15.12.2015 18:29 Uhr - Weltmeisterschaft - Daniel Genings

"Viel Schweiß und Herzblut" - Polens Wysokinska und Kudlacz-Gloc überglücklich

Karolina Kudlacz-GlocKarolina Kudlacz-Gloc
Quelle: sportseye.de
"Polen schaltet Favorit Ungarn aus" – Von dieser Schlagzeile existierten allenfalls Traumbilder in den Köpfen der Spielerinnen. Doch mit dem 24:23-Erfolg am Montagabend gegen Ungarn wurden nicht nur Träume war, Polen steht nun tatsächlich im Viertelfinale der WM und sicherte sich ebenfalls die Teilnahme an einem Qualifikationsturnier für die olympischen Spiele im kommenden Jahr. Die Bundesliga-Spielerin Karolina Kudlacz-Gloc und die ehemalige Bundesligaspielerin, Torhüterhin Anna Wysokinska, die beide erheblichen Anteil an Polens Sieg hatten, strahlten nach dem Spiel um die Wette und zeigten sich im Gespräch mit handball-world.com begeistert vom Auftritt des gesamten Teams.

„Nein, damit haben wir absolut nicht gerechnet“, war Karoline Kudlacz-Gloc überglücklich nach dem Spiel. „Wir waren heute sicherlich kein Favorit und hatten nichts zu verlieren“, sah die Leipzigerin darin den Vorteil des polnischen Teams. Befreit konnte Polen aufspielen und sich gleich zu Beginn von Ungarn absetzen. „Wir haben alles gegeben von der ersten bis zur letzten Sekunde. Wir haben gekämpft als Team und ich bin sehr stolz auf alle Spielerinnen. Jede hat heute alles gegeben.“

Für die polnische Mannschaft, die nahezu perfekt in die Partie gestartet war, war der weitere Verlauf des Partie gegen den Favoriten Ungarn natürlich alles andere als eine leichter Spaziergang. „Das war ein guter Beginn, das hat uns die positiven Gefühle gegeben, so dass wir geglaubt haben, dass heute was drin ist“ so Kudlacz-Gloc. Polen führte mit sechs Treffern, doch bis zur Pause kam Ungarn, bedingt durch den Wechsel im Tor und Überzahlsituationen, zurück ins Spiel und nahm gar einen kleinen Vorsprung mit einem Treffer in die Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel legte zwar Ungarn zunächst vor, doch Polen kämpfte sich immer wieder heran und setzte am Ende den entscheidenden Treffer. „Ich denke wir waren heute so stark, dass wir geglaubt haben, wir sind unschlagbar“, so Kudlacz-Gloc abschließend und dann verschwand die Rückraumspielerin freudestrahlend in die Kabine.

Starker Rückhalt beim Sieg über Ungarn war Anna Wysokinska, die fast die Hälfte alle Würfe abwehren konnte und zurecht nach der Partie als wertvollste Spielerin geehrt wurde. „Ich gehe davon aus, dass keiner damit gerecht hat, aber Hallo? Wir haben heute gegen das große, starke Ungarn gewonnen“, konnte Wysokinska das Glück noch gar nicht richtig fassen. „Wir werden wohl erst morgen so richtig wahrnehmen, welche Sachen nun in der Zukunft kommen“, spielte sie auch auf die Teilnahme an einem Qualifikationsturnier für Olympia an. „Wir sind super stolz und super glücklich, dass wir heute gewonnen haben – Keiner hat damit gerechnet, außer unser Trainer und wir natürlich. Heute haben wir gegen Ungarn gewonnen, ab morgen werden wir es wohl so langsam begreifen.“

„Ich glaube, das ist eine von unseren Spezialitäten, dass wir so mit einer Art Welle spielen“, konnte sich Anna Wysokinska ein Grinsen nicht verkneifen. „Es gibt bessere Momente, es gibt schlechtere Phasen, aber in Endeffekt haben wir mit einem Tor gewonnen. Die Mädels waren heute echt super, sie haben so viel Schweiß und Herz auf das Parkett gebracht. Ich muss ehrlich sagen, ich liebe die Mädels, sie haben heute echt super gespielt. Das alles hat heute geklappt und wir sind eine Runde weiter.“

Angesprochen auf ein mögliches Halbfinale sagte die Torhüterin: „Hey, der Gedanke gefällt mir. Vor 2 Jahren hat auch keiner damit gerechnet, dass wir weiterkommen. Aber wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen nicht zu weit vorausblicken. Das nächste Spiel ist das wichtigste. Das haben wir uns heute vor dem Spiel auch gesagt. Wir spielen in jeder Partie ums Überleben. Wir waren heute wirklich sehr stark und es hat sich gelohnt.“ Im Viertelfinale treffen die Polinnen am Mittwoch nun auf Russland.