29.12.2015 20:30 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Elf Loerper-Treffer genügen nicht: Endspurt in Tübingen gehört Dortmund

Nadja Nadgornaja und Dortmund trumpften heute in Metzingen aufNadja Nadgornaja und Dortmund trumpften heute in Metzingen auf
Quelle: Peer Weiß-Fudisch
Am ersten Spieltag nach der WM-Pause trafen am Dienstagabend in der Paul Horn-Arena in Tübingen die TuS Metzingen und Borussia Dortmund aufeinander. Die ersten achten Minuten der Partie gehörten den Westfälinnen, danach zündeten die TusSies, die ein schweres Auftaktprogramm haben, vor 2560 Zuschauern in der seit langem ausverkauften Halle eine Aufholjagd zum 14:15-Pausenstand. Metzingen lief weiter hinterher, hatte aber nach 52 Minuten nochmals die Chance, das Spiel zu drehen. Im Endspurt war Dortmund aber erneut klar überlegen und ging nach dem 25:26 als 26:32-Sieger vom Feld. „Wir konnten unser Tempospiel nicht aufziehen, das definitiv unsere Waffe ist“, bilanzierte Anna Loerper die Niederlage, bei der Nadja Nadgornaja neunmal traf.

Die Borussia hatte in der ausverkauften Arena Anspiel und begann druckvoll und entschlossen. Aus einer kompakten Abwehr gefiel das Team von Ildiko Barna in der frühen Phase auch in der ersten Welle und lag nach sieben Minuten mit 1:4 vorne. Der TuS Metzingen fehlte hingegen im Angriff das Timing, gegen die großgewachsenen Gegnerinnen mühten sich die „Pink Ladies“ ab und brachten zudem ihre freien Würfe nicht an Nationaltorhüterin Clara Woltering vorbei. Carolin Schmele mit einem Strafwurf und Nadja Zimmermann mit einem weiteren schnellen Treffer zwangen Metzingens Trainer Csaba Konkoly nach achteinhalb Minuten angesichts eines 1:6-Rückstands zur Auszeit.

Nach der Unterbrechung fanden die TusSies bessere Lösungen im Angriff. Anna Loerper verwandelte zwei Strafwürfe und verkürzte auf drei Tore. Nadja Nadgornaja wurde mit einer Positionsabwehr von Maren Weigel aus dem Spiel genommen. Weitere Treffer von Loerper und Dinkel zum 5:8 für Metzingen ließen dann nach 15 Minuten Ildiko Barna zur Grünen Karte greifen. Rafika Ettaqi stellte nach ihren drei Fehlversuchen auf 5:9 und sammelte wichtiges Selbstvertrauen. Allerdings agierten inzwischen auch die Gastgeber, angetrieben von Anna Loerper, viel selbstbewusster. Nach einem Ballgewinn konterte Julia Behnke nach kurz darauf zum 7:9 und nach 20 Minuten Dinkel zum 9:10.

Dortmund wechselte. Carolin Schmele verschaffte Zimmermann auf der Mitte eine Pause und sollte im Angriff neue Impulse setzen. Nach den starken acht Minuten schien Dortmund ein wenig das Feuer abhandengekommen zu sein. Die durchsetzungsstarke Nicole Dinkel hielt Metzingen mit ihren Treffern in der Spur. Anna Loerper glich nach 24 Minuten zum 13:13 aus. Nach 12:7 Toren in 16 Minuten standen die TusSies somit vor der Führung – und verpassten die Wende. Unter anderem ging ein Strafwurf ans Gebälk. In Unterzahl ermöglichte Anne Müller Dortmund den Treffer zum 14:15-Halbzeitstand. Bei Metzingen stand derweil Wendy Obein erstmals zwischen den Pfosten.

Temporeich und kampfbetont ging es nach Wiederanpfiff weiter. Dortmund schien Kraft getankt zu haben und wirkte erneut bissig. Getragen von drei Woltering-Paraden betrug der Vorsprung nach fünf Minuten beim 17:20 wieder drei Tore und da Metzingens Kelly Vollebregt den Ball an den Pfosten setzte und Nadgornaja einen Strafwurf erkämpfte, konnte Schmele auch den Folgetreffer setzen, ihr fünfter Torerfolg. In der Deckung profitierte das BVB-Team abermals von der guten Arbeit im Mittelblock. Die Gastgeberinnen standen erneut unter Druck. „Wir haben gegen eine sehr gut vorbereitete Mannschaft gespielt. Wir haben sehr viele Chancen liegen gelassen und haben uns dadurch immer wieder schwergetan“, meinte TuS-Trainer Csaba Konkoly später, nach dem Abpfiff.

Nach acht Minuten schienen die „Pink Ladies“ abermals eine Auszeit zu benötigen. 18:23 leuchtete es von den Anzeigetafeln. Sabine Stockhorst meldete sich einen Moment später mit einer Doppelparade zurück und Anna Loerper verwandelte einen schwierigen Ball zum 20:23. Der neunte Torerfolg der Regisseurin folgte beim 21:23-Strafwurf (43.) und Julia Behnke schaffte den Anschlusstreffer. Binnen sieben Minuten hatte Dortmund erneut einen bequemen Vorsprung aus der Hand gegeben. Nach dem 22:24 legte Ildiko Barna 13 Minuten vor Schluss die zweite Auszeit. Mit einer leicht offensiv agierenden Abwehr stand Metzingen abermals vor dem Ausgleich.

Den TusSies fehlten in der Schlussphase die Antworten. Woltering zeigte gegen die bis dahin starke Julia Behnke eine Weltklasse-Parade 26:26-Ausgleich (52.). Die folgende Überzahl überstanden die Borussinnen ungefährdet, Stella Kramer zog zudem nach Ballverlust ein Stürmerfoul. Sekunden später war zwar Beddies auf und davon und glich aus, doch die Borussinnen schlugen eiskalt zurück. Nadgornaja, die nach der langen WM-Pause eine immense Energie ausstrahlte und Ettaqi sorgten für das 26:28. Die TusSies ließen trotz einer Auszeit viel liegen, die Gäste aus Dortmund agierten hingegen zielgerichtet. Zimmermann erstritt einen Strafwurf, Schmeles 26:29-Treffer bedeutete die überraschend frühe Vorentscheidung zwei Minuten vor Schluss. Drei Konter ergaben den deutlichen Endstand.