19.03.2016 15:38 Uhr - Olympische Spiele - fcb

Polen anfangs zu verbissen: Schweden reist nach Brasilien

Helle Thomsen dirigerte Schweden nach RioHelle Thomsen dirigerte Schweden nach Rio
Quelle: sportseye.de
Polen stand nach der 25:27-Auftaktniederlage gegen Russland unter Druck. Schweden, der diesjährige EM-Gastgeber, hatte nach dem leichten Aufgalopp gegen Mexiko das Turnier im Grunde noch vor sich. Im russischen Astrachan zeichnete sich bei dem Duell der beiden von dänischen Trainern gecoachten Mannschaften schnell ein Sieg der Schwedinnen ab. Den 1:4-Rückstand konnte Polen nie komplett abtragen. Nach dem 12:16-Halbzeitstand kam Polen mehrmals auf zwei Tore heran, Schweden blieb aber stets souverän und gewann mit 24:30. Aleksandra Zych war mit sechs Treffern die beste Werferin des unterlegenen Teams, Jenny Alm traf für Schweden ebenso oft.

Schweden begann mit einer sehr kompakten 6:0-Abwehr, stets auf Konter erpicht. Die ersten vier Würfe der Polinnen verfehlten ihr Ziel, zweimal parierte Johanna Bundsen. Doch auch die Schwedinnen spielten vorne etwas nervös, daher bedeutete der erste polnische Treffer von Kinga Achruk nach dreieinhalb Minuten den 1:2-Anschlusstreffer. Veronika Gawlik stärkte ihrem Team zudem mit zwei Paraden den Rücken. Nach dem vergebenen Strafwurf von Katarzyna Kolodziejska parierte sie zudem gegen Nathalie Hagman, aber während Schweden schlecht abschloss, standen sich ihre Vorderleute mit technischen Fehlern im Spielaufbau immer wieder selbst im Weg.

Nach zehn Minuten hatte Schweden die frühe Phase dank der aufmerksamen Abwehr und des guten Spiels über die Flügel beim Stand von 1:4 für sich entschieden. Auch im weiteren Verlauf konnten sie die Offensivbemühungen der Polinnen, mit Karolina Siodmiak in der Spielsteuerung, immer wieder unterbrechen. Beim 3:7 besiegte zudem Jenny Alm nach 13 Minuten die Latte, der Ball fiel krachend ins Tor. „Wir haben zu viele Chancen ausgelassen“, appellierte Polens Kim Rasmussen in der folgenden Auszeit an sein Team, das sofort den nächsten technischen Fehler produzierte. Die Abwehr blieb löchrig. Emma Havia konterte überdies nach 19 Minuten zum 6:11. Polen lief weiter hinterher.

Auf polnischer Seite hatte Kinga Achruk die Spielsteuerung übernommen und zog das Tempo an, wodurch die Rasmussen-Sieben vermehrt zu Torerfolgen kam. Bei den Schwedinnen spielte nun Johanna Ahlm im zentralen Rückraum. Da Polen in Unterzahl, mit Alexandra Zych im Leibchen, auf 10:12 stellte, legte Helle Thomsen nach 23 Minuten für Schweden die erste Auszeit. Isabelle Gullden kam zurück und sorgte prompt für das 10:14, während Polen zweimal den Pfosten traf und nach eigenen Fehlern nicht immer schnell genug zurückeilte. Im letzten Angriff nahm Polen dann jedoch geschickt die Zeit von der Uhr: Zych stellte auf 12:16 und Gawlik hielt den Spielstand fest.

Polen stellte auf eine offensive Abwehr um. Anna Wysokinska parierte einen Strafwurf von Isabelle Gullden. Katarzyna Kolodziejska und Agnieszka Jochymek mit ihrem ersten Treffer führten ihr Team auf 14:16 heran und beim 15:17 warf Kinga Achruk den Ball ins leere Tor. Schweden wehrte den Angriff auf die Führung ab und konnte sich dabei auf Jenny Alm verlassen. Weronika Gawlik haderte mit ihren Abwehrspielerinnen, weil das Tre-Kronor-Team die Räume nach anfänglichen Problemen gekonnt zu leichten Treffern nutzte. Zudem blieben zwei Gawlik-Paraden ungenutzt. Linn Blohms Doppelschlag bedeutete nach 41 Minuten die 17:21-Führung der souverän wirkenden Schwedinnen.

Helle Thomsen brachte inzwischen vermehrt Spielerinnen von der Bank. Sie fügten sich gut ein. Beim 18:22 war Johanna Westberg die neunte Torschützin für Schweden. Polens Kim Rasmussen reagierte und stellte den Angriff auf ein 4:2-System mit Einläuferinnen um. Dadurch wirkte das Offensivspiel Polens strukturierter. Mehrmals hatten sie die Chance, den Rückstand abermals auf zwei Tore zu verkürzen. Die in der zweiten Halbzeit starke Johanna Bundsen, die nach 51 Minuten ihre elfte Parade verzeichnete und die souveräne Spielgestaltung von Isabelle Gullden ließen jedoch keinen Zweifel am Sieg Schwedens über Polen aufkommen. Nach Ahlms 22:27 folgte das polnische Time-out.

Acht Minuten Spielzeit verblieben. Die Herkulesaufgabe für Polen, die Partie noch zu drehen, misslang, bei sieben Feldspielerinnen ohne Torhüterin fehlte die Zuordnung. Beim Wurf von Aleksandra Zych war wieder Johanna Bundsen die Siegerin. Als Angelica Wallén den Ball zum 22:29 unter das Lattenkreuz nagelte, war die Partie entschieden. Kim Rasmussens Team war nach der Niederlage gegen Russland erneut nicht stark genug, um den Sieg für sich beanspruchen zu können. Johanna Bundsen stellte sich in der Schlussphase in jeden Ball, in der zweiten Hälfte stellte sie zwölf polnischen Treffern zehn Paraden gegenüber. Schweden bejubelte auch dank ihr einen 30:24-Sieg.