18.03.2016 20:39 Uhr - Olympische Spiele - fcb

Rio vor Augen: Niederlande besiegen Frankreich in Auswärts-Topspiel klar

Danick Snelder war stets anspielbarDanick Snelder war stets anspielbar
Quelle: sportseye.de
Beim Qualifikationsturnier in Metz gab es gleich am ersten Spieltag das Duell zwischen den beiden Topteams, Gastgeber Frankreich und Vizeweltmeister Niederlande. Vor einer beeindruckenden Anzahl eigener Fans gelang dem Team Oranje dabei ein 24:17 (9:7)-Auftaktsieg. Das Team von Henk Groener bewahrte nach einer zerfahrenen ersten Halbzeit und dem 11:11-Ausgleich (38.) kühlen Kopf und agierte zunehmend souverän, während Frankreich nie sein Spiel fand. Oranje hat damit den vermeintlich stärksten Gegner aus dem Weg geräumt. Frankreich muss gegen Japan und Tunesien (Sonntag) in allen Bereichen zulegen. Dass Alexandra Lacrabere fehlt, macht der Equipe offenbar zu schaffen. Tess Wester wurde von den Organisatoren als beste Spielerin geehrt.

Im gutbesuchten Sportzentrum Arènes de Metz hatten die Niederländerinnen unter der Leitung der norwegischen Topschiedsrichter Kjersti Arndsen und Guro Røen Anwurf. Beide Teams arbeiteten gleich zu Beginn konzentriert in der Abwehr. Die Equipe Tricolore ging dabei mit Treffern von Allison Pineau und Siraba Dembele jeweils in Vorlage. Allerdings leisteten sich sowohl die „Blauen“ als auch Oranje, bedingt durch die beeindruckende gegnerische Defensive, ungenaue Abschlüsse, sodass das Spiel zunächst um den Ausgleich pendelte. Frankreich setzte dabei immer wieder Nadelstiche durch Dembele-Konter, zudem hatte die Krumbholz-Sieben in Amandine Leynaud die bessere Schlussfrau.

Beide Teams machten sich das Leben nach zehn Minuten beim Stand von 3:3 teilweise auch selbst schwer. Aluminiumtreffer von Frankreich und unbedrängte Fehlpässe der Niederländerinnen zu den Flügelspielerinnen ließen das Duell zäh wirken. Die beiden Torhüterinnen Leynaud und Wester taten sich indes zunehmend hervor, wobei die Französin einen Strafwurf parierte und die erste Führung der Gäste verhinderte. Allison Pineau setzte derweil nach 14 Minuten die Chance zur 3:5-Führung beim Strafwurf an den Pfosten. Kurz darauf kassierte Estelle Nze Minko eine Zeitstrafe. Die folgende Unterzahl überstand Frankreich schadlos, danach vergab Grace Zaadi einen weiteren Strafwurf.

Die Niederländerinnen setzten nach und gingen nach 19 Minuten beim 4:5 erstmals in Vorlage. „Ihr müsst euch schneller organisieren“, forderte Frankreichs Olivier Krumbholz nach dem 4:6 in der eilig beantragten Auszeit eine kompaktere Deckung. Das Problem schien jedoch bei den freien Würfen im Angriff zu lauern, wo Bald-Thüringerin Manon Houette nach 23 Minuten den dritten Siebenmeter vergab. Oranje machte weiter Druck: Yvette Broch setzte sich beim 5:7 und 7:9 vom Kreis durch, Michelle Goos traf zwischenzeitlich zum 6:8. Vor der Pause vergaben dann Malestein und Goos die Möglichkeiten für eine Führung mit drei oder vier Toren. Beim 7:9 wurden die Seiten gewechselt.

Frankreich wechselte im Tor: Laura Glauser kam für die ziemlich glücklose, aber erfahrene Amandine Leynaud. Betrachtete man die selbstbewusste Körpersprache, schienen die Niederländerinnen indes weiter am Drücker zu sein. Eine Zeitstrafe gegen Kelly Dulfer nutzte Frankreich dann um Nycke Groot aus dem Spiel zu nehmen, die sich aber blitzschnell an den Kreis absetzte. Lois Abbingh stellte auf 8:11. Frankreich ließ sich aber nicht abschütteln, setzte in der zweiten Halbzeit über die Flügel leichte Treffer und wartete in der Deckung aufmerksam auf Fehler. Die ließen nicht lange auf sich warten, und Larisa Landre gelang nach 38 Minuten der 11:11-Ausgleichstreffer. Frankreich kämpfte.

Oranje baute wieder eine Führung auf, zeigte aber auch weiter Nerven, etwa als Danick Snelder den Ball neben das Tor setzte und sich die Deckung anschließend von Allison Pineau zurückdrängen ließ. Es gab aber auch weitere Glanztaten wie beim 12:14 von Michelle Goos, während Frankreich unter den Augen der Ex-Nationalspieler Valerie Nicolas und Guillaume Gille in dem weiterhin spannenden Duell eher eine gleichförmige Leistung abrief, sich aber bislang nicht wesentlich steigern konnte. Die Niederlande hatten daher auch nach 48 Minuten beim 13:16 eine relativ souveräne Führung inne. Lokalmatadorin Ailly Luciano erhöhte mit dem Treffer den Druck auf Frankreich beträchtlich.

Frankreich experimentierte mit einigen Deckungsformationen. Vorne sollte die erfahrene Kreisläuferin Nina Kanto für Räume sorgen. Nichts fruchtete. Oranje gab stets die richtigen Antworten und setzte in den richtigen Momenten geschickt auf die Karte „Danick Snelder“. Angesichts des allzu leichten Treffers von Laura van der Heijden zum 15:19 schien Frankreich dann bereits nach 54 Minuten in die Auftaktniederlage einzuwilligen. Krumbholz stellte nochmals um, doch Henk Groeners Frauen knackten auch auf die 5:1-Abwehr bravourös. Yvette Broch konterte nach 56 Minuten zum 16:22. Für 17:24-Endstand zeichnete nochmals Lokalmatadorin Luciano verantwortlich.