweiter, wird es zwischen den Bayern und dem TuS Lintfort zwei Entscheidungsspiele über den weiteren Aufsteiger in die 2. Bundesliga geben. Der HSV Solingen-Gräfrath ist sportlich endgültig abgestiegen, wird aber Anfang Mai zwei Relegationsspiele gegen den Südvertreter austragen, um den ersten oder zweiten Nachrücker auszuspielen, sollten weitere Vereine aus der 3. Liga ausscheiden.

50 Zuschauer wollten den letzten Heimauftritt des HSV Solingen-Gräfrath gegen den TuS Lintfort in der Spielzeit 2015/2016 live verfolgen. Ernst Meyer hatte sein Team kräftig durchgemischt, schickte eine völlig neue Startformation aufs Feld und beorderte die zuletzt nicht berücksichtigte Sabrina Romeike wieder ins Gehäuse. Zwar konnten sich die Gäste eine schnelle 2:0-Führung (3. Minute) durch Treffer von Harma van Kreij, die es zu Borussia Dortmund zieht, und einen Siebenmetertreffer von Tatjana van den Broek herausspielen, doch der HSV gab durch einen Doppelschlag von Julia Schumacher die richtige Antwort. So hieß es nach fünf Minuten 2:2. Allerdings stand die Deckung der Gastgeberinnen nicht, die Gäste aus Lintfort tauchten immer wieder frei vor Sabrina Romeike auf. Bei den meisten Würfen wurde sie von ihren Mitspielerinnen im Stich gelassen. Dennoch zeigte die 20-Jährige eine gute Leistung, wehrte immer wieder gute Gelegenheiten des Tabellenzweiten ab und hielt den HSV im Spiel.

Dennoch lagen die Gäste nach einer Viertelstunde mit 3:7 zurück, vor allem weil man beste Gelegenheiten ausgelassen hatte. HSV-Coach Ernst Meyer zog die grüne Karte, doch besser wurde die Partie nicht mehr. Mühelos konnten sich die Lintforterinnen weiter absetzen. Nach 24 Minuten führte der TuS bereits mit 14:5. Doch nun sollte die Zeit von Kamila Caluzynska kommen. Während Sabrina Romeike ihren Kasten in den Schlussminuten des ersten Durchganges sauber hielt, erzielte die Torjägerin vom Dienst, die dem Verein und den Mitspielerinnen unter der Woche mitteilte, dass sie dem HSV in den Relegationsspielen nicht zur Verfügung stehen werde, drei Treffer in Folge und verkürzte auf 8:14. Ein von Lena Heider verwandelter Siebenmeter brachte den HSV kurz vor der Halbzeitpause sogar wieder mit 9:14 heran.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit überraschte Ernst Meyer dann wieder mit für die Zuschauer nicht nachvollziehbaren Wechseln. Sowohl die erfolgreichste Schützin in Halbzeit eins, Kamila Caluzynska als auch die starke Keeperin Sabrina Romeike saßen auf der Bank. Für Romeike brachte Meyer die Oberliga-Keeperin Heike Paulus ins Spiel, die im zweiten Durchgang kaum einen Ball zu fassen bekam. So kam es wie es kommen musste: Während man in den ersten elf Minuten im Angriff nur einen Treffer, den Lena Heider per Siebenmeter erzielen konnte, markierte, kassierte man in der Deckung Treffer um Treffer und lag in der 41. Minute mit 10:20 zurück. Die Gäste zogen weiter dran, boten den Zuschauern zumindest einige gelungene Spielzüge, so dass man zwischenzeitlich sogar mit 13 Treffern Unterschied (24:11, 25:12) führte. Bettina Grenz-Klein schickte in den letzten Minuten die junge Garde um Naina Klein, Jana Willing und die zum Buxtehuder SV wechselnde Katharina Hufschmidt ins Spiel. Am Ende gewannen die Gäste das letzte Drittligaspiel mit 30:20.

„Wir wären auf jeden Fall bereit, in die 2. Bundesliga aufzusteigen“, sagte Bettina Grenz-Klein. „Mit dem Spiel heute kann ich zufrieden sein, wir haben die Aufgabe sehr souverän gelöst. Nun warten wir den Sonntagnachmittag ab, was im Süden passiert.“ Das wird auch der HSV Solingen-Gräfrath tun, schließlich kommen gleich drei Mannschaften als Gegner in der für den 05. und 08. Mai angesetzten Relegationsspielen in Frage. Die Solingerinnen könnten auf die HSG Sulzbach/Leidersbach, den ESV Regensburg oder den VfL Waiblingen treffen.