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22.12.2006 08:34 Uhr - 2. Bundesliga Nord - Ole Rosenbohm

VfL Oldenburg II: Heike Schmidt überlegt nicht lange - "Eine tolle Lösung"

Heike SchmidtHeike Schmidt
Quelle: Michael Heuberger
Die Überraschung hat funktioniert. Als die Mannschaft der Zweitliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg II am Abend das Vereinsheim an der Rebenstraße betrat, wussten die allermeisten noch gar nicht, wer ihnen da als neuer Coach vorgestellt werden sollte. "An Heike Schmidt hätte nun überhaupt nicht gedacht", sagte Irena Nürnberg nachdem klar war, dass der Tabellenletzte nun von der 168-maligen Nationalspielerin trainiert werden würde. Schmidt unterschrieb einen Vertrag bis zum Ende der Saison.

Rekordverdächtig schnell wurde der Deal abgewickelt. "Wir wollten die Trainersuche erst in dieser Woche forcieren", sagt VfL Oldenburg GmbH-Geschäftsführer Peter Görgen. Erst sollte Rita Forst als Interimstrainerin die Partie beim PSV Recklinghausen über die Bühne bringen, Chefcoach Leszek Krowicki von seinem Besuch bei der EM in Schweden zurückkehren. Schmidt selber galt auch bei den Verantwortlichen nicht als ernsthafte Kandidatin.

"Während der EM begann ich mir schon Sorgen zu machen, ich war immer informiert", berichtet Nationalmannschafts-Co-Trainerin Schmidt. Da passte es gut, dass Krowicki sie schon in Stockholm angesprochen hatte. "Ernsthafte Gedanken habe ich mir aber erst ab Montag gemacht", sagt Schmidt.

An diesem Tag nämlich suchte VfL-Jugendkoordinatorin Maike Balthazar das Gespräch. "Ich wusste gar nicht, dass Leszek schon mal vorsichtig angefragt hatte", so Balthazar. "Unabhängig voneinander hatten wir beide den gleichen Gedanken." Große Chancen hätte sie sich allerdings nicht ausgerechnet. "Heike hat ja nach ihrem Rücktritt als Spielerin gesagt, dass sie nun erstmal ihre Freizeit genießen wolle. Aber Heike ist eine Handballverrückte, wie wir alle." Ihre sicherlich wohlverdiente Freizeit hat "Schröder" niemals richtig genossen. Nur wenige Wochen nach ihrem Rücktritt stieg sie beim DHB als Assistentin von Bundestrainer Armin Emrich ein. Ein Engagement, dass von ihrer neuen Aufgabe in Oldenburg unangetastet bleibt.

Dann ging alles ganz schnell. Die neue Trainerin formulierte ein Konzept, bereits am Dienstagabend wurde konzeptionell geredet, jetzt im Beisein von Peter Görgen. Bereits am gleichen Abend fanden erste Einzelgespräche mit Spielerinnen statt. Der Rest des Teams wusste bis Mittwoch von nichts. "Wir haben 24 Stunden gebraucht, dann war alles klar", berichtet Görgen.



Markus Stapenhorst wieder bei der Zweiten

An Schmidts Seite wieder im Trainerteam der Zweitligahandballerinnen ist Markus Stapenhorst. "Das ist eine gute Lösung. Beide Trainer sind beruflich stark engagiert, sie können sich gegenseitig helfen. Mit Markus haben wir schon gut kooperiert. Dieses Duo ergänzt sich fantastisch", sagt VfL-Coach Leszek Krowicki. Zwar sollen die beiden als Team zusammen arbeiten, aber "das Sagen hat ganz klar Heike Schmidt", stellt Görgen klar.

Mit Sicherheit hat der VfL in Stapenhorst einen Trainer verpflichtet, der das Team genau kennt. "Ich freue mich darauf, dem Team wieder helfen zu dürfen und das Optimalste heraus zu holen. Ich bin halt eingefleischter VfLer, da steht man in so einer Situation zu seinem Verein", sagt der 39-Jährige, dem im Mai der Vertrag als hauptverantwortlicher Trainer nicht mehr verlängert worden war. "Das Ding von damals ist längst gegessen."

Verein bündelt Kräfte - Temp und Everding fest im Zweitligateam

"Es war keine leichte Aufgabe, jemanden zu finden. Das Thema ist verdammt komplex. Die Zweite soll ja nicht nur möglichst den Klassenerhalt schaffen, sondern hat auch vielfältige andere Aufgaben", sagt Görgen. "Wir wollen Spielerinnen an die Erste heranführen, müssen an unsere drei Teams in Oberliga, Zweiter Liga und Bundesliga denken und unsere starken Jugendmannschaften in das Konzept einbinden. Das ist für Einen alleine schon sehr viel."

Ihre Vorstellungen hat das neue Bindeglied Schmidt mit den Verantwortlichen schon besprochen: "Es ist klar, dass die Erste Priorität genießt. Aber ein großes Problem in der Vergangenheit war, dass zu viel nach oben und unten ausgeholfen werden musste", sagt Schmidt, die ab sofort mit Sarah Everding und Alexandra Temp fest planen kann: "Ich habe mit beiden gesprochen. Sie sind bereit, der Mannschaft zu helfen. Beide sind auch realistisch genug, zu wissen, dass sie in der Ersten wenig Einsatzzeit hatten. Nun können sie sich auf eine Sache konzentrieren." Damit gehören beide fest zum Kader der Zweiten und werden dort auch hauptsächlich trainieren. Ihren Status als Aktive für beide Teams behalten haben Anna Badenhop, Kim Birke und Wiebke Kethorn. Schmidt: "Das Motto heißt nun: Kräfte bündeln!"

"Heike ist handballkrank" - Weitere Stimmen:

Günther Bredehorn, VfL-Präsident: "Ich war, ehrlich gesagt, auch sehr überrascht. Aber das ist ja eine tolle Lösung, dass die beiden Ur-VfLern die Mannschaft wieder nach oben bringen wollen. In den letzten Spielen war die Mannschaft erschreckend schwach. Jetzt ist wichtig, dass sie wieder den Spaß am Handball findet."

Maike Balthazar, VfL-Jugendkoordinatorin und Co-Trainerin der Ersten: "Wir werden weiterhin über die Zweite Perspektivspielerinnen an die Bundesliga-Mannschaft heranführen. Aber mit Heike Schmidt und Markus Stapenhorst wird das Team die Freude und Leidenschaft wieder gewinnen und erfolgreicher sein als zuletzt. Gelingt dies nicht, müssen wir eben den Wiederaufstieg angehen."

Leszek Krowicki, Trainer der Ersten: "Von unserer Seite garantieren wir dem neuen Duo jede erdenkliche Hilfe. Wir werden eine super Trainergruppe bilden. Es macht uns stolz, dass wir in diesem Team in Rita Forst, Maike Balthazar und Heike Schmidt drei Frauen haben, die hier im Verein Handballgeschichte geschrieben haben. Überhaupt war ich mir sicher, dass Heike sowieso irgendwann bei uns einsteigt. Sie ist eben Handballkrank."

Heike Schmidt: "Ich bin nicht kränker in Sachen Handball als Leszek."





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