20.02.2016 13:24 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, dpa, red

Buxtehuder SV zu Gast bei der "Wundertüte der Liga"

Nach der 21:26-Niederlage gegen den HC Leipzig ist der Buxtehuder SV am kommenden Sonnabend, 20. Februar um 18.30 Uhr bei Bayer Leverkusen gefordert. Im Idealfall soll der 29:22-Erfolg aus dem Hinspiel wiederholt werden. Jedoch liege das auch am Gegner, ob es gelingt. BSV-Trainer Dirk Leun kann nicht wirklich einschätzen, was seine Mannschaft erwartet: "Leverkusen ist in dieser Saison eine schwer zu berechnende Diva. Die Leistungen schwanken von richtig gut bis überraschend schwach." So siegten die Elfen zuletzt mit 34:19 gegen Göppingen, um drei Tage später 19:28 gegen Thüringen zu verlieren.

Als Hauptgrund dieser Leistungsspanne sieht Leun vor allem das Alter der Mannschaft. "Leverkusen hat viele junge Spielerinnen. An einem guten Tag können sie jedes Team in der Liga schlagen und an einem schlechten gegen jedes verlieren. Es wird eine schwere Aufgabe für uns, allerdings ist das in dieser Saison jedes Spiel." "Dirk Leun hat uns als Wundertüte bezeichnet. Das kann ich gerne zurückgeben, auch Buxte ist in dieser Saison ja schon für so manche Überraschung gut gewesen.", sagt Renate Wolf augenzwinkernd."Wir alle spüren natürlich auch die neuen Kräfteverhältnisse in der HBF", so Wolf weiter. "Vereine, die vor drei Jahren aufgestiegen sind, spielen jetzt schon um die Meisterschaft, und ein aktueller Aufsteiger wie Borussia Dortmund hat den Europapokal im Visier. Die Grenzen zwischen Neulingen und Etablierten sind längst aufgeweicht, deshalb haben es die Etablierten mittlerweile schwerer als früher, ihre Position zu behaupten."

Von ihrer Mannschaft erwartet die Chefin am Samstag eine konzentrierte und hochmotivierte Leistung und natürlich zwei Punkte. "Wir haben gut trainiert, die Form ist eindeutig ansteigend", sagt Renate Wolf, die mit ihrem Team in den beiden letzten Spielen gegen den fünfmaligen Deutschen Meister Thüringer HC und bei den Füchsen Berlin das Nachsehen hatte: "Vieles wird natürlich auch wieder von der Torhüter-Position abhängen." Nataliya Gaiovych und Vanessa Fehr werden sich den Platz zwischen den Pfosten teilen, weil Dana Centini mit dem TV Beyeröhde in der zweiten Liga gegen den TV Nellingen im Einsatz ist. Fehlen wird den Elfen im Spiel gegen Buxtehude auch Anna Seidel, die nach wie vor Probleme mit der Schulter hat.

Für Leun sei besonders der Rückraum der Werks-Elfen stark besetzt, unter anderem mit der im Sommer nach Bietigheim wechselnden Kim Naidzinavicius und Nationalspielerin Jennifer Rode. "Kim ist die zentrale Figur bei Leverkusen. Hinzu kommt, dass sie mit Anne Jochin im Gegensatz zum Hinspiel eine weitere erfahrene Spielmacherin für den Rückraum haben. Zudem ist Jenny Karolius am Kreis nicht zu unterschätzen."

Folglich muss der BSV in der Deckung mit der gleichen Aggressivität wie gegen Leipzig ins Spiel gehen, um die Elfen nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. "Gegen Leipzig haben wir in der Deckung richtig gut gestanden. Außerdem hat Antje Lenz nach zwei durchwachsenen Leistungen wieder eine richtig gute gezeigt und war ein großer Rückhalt", lobt Leun. Verbesserungspotenzial sieht er hingegen in der Offensive. "Zwar hatten wir auch gute Phasen im Positionsangriff, aber wir müssen die leichten Passfehler reduzieren, ansonsten haben wir keine Chance. Was mir gegen Leipzig gar nicht gefallen hat, war unser Konterspiel. Wenn wir da mal zu Chancen gekommen sind, wurden sie vergeben. Wir müssen wieder stärker aufs Tempo drücken, indem wir mutiger und konsequenter spielen."

Der BSV will Platz sieben in der Tabelle festigen. Der Trainer setzt auf eine starke Abwehrleistung wie gegen Leipzig vor einer Woche. "Da standen wir richtig gut", meinte Leun trotz der 26 Gegentore. Zudem sei Torhüterin Antje Lenz ein großer Rückhalt gewesen.

Verbesserungsbedarf sieht Leun in der Offensive. "Wir müssen die leichten Passfehler reduzieren, ansonsten haben wir keine Chance. Und was mir gegen Leipzig gar nicht gefallen hat, war unser Konterspiel», kritisierte er. «Wir müssen wieder stärker aufs Tempo drücken, indem wir mutiger und konsequenter spielen."

Für die Partie am Rhein wird Leun der identische Kader wie vergangene Woche zur Verfügung stehen. Zwar konnten die Kreisläuferinnen Evelyn Schulz (Grippe) und Lynn Schneider (Rückenprobleme) die Woche nicht einwandfrei trainieren, dennoch steht einem Einsatz der beiden nichts im Wege. Nach ihrer guten Leistung zuletzt darf sich Paula Prior Hoffnungen auf weitere Einsatzzeiten machen, erläutert Leun: "Paula hatte gegen Leipzig ihren ersten längeren Einsatz und gute Ansätze gezeigt. In den kommenden Spielen wird sie weitere Spielpraxis sammeln, um sich weiter zu entwickeln."