13.04.2016 21:06 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Metzingen setzt Serie mit Arbeitssieg über Göppingen fort

17. Sieg in Serie für Julia Behnke (re.) und die TusSies 17. Sieg in Serie für Julia Behnke (re.) und die TusSies
Quelle: Marco Schultz
Die Frisch Auf Frauen konnten beim Derby in Metzingen befreiter aufspielen, da zwei Absteiger aufgrund der Nachrichten aus Rosengarten und Berlin bereits feststehen. Das gelang dem Team von Aleksandar Knezevic, nach Anlaufproblemen forderte man den Favoriten lange Zeit. Die TuS Metzingen, bei der Kelly Vollebregt (Mittelfuß-Prellung) und Ina Großmann (Oberschenkel) fehlten, lag zur Pause etwas glücklich mit vier Toren vorne. Danach gelang den Gastgeberinnen vor 885 Zuschauern ein guter Start, ein 6:1-Lauf brachte die TusSies auf die Siegerstraße. Bei dem 34:28 (18:14)-Sieg traf Julia Behnke (7) am häufigsten für Metzingen. Maxime Struijs (9/7) war in dem kämpferischen Duell die beste Werferin der Gäste.

Die TuS Metzingen, die gemeinsam mit dem Thüringer HC an der Tabellenspitze steht, allerdings mit 29 Toren Rückstand, ging als klarer Favorit ins Derby gegen die Frisch Auf Frauen. Torhüterin Sabine Stockhorst guckte sich zudem die Göppinger Werferinnen aus und ließ sich innerhalb der ersten vier Spielminuten vier Paraden notieren. Metzingen spielte zwar im Angriff auch nicht fehlerfrei, nutzte aber die Vorlagen der Schlussfrau und hatte schon dreimal eingenetzt, ehe Anja Brugger den ersten Treffer für die Stauferstädter setzte. Metzingen zog ein schnelles Spiel auf, das Göppingen zunächst kaum kontrollieren konnte, obwohl Edit Lengyel an alter Wirkungsstätte einen guten Job machte.

Nach zehn Minuten konnte Göppingen den Schalter umlegen, arbeitete in der Deckung besser zusammen und wurde aggressiver. Die Knezevic-Sieben ließ zunächst das 5:4 liegen und Metzingen setzte sich abermals auf drei Tore ab. Einen weiteren Ballgewinn nutzte dann jedoch Iris Guberinic zum 6:5. Metzingen hatte die Führung in dieser Phase der Routine von Tonje Løseth und Bernadett Temes zu verdanken. Göppingen setzte mit Ana Petrinja und Michaela Hrbkova phasenweise auf zwei Spielmacherinnen, traf aber hin und wieder ungünstige Entscheidungen. Dann setzte unter anderem Prudence Kinlend wichtige Akzente. Drei Struijs-Strafwürfe führten Göppingen zum 10:10.

Metzingen zeigte nun hin und wieder Nerven, so hatte Göppingens Torhüterin Edit Lengyel schon zwei Strafwürfe entschärft. In Unterzahl lief Michael Hrbkova für die Grün-Weißen nach einem Ballgewinn den Gegenstoß zum 12:12. Csaba Konkoly unterbrach das Spiel, doch es dauerte einen Moment, ehe sein Team über die Abwehr den Schlussspurt der ersten Hälfte einläutete und drei technische Fehler der Gäste nutzte, um auf 16:13 zu stellen. Die letzten 20 Sekunden wollte dann Göppingen gestalten, doch Maxime Struijs verpasste ihren achten Treffer gegen Sabine Stockhorst . Julia Behnke vollendete den Gegenstoß und stellte mit der Sirene auf 18:14 für die TusSies.

In der schwierigen Phase vor der Pause hatte wohl die 16-Siege-Serie den „Pink Ladies“, trotz der technischen Fehler, das nötige Selbstvertrauen verliehen. Das war dann aber wie weggeblasen: Göppingen rückte, trotz zweier Ballverluste, mit Treffern von Struijs, Hrbkova und Petrinja auf 18:17 heran. Die Gäste konnten Metzingen in der Deckung immer wieder zurückdrängen und erhielten dadurch leichte Einwurfchancen. Im Gegenzug benötigten die TusSies fünf Minuten für ihren ersten Treffer. Diesmal verschlief Göppingen den Start in die Halbzeit nicht.

Metzingen justierte in diesem kritischen Moment die Abwehr und fand die Stellschrauben. Maren Weigel störte vorgezogen, Nicole Dinkel verlieh alsbald zusätzliche Sicherheit. Das wirkte: Wendy Obein, in der zweiten Halbzeit im Kasten, parierte vier Würfe in Serie und vorne warf Spielmacherin Anna Loerper den Motor an. Treffer von Løseth, Loerper und Weigel bedeuteten nach 42 Minuten das 23:18. Nach Julia Behnkes Konter zum 24:19, der Pass kam von Weigel, benötigte Göppingen eine Auszeit. Der 6:1-Lauf bereitete Aleksandar Knezevic Kopfzerbrechen.

Metzingen verwaltete den Fünf-Tore-Vorsprung im weiteren Verlauf mit schnellem Spiel und spielte in der Abwehr wie im Angriff nun punktgenau. Anna Loerper gefiel beim 27:22 zehn Minuten vor Schluss mit einer Einzelaktion. Danach schien Göppingen abzubauen und geriet beim 30:23 mit sieben Toren in Rückstand. Abermals traf Loerper, die in der ersten Halbzeit keinen Torerfolg verbucht hatte. Zudem schwächte sich Göppingen selbst durch individuelle Fehler, konnte aber am Ende nochmals Paroli bieten, sodass der Unterschied beim 34:28-Schlusspfiff etwas geringer ausfiel.

"Es war schwierig, das Tempo von Metzingen mitzugehen, dadurch sind wir mehrmals in eine Krise geraten. Aber ich muss meine Spielerinnen auch für die Leistung loben. Zugleich muss ich anmerken, dass wir noch nicht ganz gerettet sind, weil es unter bestimmten Bedingungen drei Absteiger aus der HBF geben könnte", rekapitulierte Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic. "Der Schlüssel war unser Tempospiel, in der Abwehr haben etliche Dinge nicht so gut funktioniert", hofft Metzingens Trainer Csaba Konkoly derweil, dass seine Spielerinnen in der englischen Woche bald den Kopf für die nächste Aufgabe freibekommen." Tonje Løseth freute sich: "Das war ein richtig schwieriges Spiel, aber am Ende steht ein Sechs-Tore-Sieg."