06.02.2016 20:31 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

BSV-Höhenflug endet in Metzingen nach spannender zweiter Halbzeit

Ina Großmann traf achtmal für die TuSIna Großmann traf achtmal für die TuS
Quelle: Marco Schultz
Heimspiele gegen den Buxtehuder SV waren für die TuS Metzingen in den vergangenen Jahren oft dramatische Duelle, ein Unentschieden und zwei Siege mit einem Tor boten die letzten drei Partien. Diesmal kam BSV mit vier Siegen im Gepäck in die ausverkaufte Öschhalle, nach der schwachen Hinrunde rollt das Team von Dirk Leun die Tabelle derzeit Stück für Stück auf. Dass diese Serie in Metzingen vorerst reißen würde, deutete sich bereits vor dem 18:13-Pausenstand an. Vor allem die Ballverluste spielten den Hausherrinnen in die Hände. Doch in der zweiten Halbzeit konnte der BSV Metzingen über weite Strecken fordern. Erst der Endspurt zum 36:31 hievt Metzingen auf Rang drei.

Mit vier Siegen in Serie war der Buxtehuder SV nach Metzingen gereist. Die TusSies gingen indes als eines der Topteams als klarer Favorit in die Partie, zumal die Mannschaft von Csaba Konkoly seit dem Pokalaus in Leipzig ebenfalls einen Erfolg nach dem anderen gesammelt hat. Mit einem 3:0-Lauf fanden die Outletstädterinnen auch besser ins Spiel. Nach sechseinhalb Minuten konnte der BSV einen Metzinger Angriff zudem nur auf Kosten eines Strafwurfs klären, den Anna Loerper zum 4:1 nutzte. Doch die Gastgeberinnen wirkten zunehmend unaufmerksam: Bölk und Bülau verkürzten zunächst auf 4:3 und Isabell Klein netzte nach einen Blackout der TusSies im Spielaufbau zum 6:4.

Buxtehude war nach dem 1:4-Rückstand kämpferisch geblieben, schien auf Fehler Metzingens zu warten und nutzte diese geschickt. Nach 13 Minuten war beim 6:5 der neuerliche Anschlusstreffer erreicht. Die Leun-Sieben verpasste jedoch in der frühen Phase in solchen Momenten den Wirkungstreffer. Stattdesen distanzierten Julia Behnke und Anna Loerper den BSV schnell auf 8:5. Beide Abwehrreihen konnten bislang nicht überzeugen, die Strafwurf-Entscheidungen der Unparteiischen waren für die Torflut mitverantwortlich. Nach 17 Minuten waren beim Stand von 11:8 bereits 19 Treffer gefallen. Metzingen konnte seinen Drei-Tore-Vorsprung verteidigen.

Buxtehude meldete sich nach 22 Spielminuten bei Lone Fischers 11:10-Konter trotz mittlerweile acht Fehlpässen zurück. Metzingen aber auch unter Druck die richtigen Antworten. Maren Weigel und Ina Großmann stellten mit einer 3:0-Serie erstmals auf einen Vier-Tore-Vorsprung. Die Offensivaktionen der Gäste im gebundenen Spiel waren für die TusSies oftmals leicht zu durchschauen, auch wenn Jana Podpolinski den Ball beim 14:11 mit einem wuchtigen Rückraumwurf unterbrachte. Die Leun-Sieben zeigte sich in der Schlussphase der ersten Halbzeit aber insgesamt zu langsam auf den Beinen. Metzingen nutzte dies und nahm über das 16:11 (27.) eine 18:13-Führung mit in die Kabine.

So schien das Duell zwischen Metzingen und Buxtehude schon nach dreißig Minuten nahezu entschieden. Nachdem in der Pause, passend zum Höhepunkt der Faschingszeit, die Reutlinger Tanzgarde für Auflockerung gesorgt hatte, konnten die TusSies den Vorsprung aber zunächst nicht weiter ausbauen. Maxi Hayn und Lone Fischer konterten binnen drei Minuten zum 19:16, Ina Großmann und Maren Weigel scheiterten an Antje Lenz. Dirk Leun hatte in der Kabine offenbar die richtigen Worte gefunden. Seine Mannschaft deckte wesentlich engagierter und durchkreuzte mehrmals die Nahtstellen im Metzinger Aufbauspiel. Eine frühe Auszeit von Csaba Konkoly folgte.

Buxtehude ließ sich von der Unterbrechung nicht beeindrucken, Jana Podpolinski hatte nach 39 Minuten das 20:19 in der Hand. TuS-Torfrau Sabine Stockhorst verhinderte den Treffer jedoch und Kelly Vollebregt und Anna Loerper distanzierten den BSV beim 22:19 wieder auf drei Treffer. Auf Metzinger Seite blieb derweil eine zu passive Abwehr zu bemängeln, Buxtehude tat sich nach der anstrengenden ersten Spielhälfte leicht beim Torwurf. Der Torwartwechsel zu Wendy Obein schien den BSV aber zu verunsichern. Sie parierte bis zum Abpfiff einige entscheidende Würfe. Die Metzinger Nerven vibrierten nach dem Treffer von Tonje Løseth zum 25:21 (44.) noch, aber Kelly Vollebregts Konter zum 27:22 (47.) zwang die Gäste in die Auszeit.

Die Körpersprache der Metzingerinnen hatte sich mit wenigen Erfolgen kurzzeitig um 180 Grad ins positive gedreht, nach der Unterbrechung kamen aber die Unsicherheiten im Offensivspiel zurück. Wie schon gegen Bad Wildungen mühten sich die „Pink Ladies“ wegen eigener Fehler in der zweiten Halbzeit ab. Nach 50 Minuten war der Vorsprung auf 27:25 geschrumpft. Randy Bülau war dabei die Anführerin beim BSV, neben sechs Treffern gelangen ihr zahlreiche starke Anspiele. In einer wahren Torehatz mussten die Gäste erst nach dem 32:29 (57.) abreißen lassen. Den Schlussakzent zum 36:31-TuS-Sieg setzte Anna Loerper, die sich geschickt durchsetzte und ihren elften Treffer erzielte.