badfetish.org tryfist.net trydildo.net

13.04.2016 16:19 Uhr - 1. Bundesliga - deg

"Wir waren enttäuscht und wütend": Melissa Luschnat über den Abstieg von Rosengarten

Melissa LuschnatMelissa Luschnat
Quelle: Hermann Jack
In der 1. Bundesliga der Frauen haben die Spreefüxxe Berlin und die SGH Rosengarten keinen Lizenzantrag für die kommenden Saison in der höchsten deutschen Spielklasse gestellt und stehen damit als Absteiger fest. Melissa Luschnat von der SGH Rosengarten sprach über die Situation im deutschen Frauenhandball, der - so sein Fazit - "leider nicht vom Gewinn des Europameistertitels der Männer profitiert".

Wie bewertest du den Saisonverlauf für dich und die Luchse?

Melissa Luschnat:
Leider nicht so erfolgreich wie angedacht. Unser Ziel war der sportliche Klassenerhalt, aber das ist uns nicht gelungen, auch in finanzieller Hinsicht können wir die Klasse nicht halten. Wir hatten mit Verletzungen zu kämpfen, und nicht die Breite und Qualität des Kaders diese aufzufangen. Für mich persönlich verlief die Saison ebenfalls sehr schwankend. Ich konnte im Rückraum nicht richtig Fuß fassen und habe dann aber meine "alte" Position auf links außen wieder lieben gelernt, dort läuft es besser. Ich darf viel spielen und konnte Erfahrungen sammeln.

Du hast deinen Vertrag in Rosengarten verlängert. Was sind die Gründe dafür?

Melissa Luschnat:
Ich fühle mich in Buchholz sehr wohl. Ich bin im letzten Jahr hier her gezogen und arbeite auch in Buchholz bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Für mich stimmt das Gesamtpaket. Ich darf hier viel spielen und bin auch arbeitstechnisch sehr zufrieden.

Rosengarten hat für die kommende Saison keine Lizenz für die 1. Liga beantragt. Wie siehst du die Entscheidung und wie steht die Mannschaft dazu, der Klassenerhalt war ja noch möglich?

Melissa Luschnat:
Wir waren natürlich alle enttäuscht und wütend. Die Entscheidung wurde uns ja schon früh mitgeteilt. Ich finde es sehr schade, wenn nicht die sportliche Leistung über Abstieg entscheidet, sondern die finanzielle Seite. Zur Zeit stehen wir auf dem letzten Tabellenstand, aber der Klassenerhalt war ja damals noch möglich.

Auch Mannschaften wie Berlin in der 1. Liga oder Koblenz in der 2. Liga haben keine Lizenz beantragt. Hat der Frauenhandball ein schlechtes Standing in Deutschland?

Melissa Luschnat:
Es ist deutlich spürbar, dass der Frauenhandball nicht so im Fokus steht wie der Männerhandball. In fast allen Mannschaften muss nebenbei noch gearbeitet werden. Die Männer verdienen das 10-fache und haben aber auch deutlich mehr Zuschauer als der Frauenhandball. Ich finde es natürlich sehr schade und würde mir wünschen mehr Menschen für den Frauenhandball begeistern zu können.

Es ist in Deutschland auch schwierig im Frauenhandball als Profi tätig zu sein. Für viele Spielerinnen steht die berufliche Zukunft auch im Fokus. Wie siehst du diese Situation?

Melissa Luschnat:
Wie lange kann man als Halbprofi oder Profi Handball spielen? Bis der Körper nicht mehr mit macht, so bis zum 30. Lebensjahr oder auch bis 37, aber bis zum Rentenalter von 67 Jahren ist das noch eine ziemliche lange Zeit, in der wir irgendwie Geld verdienen müssen. Deswege sehe ich die berufliche Perspektive als sehr wichtig an, auch als zweites Standbein, wenn man sich in jungen Jahren verletzen sollte und dann aufhören muss.



cs