30.03.2016 21:27 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Metzingen besiegt verspätete Oldenburgerinnen deutlich

Julia Behnke traf zwölfmalJulia Behnke traf zwölfmal
Quelle: Marco Schultz
Erst der Bus defekt, dann ein langer Stau – die Anreise des Gästeteams wäre eine eigene Story wert. Da Trainer Leszek Krowicki und seine Spielerinnen um kurz vor 19:30 Uhr in der ausverkauften Öschhalle eintrafen, konnte das Spiel zwischen der TuS Metzingen und dem VfL Oldenburg mit einer halben Stunde Verspätung angepfiffen werden. Der ersatzgeschwächte Tabellenfünfte hatte zuletzt nach starken ersten Halbzeiten gegen den Thüringer HC und in Leverkusen drei Punkte gelassen. Diesmal waren die Gastgeberinnen von Anfang an die bessere Mannschaft. Mit dem 8:1-Start legte Metzingen die Basis für den 41:31 (18:11)-Erfolg. Beste Torschützinnen waren Julia Behnke (12) und Angie Geschke (8/3). Die TuS hätte ihr Torverhältnis indes noch mehr verbessern können.

Oldenburg ging mit Annika Meyer und Kelly Dulfer im Mittelblock ins Spiel. Metzingen hatte sich vorgenommen, den Platz an der Tabellenspitze unbedingt zu verteidigen und begann temporeich, Anna Loerper verfehlte jedoch beim ersten Wurf das Gehäuse und beim Strafwurf im nächsten Angriff scheiterte sie an Julia Renner, die beim VfL den Vorzug vor Louise Egestorp erhalten hatte. So konnten die TusSies zwar nicht von der Auftaktparade Sabine Stockhorsts profitieren, aber da auch die Gäste, vielleicht bedingt durch die Anreise-Strapazen, nicht trafen und technische Fehler zeigten, brachten Tonje Løseth, Bernadett Temes und Julia Behnke die Gastgeberinnen mit 3:0 in Vorlage.

Metzingen trumpfte auf und stellte, wie von Trainer Csaba Konkoly gefordert, eine kompakte Abwehr. Ina Großmann zwang Oldenburg mit dem leichten 4:0-Treffer in die Auszeit. Den Gästen mangelte es vor allem an der Bewegung. Kira Schnack schien anschließend den Knoten mit dem ersten VfL-Treffer zu lösen, da Inger Smits das Duell mit Anna Loerper gewonnen hatte. Doch weitere Fehler folgten und auch Angie Geschke schien die Geschicke im Angriff nicht ordnen zu können. Mit einer besseren Wurfausbeute im Gegenstoß hätten die flinken TusSies nach zehn Minuten leicht deutlicher führen können als mit 8:1. Die Krowicki-Auszeit blieb ohne Effekt.

Bei Oldenburg lief es im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit besser. Kim Birke nutzte einen von Kelly Vollebregt vergebenen Konter zum 11:4-Treffer und Julia Renner agierte mit bereit sechs Paraden ohnehin stark. Angie Geschke tat mit ihrem Steal und dem 12:5-Konter nach 20 Minuten ebenfalls etwas für die Moral der Truppe. Auch wenn Tonje Løseth sofort für Metzingen erhöhte, die TusSies agierten nicht mehr besonders aufmerksam: Nach Bernadett Temes´ 17:8 schmolz Kelly Dulfer den Rückstand drei Minuten vor der Pause beim 17:11 auf sechs Tore ab. Sabine Stockhorst verhinderte anschließend aber, dass der VfL weiter aufholte. Temes´ sechster Treffer brachte den Halbzeitstand.

Oldenburg schien sich in der Phase vor dem Seitenwechsel von der Anreise und von dem kleinen Kader mit nur neun Feldspielerinnen gedanklich befreit zu haben und hatte aufgedreht. „Sie sollen konzentriert abschließen“, forderte TuS-Manager Ferenc Rott derweil von den Metzingerinnen, die diese Vorgabe nach den schwachen Abschlüssen und Fehlern für die zweite Halbzeit beherzigten. Mit Marlene Zapf, deren Einsatz als unsicher gegolten hatte, gingen die Pink Ladies in den zweiten Abschnitt. Die Flügelspielerin markierte das 20:11. Der VfL verbuchte mehrere Holztreffer, während Katharina Beddies den Vorsprung beim 22:12 nach 34 Minuten erstmals zweistellig gestaltete.

Oldenburg schien aufschließen zu können, aber der Behnke-Konter zum 25:15 nach starkem Zuspiel von Bernadett Temes bedeutete die neuerliche Zehn-Tore-Führung. Weitere Ballverlust der Krowicki-Sieben nutzte Metzingen mit Treffern von Beddies und Zapf zum 27:15. Die Partie schien nach 38 Minuten vorzeitig entschieden zu sein, doch der folgende Gegenstoß von Annika Mayer zeigte, dass Oldenburg noch nicht aufgesteckt hatte und beim Strafwurf von Angie Geschke zum 28:20 betrug der TuS-Vorsprung binnen fünf Minuten nur noch acht Tore. Bernadett Temes brachte die Hausherrinnen dann mit drei Glanzpässen, die zu leichten Kontertreffern wurden, zurück auf Kurs.

Metzingen wechselte beim Stand von 32:22 eine Viertelstunde vor Schluss Wendy Obein ein. Anschließend steuerten die Schwäbinnen zunächst auf einen noch deutlicheren Sieg zu. Beim 35:23 war der Vorsprung zehn Minuten vor Schluss erneut auf ein Dutzend Tore angewachsen. Oldenburg zeigte jedoch Moral und warf noch neun Tore. Obein verhinderte zunächst gegen Geschke die Einstelligkeit, beim 39:30 schaffte es Inger Smits aber doch. Am Ende stand zwar ein unangefochtener 41:31-Erfolg Metzingens, der Zehn-Tore-Sieg hätte aber leicht noch wesentlich deutlicher ausfallen können; über die Position in der Tabelle entscheidet bei Punktgleichheit das Torverhältnis, dort hat der THC aktuell Vorteile.