09.04.2016 21:35 Uhr - EHF-Pokal - fcb

Weiterer historischer Erfolg: Metzingen feiert EHF-Pokal-Finaleinzug

Anna Loerper steuerte 9/3 Treffer beiAnna Loerper steuerte 9/3 Treffer bei
Quelle: Michael Heuberger


Grenzenloser Jubel nach AbpfiffGrenzenloser Jubel nach Abpfiff
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Den 26:22-Hinspielsieg im rumänischen Brasov und die mit 2.600 Zuschauern ausverkauften Paul Horn-Arena im Rücken, war bei den Spielerinnen der TusSies Metzingen in Tübingen vor dem Anpfiff die Anspannung dennoch zu spüren. „Es ist richtig viel drin, da brennt man automatisch“, hatte Nationalspielerin Julia Behnke gesagt. Zunächst lief es in der Tat gut bei Metzingen, und auch aus einem zwischenzeitlichen 0:5-Abwärtsstrudel konnten sich die Schwäbinnen befreien. 30:23 (14:12) hieß es am Ende für die „Pink Ladies“, der wettbewerbsübergreifend 16. Erfolg in Serie. Der Sieg wurde euphorisch gefeiert. Allerdings trübt die Fußverletzung von Kelly Vollebregt den erstmaligen Einzug in das Endspiel des EHF-Pokals.

Der Anpfiff war das Signal, danach ging es sofort temporeich zur Sache. Brasov konnte den Metzinger Angriff zunächst über eine kompakte 6:0-Abwehr gut kontrollieren, die Gastgeberinnen setzten jedoch mit dem 2:2-Ausgleich, Gegenstoß Kelly Vollebregt nach einem Klasse-Zuspiel von Bernadett Temes, schon nach drei Minuten ein erstes Signal. Zwei technische Fehler brachten Brasov in dieser Phase in Rückstand. Die Gäste aus Rumänien zeigten nach der Heimniederlage großen Kampfgeist. In einigen Situationen hatten die TusSies ihre Führung der Erfahrung von Temes, aber auch von Anna Loerper, zu verdanken. Und nach einem Abspielfehler verhinderte Sabine Stockhorst gegen Laura Chiper das 5:6.

Brasov agierte im Angriffsspiel vor allem über die Flügel und kam so zu leichten Treffern. Ging ein Zweikampf verloren, war Metzingen jedoch sofort zur Stelle. Anna Loerper und Tonje Løseth sorgten nach zwölf Minuten für die 7:5-Führung. Brasov korrigierte die Abwehr, Adriana Tacalie und Florentina Cartas übernahmen von Oana Bondar und Florentina Zamfir die Rolle im Mittelblock. Das Zusammenspiel mit Torhüterin Ana Maria Mirca funktionierte derweil, anders als bei Metzingen, nur selten. Zudem häuften sich nach dem disziplinierten Beginn der Gäste nun Fehler im Angriff. Ina Großmann sorgte derweil mit einem Doppelschlag für das 9:6. Brasov legte die Auszeit.

Ina Großmann hatte nach den anfänglichen Schwierigkeiten in der Deckung mehrmals den Winkel gegen Rechtsaußen Laura Chiper geschickt verkürzt. Brasov setzte wieder auf diesen Spielzug und diesmal gab es die Zeitstrafe und einen Strafwurf für die Gäste. Zweimal kurz nacheinander trat Florina Zamfir an die Markierung und verkürzte auf 9:8, Marinela Neagus Ausgleichstreffer folgte. Brasov griff nach der Unterbrechung geschickt die Schwächen der TusSies-Deckung an, hatte aber auch ein wenig Glück mit der Linie der Unparteiischen und dass die Schwäbinnen nun ziemlich risikoreich agierten. Csaba Konkoly wollte nach 20 Minuten nicht mehr hinsehen und griff ebenfalls zur T1-Karte.

Trotz der Unterbrechung geriet Metzingen zunächst in Rückstand. Im Angriff bewegte sich unter der Regie von Anna Loerper zu wenig, während Brasov geschickt verschob und wie besessen kämpfte. Florina Zamfir mit ihrem fünften Strafwurf und Marinela Neagu besorgten das 9:11. Acht Minuten gelang der Konkoly-Sieben während dieser 0:5-Serie kein Treffer, ehe Ina Großmann auf ein Tor verkürzte. Maren Weigel ließ beim 12:12 ihre Gegenspielerin aussteigen. In der Schlussphase fand die TuS Metzingen ihr spielerisches Element wieder. Mit der Sirene erkämpfte Julia Behnke den Strafwurf, den Bernadett Temes gegen Denisa-Stefania Dedu zum 14:12-Halbzeitstand nutzte.

Mit dem 5:1-Lauf war Metzingen zurück im Spiel. Die Gäste von Corona Brasov hatten sich offensichtlich davon verunsichern lassen, dass Linksaußen Camelia Hotea dreieinhalb Minuten vor der Pause eine längere Behandlungspause benötigte. Nun verletzte sich Metzingens Kelly Vollebregt schmerzhaft am Fuß und konnte nicht mehr mitwirken. Marlene Zapf wurde eingewechselt. Marinela Neagu traf zum 15:15, aber Tonje Løseth und Ina Großmann antworteten sofort. Brasov lag erneut in der Addition mit sechs Toren zurück und forderte ohne Umschweife die zweite Auszeit. Doch mit dem Ballgewinn von Loerper und dem Pass auf Behnke setzte Metzingen mit dem 18:15 nach.

Mit einem weiteren Treffer trat Anna Loeper die Tür zum Finale anschließend, bereitach 36 Minuten, weit auf. Dem Tempospiel der Schwäbinnen schienen die Gäste aus Rumäninnen kaum noch gewachsen zu sein. Daciana Hosu schenkte Corona Brasov mit einer Strafwurf-Parade gegen Temes kurzzeitig ein wenig den Glauben an die eigene Stärke zurück. Auf einmal waren auch die mitgereisten Fans zu hören. Ihr Team verlor indes abermals den Ball und Julia Behnke versenkte den nächsten Kontertreffer. Mit einer offensiven Abwehr in Überzahl zog Geoge Burcea die letzten Register, doch Maren Weigel setzte sich kraftvoll durch und Loerper traf den fälligen Siebenmeter.

Mit dem beherzten Einsatz in der zweiten Halbzeit schüttelte Metzingen Brasov ab. Nach 45 Minuten sorgte Anna Loerper für den 24:17-Zwischenstand. Während bei den Gästen die Kräfte sichtlich schwanden, zeugten nicht nur die fünf Paraden von Sabine Stockhorst von der Abwehrstärke der TusSies. Mit einer ganz und gar befreit und zugleich konzentriert wirkenden Körpersprache geriet die Schlussphase so vor eigenem Publikum auf dem für den Verein ungewohnten Terrain „EHF-Pokal-Halbfinale“ zum Schaulaufen. In der Schlussphase wechselte Csaba Konkoly durch, sodass alle Spielerinnen die Stimmung und den 30:23-Sieg auf dem Feld genießen konnten. Auch Wendy Obein konnte sich noch mehrmals auszeichnen.